nu:legal · recht.nulegal.eu

# Landgericht Dortmund, Urteil vom 15.03.2001 – 3 O 490/00

ECLI:DE:LGDO:2001:0315.3O490.00.00

## Tenor

Die Klage wird abgewiesen.

Die Kosten des Rechtsstreits trägt der Kläger nach

einem Streitwert von 70.000 DM.

Das Urteil ist gegen Sicherheitsleistung in Höhe

von 3.500 DM vorläufig vollstreckbar.

## Tatbestand

**Rn. 2**

Der Kläger ist Eigentümer der landwirtschaftlich ge-

**Rn. 3**

nutzten Grundstücke Gemarkung S, Flur l, Flur-

**Rn. 4**

stücke ###, ### bis ###. Die Grundstücke grenzen an die

**Rn. 5**

B, ein Gewässer zweiter Ordnung, in der Unter-

**Rn. 6**

haltungslast der Beklagten. Die im Jahre 1982 einge-

**Rn. 7**

bauten Drainagen der Grundstücke des Klägers münden in

**Rn. 8**

die B.

**Rn. 9**

Der Kläger behauptet, die Beklagte habe es unterlassen,

**Rn. 10**

den Graben, die Seitenwände und das Gewässer zu reini-

**Rn. 11**

gen und den Pflanzenbewuchs des Ufers zu beseitigen.

**Rn. 12**

Dies habe zu einer Verringerung der Fließgeschwindig-

**Rn. 13**

keit des Wassers und damit einhergehend zu Ablagerungen

**Rn. 14**

am Ufer und im Gewässer geführt. Der Wasserstand sei

**Rn. 15**

angestiegen. Die Drainageaustritte seien versandet und

**Rn. 16**

verschlammt und die fachgerecht eingebauten Drainagen

**Rn. 17**

hätten deshalb das Grundwasser nicht mehr abführen kön-

**Rn. 18**

nen. Die Grundstücke seien dadurch stark verfeuchtet

**Rn. 19**

und landwirtschaftlich nicht mehr nutzbar.

**Rn. 20**

Der Kläger beantragt,

**Rn. 21**

festzustellen, dass die Beklagte verpflichtet

**Rn. 22**

ist, dem Kläger, sämtliche Schäden zu ersetzen,

**Rn. 23**

die durch die unzureichende bzw. unterlassene

**Rn. 24**

Reinigung/ Unterhaltung der Vorflut "B"

**Rn. 25**

entstanden sind und zukünftig entstehen.

**Rn. 26**

Die Beklagte beantragt,

**Rn. 27**

die Klage abzuweisen.

**Rn. 28**

Sie behauptet, die Drainage sei nicht funktionsfähig,

**Rn. 29**

weil sie kein Gefälle aufweise und die Einläufe in die

**Rn. 30**

Alte Lippe zu tief angelegt worden seien. Es handele

**Rn. 31**

sich um Sumpfwiesen, die immer feucht gewesen seien.

**Rn. 32**

Ihre Mitarbeiter hätten die B zweimal im Jahr

**Rn. 33**

gereinigt und die Böschung zurückgeschnitten.

## Entscheidungsgründe

**Rn. 35**

Die Feststellungsklage ist nicht begründet.

**Rn. 36**

Der Kläger hat keinen Schadensersatzanspruch gemäß

**Rn. 37**

§ 823 BGB, der allein als Rechtsgrundlage in Betracht

**Rn. 38**

kommt.

**Rn. 39**

Der Beklagten obliegt zwar nach § 9.1Landeswassergesetz

**Rn. 40**

(LWG) die Pflicht zur Gewässerunterhaltung, mithin nach

**Rn. 41**

§ 90 LWG die Freihaltung, Reinigung und Räumung des Ge-

**Rn. 42**

wässerbettes .und des Ufers von Unrat, soweit es dem Um-

**Rn. 43**

fang nach geboten ist. Dahin stehen kann, ob die Be-

**Rn. 44**

klagte ihrer Gewässerunterhaltungspflicht in hin-

**Rn. 45**

reichendem Maße nachgekommen ist, denn bei den Schäden,

**Rn. 46**

die der Kläger ersetzt verlangt, handelt es sich nicht

**Rn. 47**

um Folgen, die aus dem Bereich der Gefahren stammen, zu

**Rn. 48**

deren Abwendung die verletzte Norm erlassen worden ist.

**Rn. 49**

Die Beklagte war nicht verpflichtet, die Bachsohle

**Rn. 50**

durch ständiges Ausbaggern so zu erhalten, dass die

**Rn. 51**

Drainageeinläufe in ausreichender Höhe über dem Wasser-

**Rn. 52**

spiegel liegen (BGH NJW 1994, Seite 3090 ff. (3092)).

**Rn. 53**

Die Aufsandung der Bachsohle ist hydraulisch bedingt.

**Rn. 54**

Es entspricht dem natürlichen und konstanten Gefälle

**Rn. 55**

des Gewässers, die hydraulisch mögliche natürlich vor-

**Rn. 56**

gegebene Bachsohle zu erreichen. Es würde die Beklagte

**Rn. 57**

auch unverhältnismäßig belasten, wollte, man von ihr

**Rn. 58**

verlangen, die Bachsohle ständig ausbaggern zu lassen,

**Rn. 59**

damit die Drainagerohre oberhalb des Wasserspiegels

**Rn. 60**

liegen. Laufende Eingriffe solcher Art in den vorge-

**Rn. 61**

gebenen, natürlichen Zustand für den Wasserablauf (§ 28

**Rn. 62**

WHG) gehen über das im Rahmen der Gewässerunterhaltung

**Rn. 63**

Gebotene hinaus (BGH NJW 1994, Seite 3092). Überschwem-

**Rn. 64**

mungen hat es zu keinem Zeitpunkt gegeben, so dass die

**Rn. 65**

B in der Lage war, selbst starke Regenmengen

**Rn. 66**

vollkommen abzuführen.

**Rn. 67**

Die Klage war daher mit der Kostenfolge des §91 ZPO

**Rn. 68**

abzuweisen. Die Entscheidung über die vorläufige Voll-

**Rn. 69**

streckbarkeit beruht auf § 709 ZPO.

---

Zitiervorschlag: Landgericht Dortmund, Urteil vom 15.03.2001 – 3 O 490/00, ECLI:DE:LGDO:2001:0315.3O490.00.00

Datenquelle: Open Legal Data, abgerufen 09.07.2026

Entscheidungstext bereitgestellt über Open Legal Data (openlegaldata.io), lizenziert unter der Open Database License (ODbL) v1.0.

Nicht-amtliche Fassung — maßgeblich ist die Ausfertigung des Gerichts

Quelle: nu:legal – recht.nulegal.eu · Aufbereitung unter CC BY 4.0 (recht.nulegal.eu/lizenz) · Ein Dienst der Nulegal GmbH

Crawlen und Zitieren sind ausdrücklich erlaubt. Vorbehalten ist allein die massenhafte Nutzung zu Trainingszwecken für KI-Systeme (§ 44b Abs. 3 UrhG); hierfür ist unsere Zustimmung erforderlich.

Source: nu:legal – recht.nulegal.eu · Curated layer under CC BY 4.0 (recht.nulegal.eu/license) · Operated by Nulegal GmbH, Potsdam.

Crawling and citation are permitted. Only bulk use for AI training is reserved (Section 44b(3) UrhG) and requires our consent.

Dieses Dokument: https://recht.nulegal.eu/rechtsprechung/lg-dortmund/2001-03-15/3-o-490-00

---

nu:legal · recht.nulegal.eu · Nicht-amtliche Fassung. Maßgeblich ist die Fassung des Gerichts.
