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# Landgericht Dortmund, Beschluss vom 23.01.2001 – 21 T 5/01

ECLI:DE:LGDO:2001:0123.21T5.01.00

## Tenor

Die Beschwerde wird auf Kosten

der Beschwerdeführerin zurückgewiesen.

Beschwerdewert: 800 DM

## Gründe

**Rn. 2**

Die Antragstellerin hat gegen den Antragsgegner einen

**Rn. 3**

Mahnbescheid mit dem. nachfolgend beschriebenen Inhalt

**Rn. 4**

erwirkt: Hauptforderung: 8.000 DM, Nebenforderung 4 %

**Rn. 5**

Zinsen ab Zustellung des Mahnbescheides. Der Antrags-

**Rn. 6**

gegner hat fristgerecht Widerspruch eingelegt. Für die-

**Rn. 7**

sen Fall hatte die Antragstellerin bereits im Mahnan-

**Rn. 8**

trag die Durchführung des streitigen Verfahrens bean-

**Rn. 9**

tragt, das Verfahren wurde an das Amtsgericht Dortmund

**Rn. 10**

abgegeben. Den Prozesskostenhilfeantrag der Antragstel-

**Rn. 11**

lerin vom 04.02.2000 hat das Amtsgericht Dortmund mit

**Rn. 12**

Beschluss vom 16.05.2000 mangels Erfolgsaussichten in

**Rn. 13**

der Sache zurückgewiesen.

**Rn. 14**

Mit Übersendung des vorbezeichneten Beschlusses hat das

**Rn. 15**

Amtsgericht angefragt, ob das Verfahren auch ohne Be-

**Rn. 16**

willigung von Prozesskostenhilfe durchgeführt werden

**Rn. 17**

soll- Rechtshängigkeit sei eingetreten- oder ob der An-

**Rn. 18**

trag zurückgenommen werden soll.

**Rn. 19**

Daraufhin erklärte die Antragstellerin mit Schriftsatz

**Rn. 20**

vom 07.07.2000: " Der Antrag wird zurückgenommen."

**Rn. 21**

Auf Antrag des Antragsgegners vom 14.12.2000 hat das

**Rn. 22**

Amtsgericht Dortmund mit Beschluss vom 20.12.2000 die

**Rn. 23**

Kosten des Rechtsstreits der Antragstellerin auferlegt.

**Rn. 24**

Gegen diesen, ihr unter dem 28.12.2000 zugestellten,

**Rn. 25**

Beschluss wendet sich die Antragstellerin mit ihrer -

**Rn. 26**

am gleichen Tag beim Amtsgericht eingegangenen soforti-

**Rn. 27**

gen Beschwerde vom 29.12.2000.

**Rn. 28**

Die Antragstellerin beantragt, den Kostenbeschluss auf-

**Rn. 29**

zuheben.

**Rn. 30**

Mit der Antragsrücknahme sei der Mahnbescheid nicht zu-

**Rn. 31**

rückgenommen worden, sondern es sei nur zum Ausdruck

**Rn. 32**

gebracht worden, dass das streitige Verfahren nicht oh-

**Rn. 33**

ne Bewilligung von Prozeßkostenhilfe durchgeführt v/er-

**Rn. 34**

den sollte. Wegen der weiteren Einzelheiten wird auf

**Rn. 35**

die Beschwerdeschrift vom 29.12.2000 Bezug genommen.

**Rn. 36**

Die sofortige Beschwerde ist nach § 269 Abs. 3 S. 5

**Rn. 37**

ZPO, 577 Abs. 3 ZPO zulässig, insbesondere fristgerecht

**Rn. 38**

eingelegt.

**Rn. 39**

Sie ist aber - im Ergebnis- nicht begründet.

**Rn. 40**

Die auf gerichtliche Anfrage nach Ablehnung der bean-

**Rn. 41**

tragten Prozesskostenhilfe erklärte Antragsrücknahme

**Rn. 42**

ist dahingehend auszulegen, dass die Antragstellerin

**Rn. 43**

lediglich den Antrag auf Durchführung des streitigen

**Rn. 44**

Verfahrens nach § 696 Abs. 4 ZPO zurückgenommen hat. In

**Rn. 45**

diesem Sinne konnte und durfte die Antragstellerin die

**Rn. 46**

gerichtliche Anfrage verstehen.

**Rn. 47**

Im Ergebnis bleibt sie aber gleichwohl mit der Kosten-

**Rn. 48**

folge des § 269 ZPO analog belastet.

**Rn. 49**

Nach umstrittener Auffassung kann auf entsprechenden

**Rn. 50**

Antrag nach Rücknahme des Antrags auf Durchführung des

**Rn. 51**

streitigen Verfahrens die Kostenfolge analog 269 ZPO

**Rn. 52**

angeordnet werden.

**Rn. 53**

Die Rücknahme des Streitantrages führt zu einem fakti-

**Rn. 54**

schen Ruhen des Verfahrens. Die entsprechende Anwendung

**Rn. 55**

der Vorschrift des § 269 ZPO ist gerechtfertigt, weil -

**Rn. 56**

anders als bei einem gewöhnlichen Ruhen des Verfahrens-

**Rn. 57**

die Rechtshängigkeit entfällt, § 696 Abs. 4 ZPO. Die

**Rn. 58**

Vorschrift dient dazu, eine einfache kostensparende Er-

**Rn. 59**

ledigung der Sache zu ermöglichen. Dem Zweck würde aber

**Rn. 60**

nicht entsprochen, wenn der Antragsgegner nach Antrags-

**Rn. 61**

rücknahme keine Kostenerstattung verlangen könnte, son-

**Rn. 62**

dern darauf angewiesen wäre, selbst einen Antrag auf

**Rn. 63**

Durchführung des streitigen Verfahrens zu stellen.

**Rn. 64**

Denn dies widerspräche dem beiderseitigen Interesse an

**Rn. 65**

einer kostengünstigen Erledigung des Streits ( OLG Mün-

**Rn. 66**

chen, AnwBI 84, 371; KG , NJW-RR 93, 1472; LG Ber-

**Rn. 67**

lin, JurBüro 94, 6332; LG Frankfurt NJW-RR 88, 1021; 01-

**Rn. 68**

zen in Wiezorek-Schütze, ZPO , 3.Aufl. § 696 Rn. 41;

**Rn. 69**

Hartmann in Baumbach u.a. ZPO, 55. Aufl, § 696, Rz.l6).

**Rn. 70**

Die hiervon abweichende Auffassung, die die Kammer aus

**Rn. 71**

der dargestellten Interessenlage der Parteien nicht

**Rn. 72**

teilt, lässt eine entsprechende Anwendung des § 269 ZPO

**Rn. 73**

nicht zu, weil die Anhängigkeit der Sache nicht beendet

**Rn. 74**

sei und die Gefahr sich widersprechender Kostenent-

**Rn. 75**

scheidungen bestehe ( vgl. Fischer, MDR 94, 124 ff

**Rn. 76**

,125; OLG Stuttgart, MDR 90, 557; OLG Düsseldorf, MDR

**Rn. 77**

94, S. 417 ).

**Rn. 78**

Nach weiterer abweichender Auffassung soll in Fällen

**Rn. 79**

der Rücknahme eines Streitantrages eine Kostenentschei-

**Rn. 80**

dung analog 91 a ZPO getroffen werden ( OLG Köln,

**Rn. 81**

Rpfleger 82,158). Unabhängig von der Frage der Ver-

**Rn. 82**

gleichbarkeit der betroffenen Prozesssituationen, würde

**Rn. 83**

die Zugrundelegung dieser Meinung aber im vorliegenden

**Rn. 84**

Fall zu keiner anderen Entscheidung führen, insoweit

**Rn. 85**

kann auf die Ausführungen zur fehlenden Erfolgsaussicht

**Rn. 86**

der Rechtsverfolgung im Prozesskostenhilfebeschluss

**Rn. 87**

verwiesen werden.

**Rn. 88**

Die Kostenentscheidung beruht auf § 97 ZPO.

**Rn. 89**

Die Feststellung des Beschwerdewertes beruht auf § 3

**Rn. 90**

ZPO.

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Zitiervorschlag: Landgericht Dortmund, Beschluss vom 23.01.2001 – 21 T 5/01, ECLI:DE:LGDO:2001:0123.21T5.01.00

Quelle: Open Legal Data, abgerufen 09.07.2026

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Nicht-amtliche Fassung — maßgeblich ist die Ausfertigung des Gerichts

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