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# Landgericht Dortmund, Urteil vom 03.01.2001 – 21 O 331/00

ECLI:DE:LGDO:2001:0103.21O331.00.00

## Tenor

Die Klage wird abgewiesen.

Die Kosten des Rechtsstreits trägt das klagende

Land.

Das Urteil ist vorläufig vollstreckbar; dem

klagenden Land wird nachgelassen, die Zwangsvollstreckung

durch Sicherheitsleistung oder Hinterlegung

in Höhe von 500 DM abzuwenden, wenn nicht

die beklagte Stadt vor der Vollstreckung Sicherheit

in gleicher Höhe leistet.

**Rn. 1**

Ta t b e s t a n d

**Rn. 2**

Der Kläger nimmt die Beklagte als Anstellungskörperschaft

**Rn. 3**

eines Angehörigen der freiwilligen Feuerwehr wegen

**Rn. 4**

schuldhafter Amtspflichtverletzung auf Schadensersatz

**Rn. 5**

in Anspruch.

**Rn. 6**

Die Beklagte ist Anstellungskörperschaft für den Unterbrandmeister

**Rn. 7**

M, der als Angehöriger der freiwilligen

**Rn. 8**

Feuerwehr vom 27.02. bis zum 13.0.3.1997 an dem vom

**Rn. 9**

Kläger veranstalteten Lehrgang F III 9/97

**Rn. 10**

"Gruppenführer: Brandmeister" teilnahm.

**Rn. 11**

Am 06.03.1997 war M vom Kläger als Führer des Ausbildungs-

**Rn. 12**

fahrzeugs ## - ###1 eingeteilt; er musste im Rahmen

**Rn. 13**

des erteilten Auftrages auf dem Übungsgelände zwischen

**Rn. 14**

einer abgestellten Straßenbahn und einem anderen

**Rn. 15**

geparkten Übungsfahrzeug ## - ###2 hindurchfahren, wobei

**Rn. 16**

der rechte Spiegelarm des von M gefahrenen Lkws den

**Rn. 17**

Heckaufbau hinten links des Übungsfahrzeugs berührte

**Rn. 18**

und einen geringfügigen Schaden verursachte.

**Rn. 19**

Der Kläger verlangt mit der Klage Schadensersatz für

**Rn. 20**

den an seinem Fahrzeug entstandenen Schaden. Er ist der

**Rn. 21**

Ansicht, dass die Beklagte als Anstellungskörperschaft

**Rn. 22**

hafte und behauptet, dass sich die Reparaturkosten auf

**Rn. 23**

2.283,10 DM beliefen.

**Rn. 24**

Der Kläger beantragt,

**Rn. 25**

die Beklagte zu verurteilen, an ihn 2.283,10 DM

**Rn. 26**

zuzüglich 4 % Zinsen seit dem 23.01.1998 sowie

**Rn. 27**

vorgerichtliche Verfahrenskosten in Höhe von

**Rn. 28**

32,40 DM zu zahlen.

**Rn. 29**

Die Beklagte beantragt,

**Rn. 30**

die Klage abzuweisen.

**Rn. 31**

Sie ist der Ansicht, dass sie aus Rechtsgründen nicht

**Rn. 32**

eintrittspflichtig sei und bestreitet die Schadenshöhe.

**Rn. 33**

Wegen des weitergehenden Parteivorbringens wird auf den

**Rn. 34**

Inhalt der gegenseitig gewechselten Schriftsätze nebst

**Rn. 35**

Anlagen verwiesen.

**Rn. 36**

E n t s c h e i d u n g s g r ü n d e

**Rn. 37**

Die Klage ist unbegründet.

**Rn. 38**

Der Kläger kann von der Beklagten keinen Schadensersatz

**Rn. 39**

wegen des Schadensereignisses vom 06.03.1997 gemäß

**Rn. 40**

§ 839 BGB, Artikel 34 Grundgesetz verlangen, weil der

**Rn. 41**

Kläger im Verhältnis zur Beklagten nicht Dritter im

**Rn. 42**

Sinne der Anspruchsnorm ist.

**Rn. 43**

Grundsätzlich kam eine Haftung der Beklagten aus Amtspflichtverletzung

**Rn. 44**

in Betracht, da auch die Tätigkeit

**Rn. 45**

der freiwilligen Feuerwehr unter die Amtshaftung fällt

**Rn. 46**

(vgl. BGHZ 20, 290) und die Obhut für die anvertrauten

**Rn. 47**

Sachwerte einer allgemeinen Amtspflicht entspricht, so

**Rn. 48**

dass eine Sachbeschädigung anläßlich eines Fortbildungslehrgangs

**Rn. 49**

verletzt worden sein könnte.

**Rn. 50**

Dennoch scheidet eine Haftung der Beklagten im vorliegenden

**Rn. 51**

Falle aus, da diese im Verhältnis zum Kläger

**Rn. 52**

nicht Dritter im Sinne des § 839 BGB war.

**Rn. 53**

Eine andere Behörde kann Dritter nur dann sein, wenn

**Rn. 54**

ihr der für die haftpflichtige Gemeinde oder Körperschaft

**Rn. 55**

tätig gewordene Beamte bei der Erledigung seiner

**Rn. 56**

Dienstgeschäfte in einer Weise gegenübertritt, wie sie

**Rn. 57**

für das Verhältnis zwischen ihm und seinem Dienstherren

**Rn. 58**

einerseits und dem Staatsbürger andererseits charakteristisch

**Rn. 59**

ist, nicht aber bei der gleichsinnigen Erfüllung

**Rn. 60**

einer den beiden Körperschaften gemeinsam übertragenen

**Rn. 61**

Aufgabe (vgl. BGHZ 116, 312).

**Rn. 62**

Gemäß den §§ 3 (3), 40 (5) FSHG trägt das Land sämtliche

**Rn. 63**

Kosten im Zusammenhang mit der Ausbildung der

**Rn. 64**

hauptberuflichen wie freiwilligen Feurwehrangehörigen.

**Rn. 65**

Bei dem vom Land weisungsgemäß durchgeführten Lehrgang

**Rn. 66**

stellte sich dieses somit im Rahmen der den beiden Körperschaften

**Rn. 67**

insoweit gemeinsam übertragenen Aufgabe zur

**Rn. 68**

Verfügung, um durch den Lehrgang die Ausbildung der

**Rn. 69**

später im Auftrag der Gemeinden tätigen Angehörigen der

**Rn. 70**

Feuerwehr zu gewährleisten.

**Rn. 71**

Darüber hinaus ist auch ein Verschulden nicht ersichtlich.

**Rn. 72**

Bei dem "Unfall" hat sich eine typische Gefahr

**Rn. 73**

der Ausbildung, nämlich Umgang des Fahrers mit dem ihm

**Rn. 74**

anvertrauten Fahrzeug verwirklicht, wobei Lahme auf Anweisung

**Rn. 75**

des Kläger die Aufgabe erfüllte. Dass bei einer

**Rn. 76**

solchen Übung ein leichter Schaden an den hierfür benutzten

**Rn. 77**

Fahrzeugen entstand, musste das klagende Land

**Rn. 78**

im Rahmen des Ausbildungszwecks billigend in

**Rn. 79**

Kauf nehmen.

**Rn. 80**

Die Nebenentscheidungen beruhen auf den §§ 91 und 708

**Rn. 81**

Ziff. 11 in Verbindung mit § 711 ZPO.

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Zitiervorschlag: Landgericht Dortmund, Urteil vom 03.01.2001 – 21 O 331/00, ECLI:DE:LGDO:2001:0103.21O331.00.00

Quelle: Open Legal Data, abgerufen 09.07.2026

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