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# Landgericht Dortmund, Beschluss vom 20.11.2000 – 14 (VI) Qs 73/00

ECLI:DE:LGDO:2000:1120.14VI.QS73.00.00

## Tenor

Auf die Beschwerde der Angeschuldigten vom 07. November 2000 gegen

den Beschluss des Amtsgerichts Kamen vom 31. Oktober 2000 wird der

Beschluss des Amtsgerichts aufgehoben.

Der Angeschuldigten wird Rechtsanwalt F in Kamen als

Pflichtverteidiger beigeordnet.

## GRÜNDE

**Rn. 2**

Die Beschwerde ist begründet.

**Rn. 3**

Es liegt ein Fall notwendiger Verteidigung gemäß § 140 Abs. 2 StPO

**Rn. 4**

vor.

**Rn. 5**

Ist dem Verletzten ein Verteidiger beigeordnet worden, so liegt in

**Rn. 6**

aller Regel ein Fall der "Unfähigkeit zur Selbstverteidigung" vor,

**Rn. 7**

so dass dem Beschuldigten ein Verteidiger beigeordnet werden muss.

**Rn. 8**

Nichts anderes gilt in den Fällen, in denen sich der Verletzte

**Rn. 9**

- wie vorliegend - auf eigene Kosten eines Beistandes bedient.

**Rn. 10**

In beiden Fällen kann die Fähigkeit des Beschuldigten sich selbst

**Rn. 11**

zu verteidigen erheblich dadurch beeinträchtigt sein, dass er sich

**Rn. 12**

einem Verfahrensbeteiligten Verletzen gegenübersieht, der sich des

**Rn. 13**

fachkundigen Rats eines Rechtsanwalts bedient, (vgl. Klein-

**Rn. 14**

knecht/Meyer-Goßner, StPO, § 140 Rz. 31; OLG Hamm, StV 1999, 11 f;

**Rn. 15**

NStZ-RR 1997, 78 ff).

**Rn. 16**

Das ist vorliegend der Fall. Beide Nebenkläger sind durch einen

**Rn. 17**

Rechtsanwalt vertreten. Ein Ausnahmefall liegt nicht vor. Es sind

**Rn. 18**

keine besonderen Umstände ersichtlich, die es gerechtfertigt er-

**Rn. 19**

scheinen lassen, der Angeschuldigten keinen Pflichtverteidiger bei-

**Rn. 20**

zuordnen. Es handelt sich um einen relativ schweren Tatvorwurf. Die

**Rn. 21**

rechtliche Beurteilung der Tat ist schwierig. Unter anderem persön-

**Rn. 22**

liche Beziehungen zwischen Angeschuldigter und Nebenklägern und

**Rn. 23**

mögliche Vorfälle zwischen den Beteiligten aus der Vergangenheit

**Rn. 24**

dürften für das Verfahren eine wichtige Rolle spielen, da die Ange-

**Rn. 25**

schuldigte als Motiv für ihre Forderung sexuelle Übergriffe ihres

**Rn. 26**

Vaters, des Nebenklägers, auf sie angibt.

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Zitiervorschlag: Landgericht Dortmund, Beschluss vom 20.11.2000 – 14 (VI) Qs 73/00, ECLI:DE:LGDO:2000:1120.14VI.QS73.00.00

Datenquelle: Open Legal Data, abgerufen 09.07.2026

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Nicht-amtliche Fassung — maßgeblich ist die Ausfertigung des Gerichts

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