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# Landgericht Dortmund, Grundurteil vom 17.11.1998 – 12 O 337/98

ECLI:DE:LGDO:1998:1117.12O337.98.00

## Tenor

Der Klageantrag ist dem Grunde nach gerechtfertigt.

Über die Kosten wird im Endurteil entschieden.

## Tatbestand

**Rn. 2**

Die Stadt T und die Klägerin schrieben im April

**Rn. 3**

1997 Mischwasserkanalarbeiten nebst Versorgungsleitun-

**Rn. 4**

gen (Gas, Wasser, Strom, Leitungen für Stadtwerke) in

**Rn. 5**

Form von Anzeigen in den regionalen Tageszeitungen aus

**Rn. 6**

mit der Aufforderung, die Ausschreibungsunterlagen bei

**Rn. 7**

der Stadt T -Tiefbauamt- anzufordern. Wegen des

**Rn. 8**

Wortlauts der Anzeige wird auf Bl. 52 d. A. verwiesen.

**Rn. 9**

Auf Grund dieser Anzeige meldete sich u. a. die Be-

**Rn. 10**

klagte und erhielt die Ausschreibungsunterlagen vom

**Rn. 11**

Tiefbauamt der Stadt T übersandt. An dieses

**Rn. 12**

schickte sie die Angebotsunterlagen auch wieder zurück.

**Rn. 13**

Das Deckblatt enthielt als Auftraggeber die Stadt

**Rn. 14**

T. Insoweit wird auf Bl. 35 d. A. Bezug genommen.

**Rn. 15**

Die Angebote hinsichtlich der Verlegung der

**Rn. 16**

Versorgungsleitungen trugen die Überschrift "Stadtwerke

**Rn. 17**

T GmbH" und lauteten im einzelnen wie Bl. 9-20 d. A..

**Rn. 18**

Es ist streitig zwischen den Parteien, ob die Aus-

**Rn. 19**

schreibung für den Mischwasserkanal und die Versor-

**Rn. 20**

gungsleitungen als Gesamtangebot oder als getrennte

**Rn. 21**

Ausschreibungen verstanden werden konnten.

**Rn. 22**

Der Beklagte erteilte unter dem 15.04.1997 ein Angebot

**Rn. 23**

über insgesamt 550.509,01 DM, und zwar hinsichtlich des

**Rn. 24**

Mischwasserkanals in Höhe von 469.572,00 DM und in Höhe

**Rn. 25**

von 80.937,01 DM (Bl. 35 d. A.).

**Rn. 26**

Das Tiefbauamt der Stadt T legte in einer Verdin-

**Rn. 27**

gungsverhandlung die Zeit für die Erteilung des Zu-

**Rn. 28**

schlags bis zum.l6.04.1997um 11.00 Uhr fest. An diesem

**Rn. 29**

Tag kam es dann zur Vergabeverhandlung. Es ist nicht

**Rn. 30**

bekannt, wer den Zuschlag erhielt. Wegen der darüber

**Rn. 31**

gefertigten Niederschrift wird. auf Bl. 5-8 d." A. Bezug

**Rn. 32**

genommen.

**Rn. 33**

Eine Nachricht über die Zuschlagserteilung wurde an die

**Rn. 34**

nicht anwesenden Bewerber nicht erteilt.

**Rn. 35**

Die Klägerin stellte fest, dass die Beklagte das

**Rn. 36**

günstigste Angebot im Hinblick auf die Versorgungslei-

**Rn. 37**

tungen abgegeben hatte und teilte ihm dieses mit. Der

**Rn. 38**

Beklagte lehnte mit Schreiben vom 07.05.1997 (Bl. 21

**Rn. 39**

d. A.) die Durchführung der Arbeiten "Verlegen von Ver-

**Rn. 40**

sorgungsleitungen" ab, da das Angebot im Zusammenhang

**Rn. 41**

mit dem Angebot für die Stadt T gerechnet worden

**Rn. 42**

sei.

**Rn. 43**

Mit Schreiben vom 13.05.1997 bezog sich die Klägerin

**Rn. 44**

sodann schriftlich gegenüber dem Beklagten auf dessen

**Rn. 45**

Angebot vom 15.04.1997 unter der Überschrift

**Rn. 46**

"Bestellung" und nannte als Liefertermin die

**Rn. 47**

22. Kalenderwoche 1997. Insoweit wird auf Bl. 22 d. A.

**Rn. 48**

Bezug genommen.

**Rn. 49**

Die Beklagte wies mit Schreiben vom 16.05.1997 (Bl. 23

**Rn. 50**

d. A.) darauf hin, dass sie erst ab September die Ar-

**Rn. 51**

beiten ausführen könne und Mehrkosten geltend machen

**Rn. 52**

müsse wegen der Aufteilung des Auftrags. Für die Ober-

**Rn. 53**

flächen könnte sie keine Gewährleistung übernehmen.

**Rn. 54**

Am 22.05.1997 wies die Klägerin den Beklagten auf seine

**Rn. 55**

Verpflichtung zur Leistungserbringung hin. Auch dies

**Rn. 56**

lehnte die Beklagte ab.

**Rn. 57**

Sodann teilte die Klägerin dem Beklagten mit Schreiben

**Rn. 58**

vom 02.06.1997 (Bl. 24 d. A.) mit, dass sie nunmehr den

**Rn. 59**

Auftrag mit einer Angebotssumme von 88.046,48 DM an

**Rn. 60**

eine andere Firma vergeben habe und behielt sich vor,

**Rn. 61**

der Beklagten bei der Abrechnung der Maßnahme die

**Rn. 62**

Preisdifferenz anzulasten (Bl. 24 d. A.). Die Klägerin

**Rn. 63**

hat zunächst eine Preisdifferenz von netto 15.822,23 DM

**Rn. 64**

errechnet und diesen Betrag nebst Mehrwertsteuer mit

**Rn. 65**

Klageschrift vom 03.07.1998 gegen die Beklagte geltend

**Rn. 66**

gemacht.

**Rn. 67**

Die Klägerin vertritt die Auffassung, ihr stehe ein An-

**Rn. 68**

spruch auf Schadensersatz wegen Nichterfüllung zu.

**Rn. 69**

Durch die Zuschlagerteilung gegenüber der Beklagten sei

**Rn. 70**

ein Werkvertrag zustande gekommen. Die Beklagte habe

**Rn. 71**

die Durchführung der Arbeiten zu Unrecht abgelehnt.

**Rn. 72**

Nach nunmehr erteilter Abrechnung der Firma K,

**Rn. 73**

die den Auftrag letzten Endes durchgeführt habe, ergebe

**Rn. 74**

sich nunmehr eine Preisdifferenz in Höhe von

**Rn. 75**

12.060,84 DM (Bl. 51 d. A,). Diesen Betrag verlange sie

**Rn. 76**

nunmehr als Schadensersatz von der Beklagten.

**Rn. 77**

Die Klägerin beantragt,

**Rn. 78**

die Beklagte zu verurteilen, an sie

**Rn. 79**

12.060,84 DM nebst 5 % Zinsen seit dem

**Rn. 80**

01.02.1998 an die Klägerin zu zahlen und nahm

**Rn. 81**

die Klage im übrigen zurück.

**Rn. 82**

Die Beklagte beantragt,

**Rn. 83**

die Klage abzuweisen.

**Rn. 84**

Sie meint, eine Schadensersatzverpflichtung bestehe

**Rn. 85**

deswegen nicht, weil es zu einem Vertrag zwischen ihr

**Rn. 86**

und der Klägerin nicht gekommen sei. Ihr Angebot habe

**Rn. 87**

sich an die Stadt T gerichtet. Nach den übersandten

**Rn. 88**

Unterlagen habe es sich um ein Gesamtangebot gehandelt.

**Rn. 89**

So sei es von ihm gemeint und auch abgegeben worden. Es

**Rn. 90**

sei ferner Tatsache, dass derartige Arbeiten im Bereich

**Rn. 91**

der Stadt T seit mehr als 25 Jahren stets zusammen

**Rn. 92**

vergeben worden seien, nachdem, die Verlegung von Ver-

**Rn. 93**

sorgungsleitungen rechtlich verselbständigt und auf die

**Rn. 94**

Klägerin übertragen worden sei. Eine getrennte Vergabe

**Rn. 95**

der Straßen- und Kanalbauarbeiten habe es noch nie ge-

**Rn. 96**

geben. Eine derartige Trennung der Arbeiten sei aber

**Rn. 97**

tatsächlich unmöglich, zumindest aber mit unüberwindba-

**Rn. 98**

ren Schwierigkeiten verbunden. Die Arbeiten und insbe-

**Rn. 99**

sondere die Arbeitsabläufe griffen derart ineinander,

**Rn. 100**

dass sie hinsichtlich des Umfangs wie auch hinsichtlich

**Rn. 101**

der Gewährleistung kaum abzugrenzen seien. Die von der

**Rn. 102**

Stadt T übersandten Formulare enthielten auch mehr-

**Rn. 103**

fach Hinweise, die den Bewerber auf eine gemeinsame

**Rn. 104**

Ausschreibung schließen lassen müssten. So heißt es

**Rn. 105**

beispielsweise in der Anlage unter dem Stichwort

**Rn. 106**

"Angebotsabgabe": Siehe Angebot Stadt T. Das Ge-

**Rn. 107**

samtangebot sei auch von der Stadt T eröffnet und

**Rn. 108**

verhandelt worden. Eine getrennte Vergabeverhandlung

**Rn. 109**

habe es nicht gegeben. In dem Angebot der Stadt T

**Rn. 110**

sei unter Ziff. 5.2 ausdrücklich vorgesehen, dass eine

**Rn. 111**

Unterteilung der Arbeiten in Lose nicht erfolge. Die

**Rn. 112**

Ausschreibungsbedingungen der Stadt T sollten auch

**Rn. 113**

für die Angebotsabgabe hinsichtlich der Versorgungslei-

**Rn. 114**

tungen gelten. Aus diesem Grunde sei eine Trennung

**Rn. 115**

nicht zulässig. Mit der Erteilung des Zuschlags seitens

**Rn. 116**

der Stadt T an ein anderes Unternehmen sei das

**Rn. 117**

Angebot der Beklagten erloschen. Ein wirksames Angebot,

**Rn. 118**

welches die Stadt T hätte annehmen können, habe

**Rn. 119**

daher nicht vorgelegen. Schließlich bestreite sie den

**Rn. 120**

geltend gemachten Anspruch nach Grund und Höhe. Die

**Rn. 121**

Klägerin habe weder das Angebot der Firma K noch

**Rn. 122**

deren Rechnung nebst Aufmaß und Leistungsnachweis vor-

**Rn. 123**

gelegt. Der diesbezügliche Sachvortrag sei daher unsub-

**Rn. 124**

stantiiert und unschlüssig.

**Rn. 125**

Wegen der weiteren Einzelheiten des Parteivorbringens

**Rn. 126**

wird auf den Inhalt der Schriftsätze verwiesen.

## Entscheidungsgründe

**Rn. 128**

Der Klageanspruch war dem Grunde nach zuzusprechen. Ge-

**Rn. 129**

mäß § 304 ZPO hat die Kammer über den Grund vorab ent-

**Rn. 130**

schieden, weil dieser im Gegensatz zu der Höhe der For-

**Rn. 131**

derung entscheidungsreif war.

**Rn. 132**

Zwischen der Klägerin und der Beklagten ist ein Werk-

**Rn. 133**

vertrag über die Verlegung von Versorgungsleitungen zum

**Rn. 134**

Preise von netto 70.380,01 DM wirksam zustande gekom-

**Rn. 135**

men .

**Rn. 136**

Die Klägerin hat das Angebot der Beklagten vom

**Rn. 137**

15.04.1997, das diese, gerichtet an die Stadt T,

**Rn. 138**

abgegeben hat, angenommen.

**Rn. 139**

Die Klägerin war erkennbar Auftraggeberin. Das ist zwar

**Rn. 140**

noch nicht eindeutig erkennbar aus dem Text der Zei-

**Rn. 141**

tungsanzeige (Bl. 52 d. A.) jedoch aus den übersandten

**Rn. 142**

Formularen war für den erfahrenen Mitbieter, wie es die

**Rn. 143**

Beklagte war, eindeutig ersichtlich, dass die

**Rn. 144**

Stadtwerke T die Versorgungsleitungen und die Stadt

**Rn. 145**

T die Arbeiten hinsichtlich des Mischwasserkanals

**Rn. 146**

vergeben wollten. Das ist zum einen deutlich aus dem

**Rn. 147**

Formular mit der Überschrift "Stadtwerke T GmbH",

**Rn. 148**

Anlage zum Angebot über Ausführung von Tiefbauarbeiten

**Rn. 149**

für die Stadtwerke T GmbH (Bl. 9 d. A.) zu erken-

**Rn. 150**

nen, aber auch aus dem Deckblatt des Angebots, welches

**Rn. 151**

die Beklagte überreicht hat. Hiernach ist zwar als Auf-

**Rn. 152**

traggeber die Stadt T benannt. Unter dem Mittelteil

**Rn. 153**

heißt es jedoch "Stadt Z, sodann folgt die Höhe

**Rn. 154**

des jeweiligen Angebots insoweit und darunter

**Rn. 155**

"Stadtwerke T GmbH" mit der entsprechenden Ange-

**Rn. 156**

botssumme, die der Beklagte mit 80.937,01 DM hier für

**Rn. 157**

die Versorgungsleitungen eingesetzt hat und einer Ge-

**Rn. 158**

samtangebotssumme von 550.509,01 DM (Bl. 35 d. A.).

**Rn. 159**

Zwar kann dieses Deckblatt wegen der Formulierung Ge-

**Rn. 160**

samtangebot und des oben genannten Auftraggebers "Stadt

**Rn. 161**

Z, kurzfristig irreführen, bei genauer Durchsicht

**Rn. 162**

der gesamten Formulare und auch aus dem Umstand, dass

**Rn. 163**

die Ausschreibung unter unterschiedlichen Nummern ge-

**Rn. 164**

führt wurde -hier Nr. 0041/97-, war dem Bewerber ohne

**Rn. 165**

weiteres erkennbar, dass das Gewerk Verlegung von Ver-

**Rn. 166**

sorgungsleitungen ausschließlich von der Stadtwerke .

**Rn. 167**

T GmbH als Auftraggeberin ausgeschrieben und be-

**Rn. 168**

zahlt werden sollte. Die Beklagte hat im Termin zur

**Rn. 169**

mündlichen Verhandlung vom 17.11.1998 durch ihren Ge-

**Rn. 170**

schäftsführer eingeräumt, dass dies nicht die erste

**Rn. 171**

Ausschreibung der Stadt T ist, an der sie teilge-

**Rn. 172**

nommen hat. Demnach kann keine Unerfahrenheit bei ihr

**Rn. 173**

vorausgesetzt werden.

**Rn. 174**

.

**Rn. 175**

Demgegenüber fällt auch nicht ins Gewicht, dass die Be-

**Rn. 176**

klagte (unter Beweisantritt) behauptet hat, dass die

**Rn. 177**

Vergabe derartiger Bauvorhaben stets einheitlich er-

**Rn. 178**

folgt sei. Die Klägerin ist eine selbständige Rechts-

**Rn. 179**

persönlichkeit und hat als solche das Recht und die

**Rn. 180**

Möglichkeit, Aufträge selbständig zu vergeben. Dies hat

**Rn. 181**

sie hier auch, erkennbar für den Normalbieter, hier getan.

**Rn. 182**

Der Beklagte kann sich weiterhin auch nicht darauf be-

**Rn. 183**

rufen, dass der Zuschlag in der Vergabeverhandlung der

**Rn. 184**

Stadt T betreffend den Mischwasserkanal bereits an-

**Rn. 185**

derweitig erteilt worden sei und damit auch sein Ange-

**Rn. 186**

bot, das als Gesamtangebot gemeint gewesen sei, hinfäl-

**Rn. 187**

lig wäre. Das Angebot des Beklagten war aus Sicht der

**Rn. 188**

Klägerin eben nicht erkennbar ein Gesamtangebot, son-

**Rn. 189**

dern ein Spezialangebot, betreffend die Verlegung von

**Rn. 190**

Versorgungsleitungen zum .Preise von insgesamt netto

**Rn. 191**

70.380,01 DM, wie sich aus der Zusammenstellung, die

**Rn. 192**

auch insoweit isoliert von der Beklagten unterschrieben

**Rn. 193**

worden ist, deutlich ergibt. Wenn der Beklagte nur ein

**Rn. 194**

gemeinsames Angebot hätte abgeben wollen, wäre ein ent-

**Rn. 195**

sprechender Zusatz (z. B. nur im Zusammenhang mit dem

**Rn. 196**

Angebot für Mischwasserleitung) erforderlich gewesen.

**Rn. 197**

Schließlich spricht auch nicht gegen eine getrennte

**Rn. 198**

Auftragserteilung, dass die Klägerin in ihren Formula-

**Rn. 199**

ren Bezug nimmt auf das Angebot der Stadt T bei-

**Rn. 200**

spielsweise in der Rubrik: "Angebotsabgabe" und

**Rn. 201**

"Arbeitsbeginn". Diese Bezugnahme wäre gerade überflüs-

**Rn. 202**

sig, wenn die Auftragsvergabe nur einheitlich gemeint

**Rn. 203**

gewesen wäre und erfolgen sollte.

**Rn. 204**

Die Klägerin hat das isolierte Angebot der Beklagten

**Rn. 205**

über die Verlegung von Versorgungsleitungen zum Preise

**Rn. 206**

von 70.380,01 DM netto wirksam mündlich und schriftlich

**Rn. 207**

angenommen mit Telefongespräch vom 07.05.1997 und der

**Rn. 208**

"Bestellung vom 13.05.1997".

**Rn. 209**

Die mündliche und schriftliche Ablehnungserklärung der

**Rn. 210**

Beklagten vom 07.05.1997 steht dem nicht entgegen. Die

**Rn. 211**

Beklagte ist gemäß § 145 BGB an ihr Angebot gebunden,

**Rn. 212**

es sei denn, die Annahme wäre nicht rechtzeitig er-

**Rn. 213**

folgt. Davon kann jedoch angesichts des Ablaufs von

**Rn. 214**

noch nicht einmal einen Monat nicht gesprochen werden.

**Rn. 215**

Eine Frist war mit dem Angebot ausdrücklich nicht ver-

**Rn. 216**

bunden.

**Rn. 217**

Das Angebot ist auch nicht etwa erloschen durch die Er-

**Rn. 218**

teilung des Zuschlags an einen anderen Bewerberhin-.

**Rn. 219**

sichtlich des Mischwasserkanals, da eine Abhängigkeit

**Rn. 220**

zu diesem Angebot nicht bestanden hat, wie bereits oben

**Rn. 221**

ausgeführt wurde.

**Rn. 222**

Das einmal erklärte Angebot wird angenommen durch ein-

**Rn. 223**

fache Erklärung desjenigen, dem gegenüber das Angebot

**Rn. 224**

abgegeben worden ist, demnach durch die Klägerin.

**Rn. 225**

Aus der Vorbemerkung der Vertragsbestimmung, wonach die

**Rn. 226**

Ausschreibung in Anlehnung an die VOB/A-SKR erfolgen

**Rn. 227**

solle und die Klägerin sich die Vergabe des Auftrags im

**Rn. 228**

Verhandlungsverfahren vorbehalten hat, kann die Be-

**Rn. 229**

klagte nicht die Schlussfolgerung ziehen, dass die Ge-

**Rn. 230**

samtvergabe bzw. Auftragserteilung unwirksam sei. Die

**Rn. 231**

Formulierung "vorbehalten" besagt lediglich, dass eine

**Rn. 232**

Möglichkeit der Stadtwerke besteht, auf diesem Wege den

**Rn. 233**

Auftrag zu vergeben. Eine Verpflichtung kann hieraus

**Rn. 234**

nicht hergeleitet werden.

**Rn. 235**

Im Ergebnis ist somit der Vertrag wirksam geworden und

**Rn. 236**

die Klägerin kann Schadensersatz wegen Nichterfüllung

**Rn. 237**

gemäß § 326 BGB von der Beklagten verlangen. Die Be-

**Rn. 238**

klagte hat deutlich gemacht, dass sie nicht gewillt

**Rn. 239**

ist, den Vertrag zu den angebotenen Bedingungen einzu-

**Rn. 240**

halten.

**Rn. 241**

Über den Anspruchsgrund war vorab zu entscheiden, weil

**Rn. 242**

die Schadenshöhe noch streitig ist. Auch der letzte

**Rn. 243**

Schriftsatz der Klägerin vom 23.09.1998 enthält keine

**Rn. 244**

Anlagen über die tatsächliche Höhe der Abrechnung der

**Rn. 245**

Firma K. lm Termin wurde lediglich ein Preisspiegel

**Rn. 246**

überreicht, aus dem sich nichts ergibt für die tatsächliche

**Rn. 247**

Höhe der Abrechnung der Firma K. Insoweit wäre

**Rn. 248**

eine weitere Beweisaufnahme erforderlich.

**Rn. 249**

Über den Grund des Anspruchs konnte jedoch vorab ent-

**Rn. 250**

schieden werden.

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Zitiervorschlag: Landgericht Dortmund, Grundurteil vom 17.11.1998 – 12 O 337/98, ECLI:DE:LGDO:1998:1117.12O337.98.00

Datenquelle: Open Legal Data, abgerufen 09.07.2026

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