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# Landgericht Dortmund, Beschluss vom 18.06.1998 – 9 T 595/98

ECLI:DE:LGDO:1998:0618.9T595.98.00

## Tenor

Die Beschwerde wird nach einem Gegenstandswert von

9.000,00 DM zurückgewiesen.

## Gründe

**Rn. 2**

Zugunsten der Beteiligten ist eine Auflassungsvormerkung im Grund-

**Rn. 3**

buch eingetragen. Der Notar hat unter Vorlage einer Löschungsbe-

**Rn. 4**

willigung die Löschung der Auflassungsvormerkung beantragt, Das

**Rn. 5**

Amtsgericht hält die Löschungsbewilligung vom 04.02.1998 nicht

**Rn. 6**

für ausreichend, weil sie nicht von den Beteiligten abgegeben wor-

**Rn. 7**

den ist, sondern von der Notarangestellten N, in Voll-

**Rn. 8**

macht für die Beteiligten. Mit der angefochtenen Zwischenverfügung

**Rn. 9**

hat das Amtsgericht den Beteiligten die Vorlage einer Löschungs-

**Rn. 10**

bewilligung in der Form des § 29 GBO aufgegeben. Die gegen die

**Rn. 11**

Zwischenverfügung eingelegte Erinnerung gilt nach Nichtabhilfe

**Rn. 12**

als Beschwerde. Sie ist zulässig, aber nicht begründet.

**Rn. 13**

Die Kammer folgt der Auffassung des Amtsgerichts, wonach die

**Rn. 14**

vorgelegte Löschungsbewilligung nicht den grundbuchmäßigen Er-

**Rn. 15**

fordernissen entspricht. Die Notargehilfin N ist zwar

**Rn. 16**

im notariellen Vertrag vom 19.09.1997 bevollmächtigt worden.

**Rn. 17**

Diese Vollmacht gilt aber nach dem Wortlaut des notariellen Vertrags

**Rn. 18**

hinsichtlich der Löschung der Auflassungsvormerkung nur für den Fall

**Rn. 19**

der Ausübung des Rücktritts durch den Verkäufer. Die Vollmacht ist

**Rn. 20**

also bedingt durch die Ausübung des Rücktritts. Bei einer Vollmacht

**Rn. 21**

mit einer Bedingung muß der Eintritt der Bedingung dem Grundbuchamt

**Rn. 22**

in der Form des § 29 GBO nachgewiesen werden. Dies ist mit dem vor-

**Rn. 23**

gelegten notariellen Vertrag vom 19.09.1997 nicht der Fall. Nach

**Rn. 24**

diesem Vertrag hat die Notarangestellte N nicht unbedingte

**Rn. 25**

Vollmacht, sondern nur Vollmacht für den Fall der Ausübung des Rück-

**Rn. 26**

tritts. Von dem Erfordernis des Nachweises des Eintritts der Be-

**Rn. 27**

dingung in der Form des § 29 GBO sind die Beteiligten auch nicht

**Rn. 28**

durch den späteren Absatz in dem notariellen Vertrag befreit: wenn

**Rn. 29**

es dort beißt "ein Nachweis dieser Auflagen ist dem Grundbuchamt

**Rn. 30**

gegenüber nicht zu erbringen", bezieht sich dies zunächst nur auf

**Rn. 31**

die im vorigen Absatz genannte Rücktrittserklärung des Verkäufers

**Rn. 32**

und die Bestätigung des Notars. Nur bei diesen beiden Punkten ist

**Rn. 33**

eine Auflage anzunehmen. Der Eintritt der Bedindung des Rücktritts

**Rn. 34**

ist nicht als Auflage im Sinne der Vertraglichen Formulierung an-

**Rn. 35**

zusehen. Falls eine weitergehende Befreiung von der Nachweispflicht

**Rn. 36**

gewollt wäre - und dies wirksam sein sollte -, hätte dies ausdrück-

**Rn. 37**

lich erklärt werden müssen. Dann wäre nämlich die Vollmachtertei-

**Rn. 38**

lung ohne Bedingung erfolgt. Eine solche weitgehende Vollmachter-

**Rn. 39**

teilung hätte einer klaren Regelung im Vertrag bedurft, weil sie

**Rn. 40**

weitgehende Rechte für die Bevollmächtigten begründet hätte. Eine

**Rn. 41**

solche weitgehende Begründung von Rechten kann nicht durch die

**Rn. 42**

von den Beteiligten vertretene Auslegung erfolgen, sondern bedarf

**Rn. 43**

einer klaren Regelung im Vertrag.

**Rn. 44**

Die vom Amtsgericht in der Zwischenverfügung vertretene Rechtsauf-

**Rn. 45**

fassung ist daher richtig, daß das Grundbuchamt den Umfang der

**Rn. 46**

Vertretungsmacht zu prüfen hat und daß die Beteiligten den Eintritt

**Rn. 47**

der Bedingung dem Grundbuchamt gegenüber in der Form des § 29 6BO

**Rn. 48**

nachzuweisen haben. Die Beschwerde war nach alledem mit der Wert-

**Rn. 49**

festsetzung nach § 30 KostO zurückzuweisen.

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Zitiervorschlag: Landgericht Dortmund, Beschluss vom 18.06.1998 – 9 T 595/98, ECLI:DE:LGDO:1998:0618.9T595.98.00

Datenquelle: Open Legal Data, abgerufen 09.07.2026

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