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# Landgericht Dortmund, Urteil vom 08.02.1996 – 15 O 71/95

ECLI:DE:LGDO:1996:0208.15O71.95.00

## Tenor

Die Beklagten werden verurteilt, als Gesamt-

schuldner an die Klägerin 6.390,39 DM (i. W.

sechstausenddreihundertneunzig

39/100 Deutsche Mark) nebst 11,75 % Zinsen

seit dem 26.01.1995 abzüglich am 31.05.1995

gezahlter 1.838,34 DM zu zahlen.

Die weitergehende Klage wird abgewiesen.

Die Kosten des Rechtsstreits werden der Klä-

gerin zu 70 % und den Beklagten zu 30 % auf-

erlegt.

Das Urteil ist vorläufig vollstreckbar, für

die Klägerin jedoch nur gegen Sicherheitslei-

stung in Höhe von 6.100,00 DM.

Der Klägerin bleibt nachgelassen, die Zwangs-

vollstreckung der Beklagten gegen Sicher-

heitsleistung in Höhe von 1.950,00 DM abzu-

wenden, wenn nicht die Beklagten vor der

Vollstreckung Sicherheit in gleicher Höhe

leisten.

**Rn. 1**

T a t b e s t a n d

**Rn. 2**

Die Klägerin verlangt Schadensersatz aus einem Ver-

**Rn. 3**

kehrsunfall vom 01.11.1994, der unstreitig vom Beklag-

**Rn. 4**

ten zu 2) schuldhaft verursacht worden ist. Die Partei-

**Rn. 5**

en streiten lediglich über die Schadensabwicklung. Bei

**Rn. 6**

dem Unfall wurde ein Werkstattwagen der Klägerin, ein

**Rn. 7**

Ford Transit mit Anhänger beschädigt.

**Rn. 8**

Nachdem die Beklagten zunächst vorgerichtlich auf den

**Rn. 9**

von der Klägerin geltend gemachten Schaden 22.197,00 DM

**Rn. 10**

gezahlt hatten verlangte die Klägerin mit der Klage

**Rn. 11**

noch Zahlung restlichen Schadensersatzes in Höhe von

**Rn. 12**

20.835,04 DM. Im Verlaufe des Rechtsstreites nahm sie

**Rn. 13**

jedoch die Klage in Höhe von 2.400,00 DM zurück.

**Rn. 14**

Weiter zahlten die Beklagten nach Zustellung der Klage

**Rn. 15**

am 31.05.1995 weitere 1.838,34 DM.

**Rn. 16**

Damit sind nunmehr zwischen den Parteien lediglich noch

**Rn. 17**

die von der Klägerin geltend gemachten Lohnkosten

**Rn. 18**

streitig.

**Rn. 19**

Die Klägerin behauptet:

**Rn. 20**

Zur Unfallzeit hätten sich ihre Mitarbeiter mit einem

**Rn. 21**

Werkstattwagen auf einer Anfahrt zu einer Baustelle be-

**Rn. 22**

funden. Für den durch den Unfall beschädigten Werk-

**Rn. 23**

stattwagen -Ford Transit- habe sie auf dem Leihwagen-

**Rn. 24**

markt kein Ersatzfahrzeug auftreiben können. Aus diesem

**Rn. 25**

Grunde sei von ihrer Hauptniederlassung in T

**Rn. 26**

ein dort eigentlich für andere Zwecke im Einsatz

**Rn. 27**

befindliches vergleichbares Fahrzeug für ihre Nieder-

**Rn. 28**

lassung in D zur Verfügung gestellt und dort als

**Rn. 29**

Werkstattwagen umgerüstet worden. Für die Aufräum- und

**Rn. 30**

Umrüstarbeiten einschließlich des Transportes des Er-

**Rn. 31**

satzfahrzeuges nach D verlangt die Klägerin Be-

**Rn. 32**

zahlung der ihr dadurch entstandenen Lohnkosten. In

**Rn. 33**

diesem Zusammenhang habe sie einen Leihwagen in An-

**Rn. 34**

spruch genommen, mit dem das Personal von der Unfall-

**Rn. 35**

stelle nach D transportiert worden sei und an-

**Rn. 36**

schließend das Ersatzfahrzeug von T nach

**Rn. 37**

D abgeholt worden sei.

**Rn. 38**

Weiter seien bei dem Unfall zwei Mitarbeiter, die ln-

**Rn. 39**

sassen des Unfallfahrzeuges gewesen seien, verletzt

**Rn. 40**

worden, so daß sie für diese Personen Ersatz der

**Rn. 41**

geleisteten Lohnfortzahlung geltend macht.

**Rn. 42**

Im einzelnen verlangt die Klägerin zur Abholung des re-

**Rn. 43**

parierten Hängers in M fünf Stunden Lohnkosten zu

**Rn. 44**

je 76,25 DM (Monteurlohn), das sind 383,75 DM.

**Rn. 45**

Weiter verlangt die Klägerin insgesamt 140 Stunden

**Rn. 46**

Lohnausfallkosten, die dadurch entstanden sind, daß ih-

**Rn. 47**

re Mitarbeiter Aufräum- und Umrüstarbeiten sowie den

**Rn. 48**

Transport des Ersatzfahrzeugs nach D vorgenommen

**Rn. 49**

haben. Für diese 140 Stunden verlangt sie ebenfalls ei-

**Rn. 50**

nen Monteurstundenlohn in Höhe von 76,75 DM, so daß

**Rn. 51**

sich insoweit ein Anspruch in Höhe von 10.745,00 DM er-

**Rn. 52**

rechnet .

**Rn. 53**

Weiter verlangt die Klägerin für die verletzten Mitar-

**Rn. 54**

beiter T2 und P Lohnfortzahlungskosten sowie

**Rn. 55**

63,73 % Lohnzusatzkosten auf diesen Betrag, insgesamt

**Rn. 56**

zunächst 5.466,95 DM. Später hat die Klägerin diesen

**Rn. 57**

Betrag auf 5.370,62 DM ermäßigt und im Hinblick auf ei-

**Rn. 58**

ne erfolgte Erstattung durch die Innungskrankenkasse

**Rn. 59**

I in Höhe von 2.624,15 DM lediglich noch

**Rn. 60**

Zahlung von 2.746,47 DM verlangt. Wegen des darüber

**Rn. 61**

hinausgehenden Betrages von 2.720,48 DM hat sie weiter

**Rn. 62**

die Klage zurückgenommen.

**Rn. 63**

Wegen der Lohnbescheinigungen hinsichtlich ihrer ver-

**Rn. 64**

letzten Mitarbeiter sowie der Stundenzettel wird auf

**Rn. 65**

die Anlagen der Klageschrift und des Schriftsatzes vom

**Rn. 66**

08.09.1995 verwiesen.

**Rn. 67**

Damit ergibt sich folgende restliche Schadensaufstel-

**Rn. 68**

lung:

**Rn. 69**

1. Abholkosten 383,75 DM

**Rn. 70**

2. Lohnkosten10. 10.745,00 DM

**Rn. 71**

3. Lohnfortzahlung 2.746,47 DM

**Rn. 72**

13.875,22 DM

**Rn. 73**

Zahlung nach Zustellung 1.838,34 DM

**Rn. 74**

Insgesamt 15.713,56 DM

**Rn. 75**

Klagerücknahme 2.400,00 DM

**Rn. 76**

Klagerücknahme 2.720,00 DM

**Rn. 77**

Insgesamt 20.834,04 DM

**Rn. 78**

Ursprünglich hatte die Klägerin Klage erhoben mit dem

**Rn. 79**

Antrag, die Beklagten zur Zahlung von 20.835,04 DM zu

**Rn. 80**

verurteilen.

**Rn. 81**

Mit Schreiben vom 11.01.1995 hat die Klägerin die Be-

**Rn. 82**

klagte zu 3) zur Zahlung der geltend gemachten Lohnko-

**Rn. 83**

sten und weiterer noch offenstehender Schadenspositio-

**Rn. 84**

nen aufgefordert. Wegen des Inhalts dieses Schreibens

**Rn. 85**

wird auf die Fotokopie Bl. 10 f. d. A. verwiesen.

**Rn. 86**

Die Klägerin behauptet, Bankkredit in Höhe der Klage-

**Rn. 87**

forderung zu den geltend gemachten Zinsen in Anspruch

**Rn. 88**

zu nehmen. Wegen der Bankbescheinigung der Stadtspar-

**Rn. 89**

kasse I vom 07.04.1995 wird auf die Fotoko-

**Rn. 90**

pie Bl. 17 d. A. verwiesen.

**Rn. 91**

Die Klägerin beantragt nunmehr,

**Rn. 92**

die Beklagten als Gesamtschuldner zu verur-

**Rn. 93**

teilen, an sie 15.713,56 DM nebst 11,75 %

**Rn. 94**

Zinsen seit dem 26.01.1995 abzüglich am

**Rn. 95**

31.05.1995 gezahlter 1.838,34 DM zu zahlen.

**Rn. 96**

Die Beklagten schließen sich hinsichtlich der Zahlung

**Rn. 97**

von 1.838,34 DM der Erledigung an und beantragen im üb-

**Rn. 98**

rigen,

**Rn. 99**

die Klage abzuweisen.

**Rn. 100**

Hinsichtlich der geltend gemachten Lohnkosten ist die

**Rn. 101**

Beklagte der Ansicht, daß die Klägerin insoweit nur den

**Rn. 102**

konkret entgangenen Gewinn verlangen könne. Im übrigen

**Rn. 103**

bestreitet sie den von der Klägerin insoweit geltend

**Rn. 104**

gemachten Monteurlohn in Höhe von 76,25 DM. Weiter be-

**Rn. 105**

streitet die Beklagte mit Nichtwissen, daß tatsächlich

**Rn. 106**

durch eigene Mitarbeiter der Klägerin eine Abholung des

**Rn. 107**

Hängers erfolgt sei und daß insoweit tatsächlich eine

**Rn. 108**

eigene, speziell zur Überführung des Hängers durchge-

**Rn. 109**

führte Fahrt durchgeführt worden sei. Auch die hin-

**Rn. 110**

sichtlich der Aufräum- und Umrüstarbeiten geltend ge-

**Rn. 111**

machten Lohnkosten bestreitet die Beklagte mit Nicht-

**Rn. 112**

wissen. Sie meint, auch insoweit könne die Klägerin le-

**Rn. 113**

diglich Zahlung entgangenen Gewinns geltend machen und

**Rn. 114**

im übrigen seien die insoweit vorgelegten Stundenzettel

**Rn. 115**

nicht geeignet, den geltend gemachten Anspruch zu be-

**Rn. 116**

gründen. Schließlich meint sie, daß durch die Bezahlung

**Rn. 117**

der Rechnung der Firma N und der Schreine-

**Rn. 118**

rei B bereits Umbauarbeiten bezahlt seien, so daß

**Rn. 119**

insoweit weitere Einbaukosten durch Mitarbeiter nicht

**Rn. 120**

angefallen sein könnten. Hinsichtlich der geltend ge-

**Rn. 121**

machten Lohnfortzahlungskosten bestreiten die Beklagten

**Rn. 122**

mit Nichtwissen, daß die Mitarbeiter T2 und P

**Rn. 123**

unfallbedingt arbeitsunfähig gewesen seien. Weiter

**Rn. 124**

bestreiten sie insoweit die Aktivlegitimation der Klä-

**Rn. 125**

gerin und die geltend gemachten Lohnzusatzkosten.

**Rn. 126**

Schließlich bestreiten die Beklagten den geltend ge-

**Rn. 127**

machten Zinsschaden.

**Rn. 128**

Wegen des weiteren Vorbringens der Parteien wird auf

**Rn. 129**

die wechselseitigen Schriftsätze nebst Anlagen verwie-

**Rn. 130**

sen.

**Rn. 131**

E n t s c h e i d u n g s g r ü n d e

**Rn. 132**

Die Klage ist nur teilweise begründet.

**Rn. 133**

Die Klägerin kann von den Beklagten gemäß §§ 7, 17 StVG

**Rn. 134**

i. V. m. §3 PflVersG über die bereits geleisteten Zah-

**Rn. 135**

lungen hinaus Zahlung weiterer 4.552,05 DM verlangen.

**Rn. 136**

Dieser Betrag setzt sich wie folgt zusammen:

**Rn. 137**

Soweit die Klägerin für die Abholung des reparierten

**Rn. 138**

Hängers, die Abholung des Ersatzfahrzeuges und die Aus-

**Rn. 139**

rüstung des Ersatzfahrzeuges Ersatz von Lohnkosten ver-

**Rn. 140**

langt, steht ihr insoweit ein Anspruch aus eigenem

**Rn. 141**

Recht zu. Zwar kann der Geschädigte für seine Mühewal-

**Rn. 142**

tung bei der Feststellung und Abwicklung des Schadens-

**Rn. 143**

falles grundsätzlich keinen Ersatz vom Schädiger ver-

**Rn. 144**

langen, weil diese Tätigkeit zu seinem, eigenen Pflich-

**Rn. 145**

tenkreis gehört. Dies gilt nicht nur für den Privatmann

**Rn. 146**

oder den kleinen Unternehmer, der alles selbst erle-

**Rn. 147**

digt, sondern auch für größere Unternehmen oder Behör-

**Rn. 148**

den, die sich hierzu ihres Personals bedienen. Sie kön-

**Rn. 149**

nen daher nicht schon deshalb, weil ihr Personal bei

**Rn. 150**

der Feststellung oder Abwicklung eines Schadens tätig

**Rn. 151**

gewesen ist, von dem Schädiger Ersatz der hierauf ent-

**Rn. 152**

fallenden Kosten fordern. Vielmehr kommt ein solcher

**Rn. 153**

Anspruch erst dann und nur insoweit in Betracht, als

**Rn. 154**

die Arbeit des Personals den Rahmen allgemeiner Verwal-

**Rn. 155**

tungstätigkeit überschritten hat. Das ist anzunehmen,

**Rn. 156**

wenn es zur Feststellung oder Abwicklung eines Schadens

**Rn. 157**

notwendig ist, einen oder mehrere Mitarbeiter für einen

**Rn. 158**

gewichtigen Zeitraum von den üblichen Tätigkeiten frei-

**Rn. 159**

zustellen, damit die Instandsetzungsarbeiten während

**Rn. 160**

ihrer ganzen Dauer durchgeführt werden können (vgl.

**Rn. 161**

hierzu BGH NJW 1977, S. 35).

**Rn. 162**

Die Klägerin hat schließlich dargelegt, daß sie im Rah-

**Rn. 163**

men der Schadensabwicklung notwendige Tätigkeiten durch

**Rn. 164**

ihre Mitarbeiter hat ausführen lassen. Die im einzelnen

**Rn. 165**

geschilderten Arbeiten waren im Rahmen der Schadensab-

**Rn. 166**

wicklung erforderlich und hätten, soweit sie nicht

**Rn. 167**

durch Mitarbeiter der Klägerin ausgeführt worden wären,

**Rn. 168**

von Dritten durchgeführt werden müssen. Da die Arbeiten

**Rn. 169**

auch den Rahmen allgemeiner Verwaltungstätigkeit über-

**Rn. 170**

schritten haben, kann die Klägerin grundsätzlich für

**Rn. 171**

diese Arbeiten Ersatz verlangen.

**Rn. 172**

Hinsichtlich des Umfangs der von der Klägerin in Ansatz

**Rn. 173**

gebrachten Arbeitsstunden waren jedoch Abstriche zu ma-

**Rn. 174**

chen. Insoweit kann die Klägerin lediglich Ersatz der

**Rn. 175**

erforderlichen und zur Schadensabwicklung notwendigen

**Rn. 176**

Kosten verlangen. Zwar hat sie die von ihr geltend ge-

**Rn. 177**

machten Stunden durch Stundenzettel der betroffenen

**Rn. 178**

Mitarbeiter belegt. Eine Durchsicht der Zettel hat je-

**Rn. 179**

doch ergeben, daß teilweise mehrere Mitarbeiter tätig

**Rn. 180**

waren, ohne daß von der Klägerin insoweit schlüssig

**Rn. 181**

dargelegt worden ist, daß insoweit die Mitarbeit aller

**Rn. 182**

Mitarbeiter nötig war.

**Rn. 183**

Im einzelnen ist die Kammer von folgenden Arbeitsstun-

**Rn. 184**

den ausgegangen:

**Rn. 185**

Hinsichtlich der Abholung des reparierten Hängers hat

**Rn. 186**

die Klägerin fünf Stunden eines Mitarbeiters in Ansatz

**Rn. 187**

gebracht. Dies ist nicht zu beanstanden.

**Rn. 188**

Im Zusammenhang mit den Arbeiten am Unfallfahrzeug und

**Rn. 189**

dem Ersatzfahrzeug verlangt die Klägerin zunächst für

**Rn. 190**

den Unfalltag, den 01.11.1994 für drei Mitarbeiter Er-

**Rn. 191**

satz für je 13 Stunden. Die im einzelnen insoweit auf-

**Rn. 192**

geführten Arbeiten sind jedoch nicht sämtlich als not-

**Rn. 193**

wendige Arbeiten zur Abwicklung des Schadens anzusehen.

**Rn. 194**

Insoweit sind als erforderliche Arbeiten lediglich an-

**Rn. 195**

zusehen das Abholen eines Mietwagens, das Abschleppen

**Rn. 196**

des Unfallfahrzeuges sowie die teilweise Sicherstellung

**Rn. 197**

von Werkzeug aus dem Unfallfahrzeug und die Rückfahrt

**Rn. 198**

nach D. Dazu hätte die Mitarbeit von zwei Arbei-

**Rn. 199**

tern ausgereicht. Die Kammer schätzt die insoweit er-

**Rn. 200**

forderliche Arbeitszeit auf jeweils 10 Stunden. Dies

**Rn. 201**

ergibt 20 Stunden für den 01.11.1994. Soweit die übrige Zeit

**Rn. 202**

unfallbedingt nutzlos von den Mitarbeitern der Klägerin

**Rn. 203**

vertan wurde, könnte die Klägerin dies allenfalls im Wege eines

**Rn. 204**

Gewinnausfalls geltend machen.

**Rn. 205**

Vergleichbares gilt für die für den 02.11.1994 geltend

**Rn. 206**

gemachten Stunden. Soweit ein Ersatzfahrzeug, ein Er-

**Rn. 207**

satzhänger und Ersatzwerkzeug aus T zu ho-

**Rn. 208**

len waren, hätte auch insoweit der Einsatz von zwei

**Rn. 209**

Mitarbeitern genügt. Die Kammer hat daher insoweit zwei

**Rn. 210**

Arbeiter zu je 13 Stunden, dies ergibt 26 Stunden, zu-

**Rn. 211**

grundegelegt .

**Rn. 212**

Gleiches gilt für den 03.11.1994. Auch insoweit hätte

**Rn. 213**

nach Ansicht der Kammer die Arbeit von zwei Mitarbei-

**Rn. 214**

tern erledigt werden können. Auch insoweit sind ledig-

**Rn. 215**

lich zweimal 10 Stunden, das sind 20 Stunden zugrunde-

**Rn. 216**

zulegen.

**Rn. 217**

Bei den Arbeiten vom 04.11.1994 schätzt die Kammer den

**Rn. 218**

Arbeitsanfall ebenfalls auf zwei Mitarbeiter zu je

**Rn. 219**

5 Stunden. Insoweit ist zu berücksichtigen, daß sich

**Rn. 220**

aus den Rechnungen der Firma N und der

**Rn. 221**

Schreinerei B ergibt, daß Fremdfirmen bereits Re-

**Rn. 222**

gale und eine Telefonanlage in das Ersatzfahrzeug ein-

**Rn. 223**

gebaut hatten.

**Rn. 224**

Insgesamt kann die Klägerin daher Ersatz für 81 Stunden

**Rn. 225**

verlangen.

**Rn. 226**

Soweit die Beklagten die Durchführung dieser Arbeiten

**Rn. 227**

mit Nichtwissen bestritten haben, ist dieses Bestreiten

**Rn. 228**

unerheblich. Da unstreitig ein Werkstattwagen der Klä-

**Rn. 229**

gerin unfallbedingt beschädigt wurde und damit zum Ein-

**Rn. 230**

satz als Werkstattwagen ausfiel, ist es nachvollzieh-

**Rn. 231**

bar, daß die Klägerin zur Vermeidung eines größeren

**Rn. 232**

Schadens einen Ersatzwagen ausgerüstet hat. Wie die

**Rn. 233**

vorgelegten Stundenzettel belegen, sind auch tatsäch-

**Rn. 234**

lich Mitarbeiter der Klägerin in diesem Zusammenhang

**Rn. 235**

tätig gewesen. Aus den oben genannten Gründen kann die

**Rn. 236**

Klägerin daher Ersatz für diese angefallenen Stunden

**Rn. 237**

verlangen.

**Rn. 238**

Die Klägerin kann aber nicht pro Stunde den Ersatz von

**Rn. 239**

Monteurkosten in Höhe von 76,75 DM verlangen. Denn der

**Rn. 240**

Schaden der Klägerin besteht lediglich in den anteili-

**Rn. 241**

gen (Brutto-) Personalkosten der betreffenden Mitarbei-

**Rn. 242**

ter (vgl. X, Der Einsatz der eigenen Arbeitskraft

**Rn. 243**

im Schadensersatzrecht NJW 1989, S. 3249 unter Hinweis

**Rn. 244**

auf die Rechtsprechung des BGH). Die Bruttopersonalko-

**Rn. 245**

sten sind aber nicht mit dem von der Klägerin geltend

**Rn. 246**

gemachten Monteurlohn identisch. Ausgehend von den von

**Rn. 247**

der Klägerin vorgelegten Lohnbescheinigungen der Mitar-

**Rn. 248**

beiter T2 und P schätzt die Kammer die Brut-

**Rn. 249**

topersonalkosten auf 40,00 DM.

**Rn. 250**

Insoweit kann die Klägerin daher Zahlung von 81 Stunden

**Rn. 251**

zu je 40,00 DM, das sind 3.240,00 DM verlangen.

**Rn. 252**

Hinsichtlich der geltend gemachten Lohnausfallkosten

**Rn. 253**

für die verletzten Mitarbeiter T2 und P kann

**Rn. 254**

die Klägerin grundsätzlich aus übergegangenem Recht

**Rn. 255**

aufgrund der von ihr geleisteten Zahlung Ersatz verlan-

**Rn. 256**

gen. Denn insoweit ist der an sich den Verletzten zuste-

**Rn. 257**

hende Anspruch auf Verdienstausfall übergegangen. Wie

**Rn. 258**

den von der Klägerin vorgelegten Bescheinigungen zu

**Rn. 259**

entnehmen ist, waren die Mitarbeiter T2 und P

**Rn. 260**

arbeitsunfähig erkrankt. Die Kammer geht davon aus,

**Rn. 261**

daß diese Erkrankung mit dem Unfall in Zusammenhang

**Rn. 262**

steht. Wie von der Klägerin belegt, hat sie an diese

**Rn. 263**

Mitarbeiter Lohnfortzahlung in Höhe von insgesamt

**Rn. 264**

3.280,17 DM geleistet. Unter Berücksichtigung der er-

**Rn. 265**

folgten Erstattung durch die Innungskrankenkasse I

**Rn. 266**

in Höhe von 2.624,15 DM verbleibt insoweit

**Rn. 267**

ein noch offener Betrag in Höhe von 656,02 DM. Diesen

**Rn. 268**

kann die Klägerin ersetzt verlangen. Soweit die Kläge-

**Rn. 269**

rin darüber hinaus Zahlung von 63,73 % Lohnzusatzkosten

**Rn. 270**

verlangt, ist dieser Anspruch nicht im vollem Umfang schlüssig

**Rn. 271**

dargetan. Zwar ist der Kammer bekannt, daß auf die an die Arbeit-

**Rn. 272**

nehmer zu zahlenden Löhne für den Arbeitgeber Lohnzu-

**Rn. 273**

Satzkosten anfallen. Die Klägerin Kann jedoch aus übergegangenem

**Rn. 274**

Recht lediglich Ersatz der anteiligen Arbeitgeberanteile hinsichtlich der Kranken- Renten- und Arbeitslosenversicherung verlangen.

**Rn. 275**

Wie den vorgelegten Lohnbescheinigungen zu entnehmen ist, machen dies Kosten etwa 20% des Bruttolohnes aus. Diese kann die Klägerin zusätzlich verlangen, so dass sich ein weiterer Betrag von 656,03 Dm ergibt.

**Rn. 276**

Die Klägerin kann daher insgesamt noch Zahlung von

**Rn. 277**

4.552,05 DM verlangen.

**Rn. 278**

Die Zinsforderung folgt aus §§ 284, 286 BGB

**Rn. 279**

Die weitergehende Klage war abzuweisen.

**Rn. 280**

Die Nebenentscheidungen folgen aus §§ 92, 708 Nr. 11

**Rn. 281**

709. 711 ZPO

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Zitiervorschlag: Landgericht Dortmund, Urteil vom 08.02.1996 – 15 O 71/95, ECLI:DE:LGDO:1996:0208.15O71.95.00

Datenquelle: Open Legal Data, abgerufen 09.07.2026

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