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# Landgericht Dortmund, Urteil vom 13.02.1995 – 21 O 270/93

ECLI:DE:LGDO:1995:0213.21O270.93.00

## Tenor

Die Beklagten werden verurteilt, als Gesamtschuldner

an den Kläger

8.380,42 DM (Achttausenddreihundertundachtzig 42/100 Deutsche Mark)

nebst 4 % Zinsen seit dem 21. Mai 1993 zu zahlen.

Im übrigen wird die Klage abgewiesen.

Von den Kosten des Rechtsstreits tragen der

Kläger 32 % und die Beklagten 68 %.

Das Urteil ist gegen Sicherheitsleistung in

Höhe von 13.000,-- DM vorläufig vollstreckbar.

## Tatbestand

**Rn. 2**

Der Kläger verlangt von dem Beklagten zu 1) als Fahrer,

**Rn. 3**

der Beklagten zu 2) als Halter und der Beklagten zu 3)

**Rn. 4**

als Haftpflichtversicherer eines Pkw Hyundai Schadensersatz

**Rn. 5**

aufgrund eines Verkehrsunfalles, welcher sich am

**Rn. 6**

11.04.1993 gegen 22.00 Uhr in I auf der

**Rn. 7**

Bundesstraße # ereignet hat.

**Rn. 8**

Der Sohn des Klägers fuhr mit dessen Pkw Mercedes 230 E

**Rn. 9**

auf der Überholspur der B #, der Beklagte zu 1) fuhr

**Rn. 10**

auf der rechten Fahrspur. Nachdem der Beklagte zu 1)

**Rn. 11**

von der rechten auf die linke Spur gewechselt hatte,

**Rn. 12**

kam es zum Zusammenstoß der Fahrzeuge.

**Rn. 13**

Die dem Beklagten zu 1) um 23.45 Uhr entnommene

**Rn. 14**

Blutprobe ergab einen Blutalkoholgehalt von 0,64 0/00.

**Rn. 15**

Der Kläger macht mit der Klage folgenden Schaden geltend:

**Rn. 16**

Fahrzeugschaden : 10.000,00 DM

**Rn. 17**

Sachverständigenkosten 1.133,90 DM Nutzungsausfallschaden für 11 Tage 1.089,00 DM

**Rn. 18**

Pauschale 40,00 DM

**Rn. 19**

12.262,90 DM

**Rn. 20**

Der Kläger behauptet, als er sich dem Beklagtenfahrzeug

**Rn. 21**

bis auf kurze Entfernung genähert hatte, sei der Beklagte

**Rn. 22**

zu 1) ohne ersichtlichen Grund und ohne zu

**Rn. 23**

blinken, plötzlich nach links auf die Überholspur gefahren.

**Rn. 24**

Eine Kollision sei deshalb unvermeidlich gewesen.

**Rn. 25**

Anschließend habe der Beklagte zu 1) zuerst Gas

**Rn. 26**

gegeben. Erst als er gemerkt habe, daß der Sohn des

**Rn. 27**

Klägers ihn verfolgte, habe der Beklagte zu 1)

**Rn. 28**

400-500 m weiter auf dem Standstreifen angehalten.

**Rn. 29**

Sein Fahrzeug sei in der Werkstatt des Herrn B in V

**Rn. 30**

in der Zeit vom 10.07. bis 20.07.1993

**Rn. 31**

repariert worden. Es sei aber auch ein Ersatzfahrzeug

**Rn. 32**

angeschafft worden.

**Rn. 33**

Der Kläger beantragt,

**Rn. 34**

die Beklagten zu verurteilen, als Gesamtschuldner

**Rn. 35**

an ihn 12.262,90 DM nebst 4 % Zinsen

**Rn. 36**

aus 11.173,90 DM seit dem 21.05.1993 und

**Rn. 37**

4 % Zinsen aus 1.089,00 DM seit Rechtshängigkeit

**Rn. 38**

zu zahlen.

**Rn. 39**

Die Beklagten beantragen,

**Rn. 40**

die Klage abzuweisen.

**Rn. 41**

Sie behaupten, vor dem Beklagten zu 1) sei ein weiterer

**Rn. 42**

Pkw mit einer Geschwindigkeit von 100-120 km/h gefahren.

**Rn. 43**

Der Beklagte zu 1) sei mit dem Pkw Hyundai etwas

**Rn. 44**

schneller gewesen. Deshalb habe er über die Schulter

**Rn. 45**

geschaut und sich im Innen- und Außenspiegel

**Rn. 46**

vergewissert, daß er nach links ausscheren konnte. Erst

**Rn. 47**

als er den Überholvorgang schon abgeschlossen hatte und

**Rn. 48**

er wieder auf die rechte Fahrspur fahren wollte, sei

**Rn. 49**

der Pkw des Klägers aufgefahren. Der Beklagte zu 1)

**Rn. 50**

habe den Wagen noch ausräumen lassen und sei dann

**Rn. 51**

400-500 m hinter der Unfallsteile zum Stehen gekommen.

**Rn. 52**

Der Alkoholgenuß sei für den Unfall nicht ursächlich

**Rn. 53**

gewesen.

**Rn. 54**

Das Gericht hat durch Vernehmung der Zeugen Z, Z2, Z3, X und G

**Rn. 55**

sowie durch Einholung eines schriftlichen Sachverständigengutachtens

**Rn. 56**

Beweis erhoben.

**Rn. 57**

Wegen des Ergebnisses der Beweisaufnahme wird auf das

**Rn. 58**

Protokoll zur Sitzung vom 14.03.1994, BI. 46 f. d. A.,

**Rn. 59**

sowie des Gutachtens des Sachverständigen Dipl.-Ing.

**Rn. 60**

D der DEKRA Dortmund vom 26.10.1994, BI. 79 ff.

**Rn. 61**

d. A., Bezug genommen.

## Entscheidungsgründe

**Rn. 63**

Die Klage ist überwiegend begründet.

**Rn. 64**

Nach dem Ergebnis der Beweisaufnahme steht fest, daß

**Rn. 65**

der Unfall auf einem fehlerhaften Ausschermanöver des

**Rn. 66**

Beklagten zu 1) beruht.

**Rn. 67**

Zwar konnte der Unfallhergang durch die Vernehmung der

**Rn. 68**

Zeugen nicht eindeutig geklärt werden, weil diese

**Rn. 69**

unterschiedliche Schilderungen abgegeben haben.

**Rn. 70**

Nach dem Gutachten des Sachverständigen D steht

**Rn. 71**

jedoch fest, daß nicht die Unfallschilderung des Beklagten,

**Rn. 72**

sondern die des Klägers zutreffend ist. Der

**Rn. 73**

Gutachter hat nachvollziehbar und überzeugend dargelegt,

**Rn. 74**

daß es während der Ausscherbewegung des Beklagtenfahrzeugs

**Rn. 75**

nach links zu dem Zusammenstoß der Fahrzeuge

**Rn. 76**

gekommen ist. Die Kollisionskonstellation der

**Rn. 77**

Fahrzeuge ergibt sich aus der Anlage IV zum Gutachten,

**Rn. 78**

BI. 116 d. A..

**Rn. 79**

Der Unfall ist somit überwiegend von dem Beklagten

**Rn. 80**

zu 1) verursacht und verschuldet worden.

**Rn. 81**

Der Kläger muß sich jedoch die Betriebsgefahr seines

**Rn. 82**

Fahrzeuges mit 25 % anrechnen lassen, weil er die Unabwendbarkeit

**Rn. 83**

des Unfalles nicht beweisen konnte. Durch

**Rn. 84**

die Beweisaufnahme konnte weder die Geschwindigkeit der

**Rn. 85**

Fahrzeuge noch der Abstand des Klägers bei Beginn des

**Rn. 86**

Ausschermanövers des Beklagten zu 1) geklärt werden.

**Rn. 87**

Unter diesen Umständen kann es nicht als bewiesen angesehen

**Rn. 88**

werden, daß der Unfall für den Kläger unabwendbar war.

**Rn. 89**

Bei der Schadensberechnung waren folgende Positionen zu

**Rn. 90**

berücksichtigen:

**Rn. 91**

Fahrzeugschaden 10.000,00 DM

**Rn. 92**

Sachverständigenkosten 1.133,90 DM

**Rn. 93**

Pauschale 40,00 DM

**Rn. 94**

11.173,90 DM

**Rn. 95**

Hiervon waren dem Kläger 75 %, somit

**Rn. 96**

8.380,42 DM zuzusprechen.

**Rn. 97**

Der Anspruch auf die zugesprochenen Zinsen ergibt sich

**Rn. 98**

aus den §§ 284, 286, 288 BGB.

**Rn. 99**

Nutzungsausfall konnte dem Kläger nicht zugesprochen

**Rn. 100**

werden. Obwohl die Beklagten die Reparatur des Fahrzeugs

**Rn. 101**

in der Werkstatt B in der Zeit vom 10. - 20.07.1993

**Rn. 102**

bestritten haben, hat der Kläger weder die

**Rn. 103**

Reparaturrechnung vorgelegt noch Beweis für die Reparatur

**Rn. 104**

und deren Dauer angetreten. Die Anschaffung eines

**Rn. 105**

Ersatzfahrzeuges hat er nicht substantiiert vorgetragen.

**Rn. 106**

Die Nebenentscheidungen beruhen auf den §§ 92, 709 ZPO.

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Zitiervorschlag: Landgericht Dortmund, Urteil vom 13.02.1995 – 21 O 270/93, ECLI:DE:LGDO:1995:0213.21O270.93.00

Datenquelle: Open Legal Data, abgerufen 09.07.2026

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