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# Landgericht Dortmund, Beschluss vom 23.06.1992 – 9 T 427/92

ECLI:DE:LGDO:1992:0623.9T427.92.00

## Tenor

Die Beschwerde wird zurückgewiesen.

Der Wert der Beschwerde beträgt 5.000,00 DM.

**Rn. 1**

G r ü n d e

**Rn. 2**

Durch notariellen Vertrag vom 17.12.1991 (UR-Nr. ###/91

**Rn. 3**

des Notars L in C ) hat die Beteiligte

**Rn. 4**

von der Landesentwicklungsgesellschaft Nordrhein-Westfalen

**Rn. 5**

die eingangs bezeichneten Grundstücke erworben. In § 13

**Rn. 6**

des notariellen Vertrages bewilligte die Beteiligte unter

**Rn. 7**

Nr. 3 eine beschränkte persönliche Dienstbarkeit folgenden

**Rn. 8**

Inhalts:

**Rn. 9**

Beschränkte persönliche Dienstbarkeit zu Gunsten des

**Rn. 10**

Landes Nordrhein-Westfalen des Inhalts, daß die Grundstücke

**Rn. 11**

nur in Übereinstimmung mit den Interessen des

**Rn. 12**

Natur- und -Landschaftsschutzes genutzt werden dürfen.

**Rn. 13**

Änderungen in der Nutzung der Grundstücke dürfen nur

**Rn. 14**

mit Zustimmung des Regierungspräsidenten Arnsberg

**Rn. 15**

- höhere Landschaftsbehörde - vorgenommen werden.

**Rn. 16**

Mit Zwischenverfügung vom 28.02.1992 hat das Amtsgericht

**Rn. 17**

darauf hingewiesen, daß der beabsichtigten Eintragung

**Rn. 18**

der Dienstbarkeit entgegenstehe, daß die Verpflichtungen

**Rn. 19**

des Grundstückseigentümers nicht ausreichend bestimmt

**Rn. 20**

seien. Zur Behebung des Hindernisses hat das Amtsgericht

**Rn. 21**

unter Hinweis auf § 18 GBO eine Frist von vier Wochen gesetzt.

**Rn. 22**

Gegen diese Zwischenverfügung richtet sich die Erinnerung

**Rn. 23**

der Beteiligten vom 15.05.1992, der das Amtsgericht nicht

**Rn. 24**

abgeholfen hat.

**Rn. 25**

II.

**Rn. 26**

Die nach Vorlage an die Kammer als Beschwerde geltende

**Rn. 27**

Erinnerung § 11 Abs. 2 Rechtspflegersetz ist nach § 71

**Rn. 28**

GBO statthaft, sachlich jedoch unbegründet.

**Rn. 29**

Inhalt einer beschränkten persönlichen Dienstbarkeit kann

**Rn. 30**

nach § 1090 Abs. 1 BGB sein, was gemäß § 1018 BGB Inhalt

**Rn. 31**

einer Grunddienstbarkeit sein kann. Von den in § 1018 BGB

**Rn. 32**

aufgezählten Möglichkeiten kommt nur die zweite vorliegend

**Rn. 33**

in Betracht, nämlich die Nichtvornahme gewisser Handlungen

**Rn. 34**

auf dem belasteten Grundstück. Vorliegend ist bereits

**Rn. 35**

zweifelhaft. ob der Inhalt der Dienstbarkeit bereits

**Rn. 36**

deshalb unzulässig ist. weil nur positiv beschrieben

**Rn. 37**

wird. was der Eigentümer noch tun darf (Nutzung der

**Rn. 38**

Grundstücke in Übereinstimmung mit den Interessen des

**Rn. 39**

Natur- und Landschaftsschutzes). während das Gesetz

**Rn. 40**

davon ausgeht. daß negativ zu formulieren ist, was der

**Rn. 41**

Eigentümer nicht tun darf. Diese Frage bedarf hier jedoch

**Rn. 42**

nicht einer abschließenden Entscheidung, da dar Inhalt der

**Rn. 43**

Dienstbarkeit schon dem das Sachenrecht und dem das

**Rn. 44**

gesamte Grundbuchsystem beherrschenden Bestimmtheitsgrundsatz

**Rn. 45**

nicht gerecht wird. Aufgabe des Grundbuches ist

**Rn. 46**

es, die Leichtigkeit und Sicherheit des Rechts- und- Geschäftsverkehrs

**Rn. 47**

im Bereich der Liegenschaften zu gewährleisten.

**Rn. 48**

Dieser Zweck verlangt so klare und eindeutige

**Rn. 49**

Eintragungen. daß sich jedermann rasch und zuverlässig

**Rn. 50**

über den Inhaber, Art, Umfang und Wirkungen eines eingetragenen

**Rn. 51**

Rechts unterrichten kann (BayObLG NJW 1982 , 1054, 1055; OLG Hamm NJW 1985, 3213. 3214).

**Rn. 52**

Die hier gewählte Formulierung "Nutzung in Übereinstimmung mit

**Rn. 53**

den Interessen des Natur- und Landschaftsschutzes" ist

**Rn. 54**

zu abstrakt und läßt verschiedene Auslegungen zu. Weder

**Rn. 55**

die Nutzungsmöglichkeiten noch die Interessen des Natur- und

**Rn. 56**

Landschaftsschutzes werden näher nach Inhalt und

**Rn. 57**

Reichweite bezeichnet. Derjenige, der das Grundbuch

**Rn. 58**

einsieht, kann daher keine konkrete Vorstellung und

**Rn. 59**

Inhalt, Grenzen der Dienstbarkeit und damit von ihrer

**Rn. 60**

Tragweite für das belastete Eigentum gewinnen.

**Rn. 61**

Die Beschwerde war nach alledem zurückzuweisen.

**Rn. 62**

Die Wertfestsetzung beruht auf den §§ 131 Abs. 2 KostO

**Rn. 63**

in Verbindung mit § 30 Abs.2 KostO .

---

Zitiervorschlag: Landgericht Dortmund, Beschluss vom 23.06.1992 – 9 T 427/92, ECLI:DE:LGDO:1992:0623.9T427.92.00

Datenquelle: Open Legal Data, abgerufen 09.07.2026

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