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# Landgericht Dortmund, Urteil vom 18.07.1991 – 17 S 116/91

ECLI:DE:LGDO:1991:0718.17S116.91.00

## Tenor

Auf die Berufung der Klägerin wird das Urteil des Amtsgerichts

Dortmund vom 6. Februar 1991 abgeändert.

Der Beklagte wird in Abänderung der vollstreckbaren Urkunde

des Jugendamtes T vom 26. September 1989 verurteilt,

an die Klägerin ab 1.Juli 1990 einen monatlichen Unterhalt

in Höhe von 449 DM zu zahlen, und zwar jeweils monatlich

im voraus fällig.

Die Kosten des Rechtsstreites beider Instanzen trägt der

Beklagte.

## Gründe

**Rn. 2**

Die Berufung der Klägerin hat in vollem Umfang Erfolg.

**Rn. 3**

Auf die Darstellung des Tatbestandes wird gem. § 543 Abs. 1

**Rn. 4**

ZPO verzichtet.

**Rn. 5**

Der Beklagte ist verpflichtet, der Klägerin beginnend mit dem

**Rn. 6**

Monat Juli 1990 einen monatlichen Unterhalt in Höhe von

**Rn. 7**

459,00 DM zu entrichten.

**Rn. 8**

Das angefochtene Urteil beruht schon im Ansatz auf einer

**Rn. 9**

fehlerhaften Interpretation des § 323 ZPO.

**Rn. 10**

Diese Vorschrift ist auf Anerkenntniserklärungen vor dem

**Rn. 11**

Jugendamt gemäß § 323 Abs. 4 ZPO zwar grundsätzlich anwendbar,

**Rn. 12**

allerdings mit der Einschränkung, daß die zeitliche Schranke

**Rn. 13**

des § 323 Abs. 3 ZPO und die Beschränkung auf eingetretene

**Rn. 14**

Veränderungen nach Beschlußfassung gern. §323 Abs. 2 ZPO

**Rn. 15**

nicht gelten. Zwar sind vor einem Jugendamt errichtete vollstreckbare

**Rn. 16**

Urkunden in § 323 Abs. 4 ZPO nicht ausdrücklich

**Rn. 17**

genannt; aus dem Inhalt des § 323 Abs. 4, Abs. 5 ZPO folgt

**Rn. 18**

jedoch, daß die Vorschriften des § 323 ZPO auch auf diese

**Rn. 19**

Schuldtitel Anwendung finden. (OLG Stuttgart, DAVorm. 1980,

**Rn. 20**

957 m. w. N.; OLG Düsseldorf FamRZ 1981, 587; BGH FamRZ 1982,

**Rn. 21**

915; OLG Karlsruhe, FamRZ 1983, 754; BGH DAVorm. 1984, 888).

**Rn. 22**

Der Grund hierfür liegt darin, daß es sich bei derartigen

**Rn. 23**

Verpflichtungserklärungen gemäß §§ 49, 50 JWG lediglich um

**Rn. 24**

ein einseitiges schuldbestätigendes Anerkenntnis ohne ver-

**Rn. 25**

tragliche Verbindung und nicht um eine vertragliche Vereinbarung

**Rn. 26**

nach § 1615 e BGB handelt (LG Berlin DAVorm. 1971,

**Rn. 27**

118; LG Bonn DAVorm. 1971, 236; OLG Celle DAVorm. 1971, 115;

**Rn. 28**

LG Karlsruhe, DAVorm. 1971, 189; KG DAVorm. 1970, 428; LG

**Rn. 29**

Kiel DAVorm. 1971, 188; LG Koblenz DAVorm. 1971, 235; LG

**Rn. 30**

Wuppertal DAVorm. 1971,233).

**Rn. 31**

Einer Erhöhung der in der vollstreckbaren Urkunde des Jugendamts

**Rn. 32**

T vom 26.09.1988 festgesetzten Unterhaltspflicht

**Rn. 33**

von 290,00 DM monatlich auf 449,00 DM monatlich steht entgegen

**Rn. 34**

der Auffassung im angefochtenen Urteil insbesondere

**Rn. 35**

nicht die Regelung des § 323 Abs. 3 ZPO entgegen. Hiernach

**Rn. 36**

dürfen entsprechende Titel zwar grundsätzlich nur für die

**Rn. 37**

Zeit nach Erhebung der Klage abgeändert werden. Die Regelung

**Rn. 38**

des § 323 Abs. 3 ZPO ist im vorliegenden Fall jedoch nicht

**Rn. 39**

anwendbar. Die vom Jugendamt nach §§ 49, 50 Jugendwohlfahrtsgesetz

**Rn. 40**

errichtete vollstreckbare Urkunde hinsichtlich der Zahlung des

**Rn. 41**

Regelunterhalts zuzüglich etwaiger Zuschläge unterliegt zwar

**Rn. 42**

grundsätzlich (s.o.) der Abänderbarkeit gemäß § 323 ZPO

**Rn. 43**

jedoch unterliegt eine derartige Klage nicht den Beschränkungen

**Rn. 44**

des § 323 Abs. 3 ZPO. Bei einer vollstreckbaren Urkunde,

**Rn. 45**

wie sie im vorliegenden Fall vor dem Jugendamt

**Rn. 46**

T im September 1989 errichtet wurde, kann eine Abänderungsklage

**Rn. 47**

sogar auf Umstände aus der Zeit vor der Errichtung

**Rn. 48**

der Urkunde und mithin sogar darauf gestützt werden,

**Rn. 49**

daß die zugrundegelegten Verhältnisse schon damals nicht den

**Rn. 50**

Tatsachen entsprochen hätten (vgl. hierzu BGH NJW 1985, S.

**Rn. 51**

64, 65). So hat der große Senat für Zivilsachen des Bundesgerichtshof

**Rn. 52**

in BGHZ 85, 64 bereits entschieden, daß ein

**Rn. 53**

Prozeßvergleich auch für die Zeit vor der Erhebung der Abänderungsklage

**Rn. 54**

abgeändert werden kann. Was hiernach für

**Rn. 55**

gerichtliche Vergleiche gilt, muß erst recht für die weiter

**Rn. 56**

von § 323 Abs. 4 ZPO erfaßten notariellen und behördlichen

**Rn. 57**

Urkunden gelten. Bei ihnen fällt ein Teil der Argumente, die

**Rn. 58**

gegen die rückwirkende Abänderbarkeit von Vergleichen angeführt

**Rn. 59**

worden sind (OlG Köln FamRZ 1982, 713; Grunsky ZZP 77,

**Rn. 60**

316 f.), von vornherein weg. Das gilt insbesondere für die

**Rn. 61**

Erwägung, daß ein gerichtlicher Vergleich immerhin eine

**Rn. 62**

wechselseitige Bindung der Parteien enthalte und die Mitwirkung

**Rn. 63**

des Gerichts einen einem Urteil vergleichbaren Vertrauenstatbestand

**Rn. 64**

schaffe. Jedenfalls hat der große Senat für

**Rn. 65**

Zivilsachen die rückwirkende Abänderbarkeit gerichtlicher

**Rn. 66**

Vergleiche auch mit Blick auf die verwandten Fälle vollstreckbarer

**Rn. 67**

Urkunden bejaht (BGHZ 85, 64, 72). Hiernach kann

**Rn. 68**

es nicht zweifelhaft sein, daß die Beschränkung des §323

**Rn. 69**

Abs. 3 ZPO nicht nur bei gerichtlichen Vergleichen, sondern

**Rn. 70**

auch bei Schuldtiteln nach §§ 49 Abs. 1 Nr. 2, 50 Abs. 1 Satz

**Rn. 71**

1 Jugendwohlfahrtsgesetz nicht zur Anwendung kommt (BGH NJW

**Rn. 72**

1985, 64, 65 a. E. )

**Rn. 73**

Sind vollstreckbare Urkunden gemäß §§ 49, 50 JWG auch nachträglich

**Rn. 74**

an die richtigen Verhältnisse zum Zeitpunkt der

**Rn. 75**

Errichtung der Urkunde anzupassen, ist der Beklagte verpflichtet,

**Rn. 76**

der Klägerin anstelle der in der Urkunde vom

**Rn. 77**

26.06.1989 anerkannten 290,00 DM insgesamt monatlich 449,00 DM

**Rn. 78**

monatlichen Unterhalt zu zahlen.

**Rn. 79**

Die Kammer ist bei der Bemessung des monatlichen Unterhalts

**Rn. 80**

von einem anrechenbaren monatlichen Nettoeinkommen des Beklagten

**Rn. 81**

in Höhe von 4.142,00 DM ausgegangen. Der Beklagte

**Rn. 82**

erzielt unstreitig ein monatliches Nettoeinkommen von

**Rn. 83**

4.539,00 DM. Hiervon in Abzug zu bringen sind 170,00 DM

**Rn. 84**

Krankenversicherung sowie entsprechend Anmerkung 3 der

**Rn. 85**

Düsseldorfer Tabelle ein Werbungskostenbetrag in Höhe von

**Rn. 86**

227,00 DM entsprechend einer 5%igen Pauschale bezogen auf das

**Rn. 87**

monatliche Nettoeinkommen. Auf höhere Aufwendungen kann sich

**Rn. 88**

der Beklagte im vorliegenden Rechtsstreit nicht berufen.

**Rn. 89**

Soweit er ausweislich des amtsgerichtlichen Protokolls vom 16.01.1991 im dortigen Termin erklärt hat, seine Werbungskosten

**Rn. 90**

beliefen sich hingegen auf monatlich 370,00 DM und

**Rn. 91**

weiterhin sei eine private Altersvorsorge von ca. 500,00 DM

**Rn. 92**

in Ansatz zu bringen, da er erst spät in den Richterdienst

**Rn. 93**

gekommen sei und man daher davon ausgehen müsse, daß er aufgrund

**Rn. 94**

gesundheitlicher Beeinträchtigungen auch nicht werde

**Rn. 95**

bis zum 65. Lebensjahr arbeiten können, ist schon sehr

**Rn. 96**

zweifelhaft, ob diese Erklärung den Anforderungen an einen

**Rn. 97**

spezifizierten Sachvortrag im Rahmen eines Unterhalts-

**Rn. 98**

prozesses genügt. Insoweit obliegt es nämlich dem Unter-

**Rn. 99**

haltsverpflichteten, konkret die von den ange-

**Rn. 100**

setzten Pauschalbeträgen abweichenden Belastungen im einzelnen

**Rn. 101**

darzulegen, um sein maßgebliches anrechenbares Nettoeinkommen

**Rn. 102**

vermindern zu können. Jedenfalls sind diese Wertansätze

**Rn. 103**

des Beklagten in der Berufungsbegründung vom 16.04.1991

**Rn. 104**

bestritten worden, ohne daß der Beklagte in seiner Erwiderung

**Rn. 105**

vom 04.07.1991 die von ihm beanspruchten Abzüge näher

**Rn. 106**

spezifiziert oder belegt hätte. Trotz des Bestreitens der

**Rn. 107**

Klägerin beruft sich der Beklagte in seiner Berufungserwiderung

**Rn. 108**

hinsichtlich seiner Abzüge lediglich auf die Protokollerklärungen

**Rn. 109**

vom 16.01.1991, deren Schlüssigkeit die

**Rn. 110**

Klägerin gerade bemängelt und die angesetzten Beträge der

**Rn. 111**

Höhe nach bestritten hat. Ausgehend hiervon kann neben dem

**Rn. 112**

Krankenversicherungsbetrag in Höhe von 170,00 DM nur die

**Rn. 113**

gemäß Anm. 3 der Düsseldorfer Tabelle mit 5 % anzusetzende

**Rn. 114**

Werbungskostenpauschale einkommensmindernd berücksichtigt

**Rn. 115**

werden, zumal Kapitalbildende Aufwendungen ohnehin von der Kammer

**Rn. 116**

nicht als unterhaltsredlich relevante Abzüge anerkannt werden, insbesondere

**Rn. 117**

wenn hierdurch nicht mehr selbst genutzter Wohnraum finanziert wird.

**Rn. 118**

Mit dem hiernach verbleibenden unterhaltsrechtlich relevanten

**Rn. 119**

Einkommen von 4.142,00 DM ist der Beklagte in Gruppe VI der

**Rn. 120**

Düsseldorfer Tabelle einzustufen, was einem 65%igen Zuschlag

**Rn. 121**

zum Regelunterhalt entspricht (vgl. hierzu Anm. 2 der

**Rn. 122**

Düsseldorfer Tabelle). Weiterhin ist zu berücksichtigen,

**Rn. 123**

daß die Tabellensätze auf den Fall zugeschnitten sind,

**Rn. 124**

daß der Unterhaltspflichtige einem Ehegatten und zwei Kindern

**Rn. 125**

Unterhalt zu gewähren hat. Dies führt im vorliegenden Fall

**Rn. 126**

(vgl. hierzu auch Anm. II. 2 der Hammer Leitlinien zum

**Rn. 127**

Unterhaltsrecht - HLL -) dazu, daß die Unterhaltspflicht des

**Rn. 128**

Beklagten gegenüber der Klägerin angemessen zu erhöhen ist

**Rn. 129**

und zwar dergestalt, daß dem geschuldeten Regelunterhalt

**Rn. 130**

(251,00 DM) zuzüglich des 65 %igen Zuschlages der Differenzbetrag

**Rn. 131**

zur nächsthöheren Stufe, mithin also 60,00 DM hin-

**Rn. 132**

zuzurechnen ist, was zu einem Gesamtunterhaltsbetrag von

**Rn. 133**

474,00 DM führt, den der Beklagte an sich der Klägerin

**Rn. 134**

schuldet.

**Rn. 135**

Dieser Unterhaltsbedarf der Klägerin von 474,00 DM mindert

**Rn. 136**

sich jedoch gemäß § 1615 g in Verbindung mit § 2 Abs. 1

**Rn. 137**

Ziff. 1 der Regelunterhaltsverordnung um das anteilige Kindergeld

**Rn. 138**

in Höhe von 25,00 DM, so daß ein Gesamtunterhaltsbedarf

**Rn. 139**

der Klägerin von 449,00 DM verbleibt.

**Rn. 140**

Entgegen dem Vorbringen des Beklagten ist der der Klägerin

**Rn. 141**

zufließende kindbezogene Erhöhungsbetrag des Ortszuschlages,

**Rn. 142**

den die Mutter der Klägerin mit Rücksicht auf diese erhält,

**Rn. 143**

nicht auf den Unterhaltsbedarf der Klägerin anzurechnen. Die

**Rn. 144**

Kammer schließt sich insoweit der herrschenden Auffassung an,

**Rn. 145**

wonach die kinderbezogene Steigerung des Ortszuschlages von

**Rn. 146**

der Anrechnung auf den Kindesunterhalt gemäß § 1615 g BGB

**Rn. 147**

auszunehmen ist (OLG Oldenburg, FamRZ 79, 333; OLG Düsseldorf

**Rn. 148**

FamRZ 78, 611, LG Stuttgart DAVorm. 83, 400 LG Bremen,

**Rn. 149**

DAVorm. 82, 1102 LG Kiel, DAVorm. 77, 190, OLG Frankfurt

**Rn. 150**

FamRZ 79, 1053; Palandt/Diederichsen § 1615 g BGB Anm. 2;

**Rn. 151**

derselbe, Anhang zu §§ 1615 f., 1615 g BGB, § 2 Regelunterhaltsverordnung

**Rn. 152**

Anm. 2 zu Ziff. 2; RGRK/Mutschler § 1615 g

**Rn. 153**

Randziff. 6). Die in Abweichung hierzu vertretene Auffassung

**Rn. 154**

des Landgerichts Kleve, wonach der im Ortszuschlag enthaltene

**Rn. 155**

Steigerungsbetrag für Kinder auf den Unterhaltsbedarf des

**Rn. 156**

Kindes gemäß § 1615 g BGB anzurechnen ist (LG Kleve DAVorm.

**Rn. 157**

1986, 358) ,überzeugt die Kammer hingegen nicht. Das Landgericht

**Rn. 158**

Kleve begründet seine von der herrschenden Meinung

**Rn. 159**

abweichende Auffassung insbesondere damit, die Regelunterhaltsverordnung

**Rn. 160**

sei aufgrund der in § 1615 g Abs. 4 BGB ergebenen

**Rn. 161**

Ermächtigungsgrundlage ergangen und damit abgeleitetes,

**Rn. 162**

den Bestimmungen des BGB nachrangiges Recht. Von

**Rn. 163**

daher sei die Regelunterhaltsverordnung unwirksam und unbeachtlich,

**Rn. 164**

soweit sie den Vorschriften der Ermächtigungsnorm

**Rn. 165**

widerspräche. Dies sei indes der Fall, da die Auslegung des

**Rn. 166**

§ 1615 g BGB die Anrechnung auch der kinderbezogenen Erhöhung

**Rn. 167**

im Ortszuschlag auf den Betrag des Regelunterhalts gebiete.

**Rn. 168**

Diese Auffassung läßt sich schon nicht mit den Motiven des

**Rn. 169**

Gesetzgebers in Einklang bringen. Die Aufzählung der anrechenbaren

**Rn. 170**

Leistungen in § 2 Abs. 2 der Regelunterhaltsverordnung

**Rn. 171**

ist abschließend gefaßt (Bundesratsdrucksache 271/70,

**Rn. 172**

S. 25). Der Regierungsentwurf zum Nichtehelichengesetz hatte

**Rn. 173**

die Anrechnung dieser Erhöhungsbeträge im Ortszuschlag noch

**Rn. 174**

vorgesehen (Bundestagsdrucksache V/2370, S. 50). Dann wurde

**Rn. 175**

jedoch befürchtet, daß Schwierigkeiten bei der Berechnung des

**Rn. 176**

maßgebenden Betrages zu Verzögerungen der Verfahren führen

**Rn. 177**

könnten. Daher wurden in § 2 Abs. 2 Nr. 2 der Regelunterhaltsverordnung

**Rn. 178**

a. F. "Kinderzuschläge im Ortszuschlag" ausdrücklich

**Rn. 179**

von der für Kinderzuschläge des öffentlichen

**Rn. 180**

Dienstes vorgesehenen Anrechnung ausgenommen. Durch die

**Rn. 181**

Regelbedarfsverordnung vom 28.09.1979 wurde § 2 Abs. 2 Nr. 2

**Rn. 182**

der Regelunterhaltsverordnung geändert, weil in der Zwischen-

**Rn. 183**

zeit die Kinderzuschläge zugunsten eines einheitlich alle

**Rn. 184**

abhängig Beschäftigten erfassenden Kindergeldes gestrichen

**Rn. 185**

waren. Bei der Novellierung des § 2 Abs. 2 Nr. 2 Regelunterhaltsverordnung

**Rn. 186**

wurde die den Ortszuschlag betreffende Ausschlußklausel

**Rn. 187**

gestrichen. In der amtlichen Begründung heißt es dazu:

**Rn. 188**

"Die Änderung der Nr. 2 läßt die Rechtslage bezüglich des

**Rn. 189**

Kinderanteils im Ortszuschlag . . . unverändert!" (vgl. Bundesratsdrucksache

**Rn. 190**

401/79 S. 5).

**Rn. 191**

Hinzu kommt, daß es sich bei dem im Ortszuschlag enthaltenen

**Rn. 192**

kindbezogenen Steigerungsbetrag um Alimentation handelt, die

**Rn. 193**

keinen Ausgleich für die Unterhaltsmehrbelastung darstellt

**Rn. 194**

(LG Bremen DAVorm. 82, 1102; OLG Frankfurt FamRZ 79, 1053

**Rn. 195**

m. m, N.).

**Rn. 196**

Eine Anrechenbarkeit des der Mutter der Klägerin zufließenden

**Rn. 197**

kindbezogenen Steigerungsbetrages im Ortszuschlag auf den

**Rn. 198**

Unterhaltsbedarf der Klägerin läßt sich auch nicht mit einer

**Rn. 199**

Analogie zu dem unstreitig anrechenbaren Kindergeldanteil

**Rn. 200**

rechtfertigen. Zwar könnte die bereits durch das Haushaltsstrukturgesetz

**Rn. 201**

vom 18.12.1975 (Bundesgesetzblatt I 3091 ff.)

**Rn. 202**

durchgeführte Gleichbehandlung von Kindergeld und kindbezogenem

**Rn. 203**

Anteil im Ortszuschlag nahelegen, den Anteil zum

**Rn. 204**

Ortszuschlag wie das Kindergeld zur Hälfte demjenigen anzurechnen,

**Rn. 205**

der auch die Voraussetzungen für dessen Bezug erfüllt.

**Rn. 206**

Der Forderung, Kindergeld und Anteil zum Ortszuschlag

**Rn. 207**

müßten gleich behandelt werden, kann nach dem Gesetz indes

**Rn. 208**

nicht zugestimmt werden. Die Zahlung von Kindergeld und die

**Rn. 209**

Gewährung des Anteils zum Ortszuschlag sind nicht vergleichbare

**Rn. 210**

Leistungen. Kindergeld wird für jedes Kind bezahlt, egal

**Rn. 211**

in welcher Art und Weise die Eltern ihren Lebensunterhalt

**Rn. 212**

verdienen. Den Anteil zum Ortszuschlag erhält hingegen nur

**Rn. 213**

der Beamte, Soldat oder Richter. Die Höhe des Kindergeldes

**Rn. 214**

ist bezogen auf das Jeweilige Kind starr festgelegt. Der

**Rn. 215**

Anteil zum Ortszuschlag ist demgegenüber variabel nach

**Rn. 216**

Tarifklassen, Besoldungsgruppen und Stufen. Kindergeld wird

**Rn. 217**

gem. § 12 Abs. 4 Bundeskindergeldgesetz gleichmäßig aufgeteilt,

**Rn. 218**

der Anteil zum Ortszuschlag gemäß § 40 Abs. 6 Satz 5

**Rn. 219**

Bundesbesoldungsgesetz gerade nicht. (Vgl. OLG Oldenburg

**Rn. 220**

FamRZ 79, 333). Kindergeld ist erklärtermaßen ein vom Staat

**Rn. 221**

erbrachter Ausgleich für Unterhaltsaufwendungen der Eltern.

**Rn. 222**

Ortszuschlag einschließlich des kindbezogenen Anteils ist

**Rn. 223**

dagegen ein nicht einmal durch hergebrachte Grundsätze des

**Rn. 224**

Berufsbeamtenturns geschützter und deshalb veränderbarer Teil

**Rn. 225**

des Alimentationsanspruches des Beamten (vgl. BVerfG FamRZ

**Rn. 226**

1977, 611, 616, 619).

**Rn. 227**

Ist der der Mutter der Klägerin zufließende kindbezogene

**Rn. 228**

Steigerungsbetrag innerhalb des Ortszuschlages hiernach nicht

**Rn. 229**

auf den Unterhaltsbedarf der Klägerin anzurechnen, verbleibt

**Rn. 230**

es bei der alleinigen Anrechnung des hälftigen Kindergeldanteils

**Rn. 231**

in Höhe von 25,00 DM auf den vom Kläger geschuldeten

**Rn. 232**

Unterhalt von monatlich 474,00 DM, so daß sich hieraus eine

**Rn. 233**

Gesamtverpflichtung des Beklagten in Höhe von 449,00 DM

**Rn. 234**

monatlich errechnet.

**Rn. 235**

An der Geltendmachung dieses Unterhaltsanspruches von

**Rn. 236**

449,00 DM monatlich ist die Klägerin auch nicht aufgrund des

**Rn. 237**

Inhalts der vollstreckbaren Urkunde des Jugendamts T

**Rn. 238**

vom 26.09.1988 gehindert. Wie bereits eingangs dargelegt ,

**Rn. 239**

handelt es sich bei der Verpflichtungserklärung in Urkunden

**Rn. 240**

gemäß §§ 49, 50 JWG lediglich um einseitige schuldbestätigende

**Rn. 241**

Anerkenntnisse ohne vertragliche Bindung und nicht um

**Rn. 242**

Vereinbarungen nach § 1615 e BGB. Durch dieses Anerkenntnis

**Rn. 243**

wird lediglich eine bestimmte geschuldete Unterhaltssumme

**Rn. 244**

deklaratorisch festgelegt. Diese Anerkenntniserklärung besagt

**Rn. 245**

aber nicht auch gleichzeitig, daß der Beklagte den Unterhalt

**Rn. 246**

auch nur in der anerkannten Höhe schuldet. Vielmehr wurde

**Rn. 247**

lediglich ein beschränkter Vollstreckungstitel geschaffen,

**Rn. 248**

weil der Beklagte wegen der bestehenden Unklarheiten über die

**Rn. 249**

Anrechnungen des Kinderanteils im Ortszuschlag und der Höhe

**Rn. 250**

des Steigerungssatzes nur bereit war, einen beschränkten

**Rn. 251**

Unterhaltsbetrag anzuerkennen. Dieser beschränkte Titel ähnlich

**Rn. 252**

einem Teilanerkenntnis im Prozeß führt indes nicht dazu,

**Rn. 253**

daß der nach den bisherigen Ausführungen noch streitige

**Rn. 254**

Differenzbetrag in Höhe von 159,00 DM nicht in einem streitigen

**Rn. 255**

Verfahren nachgefordert werden kann. Insbesondere ist das

**Rn. 256**

Anerkenntnis kein Hinderungsgrund für eine Erhöhungsklage im

**Rn. 257**

Verfahren nach § 323 ZPO. Allenfalls könnte sich eine Be-

**Rn. 258**

schränkun g aus dem Gesichtspunkt des Rechtsmißbrauchs nach §

**Rn. 259**

242 BGB ergeben. Diese Voraussetzungen sind im vorliegenden

**Rn. 260**

Fall indes nicht gegeben, zumal die Klägerin jetzt nicht

**Rn. 261**

einmal mehr unter Amtsvormundschaft steht. Zwar muß sie sich

**Rn. 262**

die Erklärungen des früheren Amtspflegers beim Jugendamt

**Rn. 263**

T zurechnen lassen. Es liegt indes kein Rechtsmißbrauch

**Rn. 264**

vor, wenn die Klägerin, nunmehr vertreten durch ihre

**Rn. 265**

Mutter, über die Erklärungen ihres früheren Pflegers hinaus

**Rn. 266**

eine Anpassung des Unterhalts an die wahren Verhältnisse

**Rn. 267**

begehrt.

**Rn. 268**

Ob außerhalb der vollstreckbaren Urkunde des Jugendamts

**Rn. 269**

T vom 26.09.1988 oder im Vorfeld derselben ein Vergleich

**Rn. 270**

zwischen den Parteien geschlossen wurde, wofür in der

**Rn. 271**

Tat das Schreiben des Jugendamtes T vom 30.03.1989

**Rn. 272**

spricht, das die bisherigen Verhandlung zusammenfaßte, konnte

**Rn. 273**

indes offenbleiben. Selbst wenn sich insbesondere auf der

**Rn. 274**

Grundlage dieses Schreibens im Zusammenhang mit den zwischen

**Rn. 275**

den Parteien im Herbst 1989 bestehenden Unklarheiten über die

**Rn. 276**

Anrechnung bestimmter Beträge ein Vergleich über einen

**Rn. 277**

Unterhaltsbetrag von 290,00 DM monatlich ergeben würde, wäre

**Rn. 278**

dieser jedenfalls unwirksam, weil es an der gem. § 1615 e

**Rn. 279**

Abs. 2 BGB erforderlichen Genehmigung des Vormundschaftsgerichts

**Rn. 280**

fehlte. Die Frage einer Genehmigungsbedürftigkeit

**Rn. 281**

eines eventuell abgeschlossenen Vergleichs ist im Spannungsverhältnis

**Rn. 282**

zwischen § 1614 BGB und § 1615 e BGB zu entscheiden.

**Rn. 283**

Insoweit weist die Kammer indes darauf hin, daß § 1614

**Rn. 284**

BGB nur für eheliche Kinder gilt, wogegen in § 1615 e BGB eine

**Rn. 285**

Erweiterung der Gestaltungsfreiheit der Parteien hinsichtlich

**Rn. 286**

von Unterhaltsvereinbarungen bei nichtehelichen Kindern enthalten

**Rn. 287**

ist. Der Anwendungsbereich des § 1614 BGB wird in §

**Rn. 288**

1615 e BGB zwar vom Regelungsgehalt her erweitert, anderer-

**Rn. 289**

seits aber unter den Vorbehalt vormundschaftsgerichtlicher

**Rn. 290**

Genehmigung gestellt. Ist aber allein die Vorschrift des §

**Rn. 291**

1615 e BGB beim Unterhaltsanspruch nichtehelicher Kinder die

**Rn. 292**

maßgebliche Norm, bedürfte die Vereinbarung über einen Unterhalt

**Rn. 293**

von 290,00 DM anstelle des an sich geschuldeten Unterhalts

**Rn. 294**

grundsätzlich der vormundschaftsgerichtlichen Genehmigung,

**Rn. 295**

die im vorliegenden Fall indes unstreitig nicht erteilt

**Rn. 296**

wurde.

**Rn. 297**

Die von der Rechtsprechung in Abweichung vom Gesetzes-

**Rn. 298**

wortlaut innerhalb gewisser enger Grenzen zugelassene freie

**Rn. 299**

Vereinbarkeit von Unterhaltsbeträgen (vgl. zuletzt OLG Hamm

**Rn. 300**

FamRZ 81, 869),über die die Parteien in 2. Instanz maßgeblich

**Rn. 301**

Streiten, kommt bei nichtehelichen Kindern ohnehin nicht zum

**Rn. 302**

Tragen, da die freie Vereinbarkeit auf den Regelungsbereich

**Rn. 303**

des § 1614 BGB, also auf Unterhaltsvereinbarungen für eheliche

**Rn. 304**

Kinder beschränkt ist.

**Rn. 305**

Die hiernach erforderliche Genehmigung des Vormundschaftsgerichts

**Rn. 306**

bei Vereinbarungen über den Unterhalt eines nichtehelichen

**Rn. 307**

Kindes entfällt auch nicht im Wege einer

**Rn. 308**

entsprechenden Anwendung der seitens der Rechtsprechung (OLG

**Rn. 309**

Hamm FamRZ 81,869 m. w. N.) für § 1614 BGB entwickelten

**Rn. 310**

Grundsätze im Rahmen von § 1615 e BGB.

**Rn. 311**

Ausgehend vom Grundsatz, daß § 1615 e BGB abgesehen vom Erfordernis

**Rn. 312**

einer vormundschaftsgerichtlichen Genehmigung eine Erweiterung der

**Rn. 313**

Gestaltungsmöglichkeiten des § 1614 BGB darstellt, ließe sich zwar

**Rn. 314**

durchaus vertreten, daß mit Rücksicht auf die vom Gesetzgeber

**Rn. 315**

gewollte Erweiterung der Befugnisse bezüglich der Vereinbarungen

**Rn. 316**

über den Unterhalt nichtehelicher Kinder eine Genehmigung

**Rn. 317**

des Vormundschaftsgerichtes im Rahmen von § 1615 e

**Rn. 318**

BGB nur dann erforderlich ist, wenn die Vereinbarung gemessen

**Rn. 319**

an den seitens der Rechtsprechung für § 1614 BGB aufgestellten

**Rn. 320**

Grundsätzen bei ehelichen Kindern unwirksam wäre.

**Rn. 321**

Anderenfalls würde § 1615 e zu einer Beschränkung und nicht

**Rn. 322**

zu einer Erweiterung der Gestaltungsrechte hinsichtlich des

**Rn. 323**

nichtehelichen Unterhalts führen, wenn eine vormundschaftsgerichtliche

**Rn. 324**

Genehmigung auch hinsichtlich solcher vereinbarter

**Rn. 325**

Unterhaltssätze verlangt würde, die seitens der Rechtsprechung

**Rn. 326**

im Rahmen von § 1614 BGB toleriert werden, obwohl

**Rn. 327**

der Wortlaut des § 1614 BGB einen auch nur teilweisen

**Rn. 328**

Unterhaltsverzicht für die Zukunft nicht für zulässig erachtet.

**Rn. 329**

Auch bei Anwendung dieser Grundsätze entfällt im vorliegenden

**Rn. 330**

Fall das Erfordernis der vormundschaftsgerichtlichen Genehmigung

**Rn. 331**

eines eventuell zwischen den Parteien abgeschlossenen

**Rn. 332**

Vergleiches indes nicht. Ein Vergleich über eine Reduzierung des

**Rn. 333**

tatsächlich geschuldeten Unterhalts aus 290,00 DM wäre, sofern

**Rn. 334**

es sich um ein eheliches Kind handeln würde, auch im

**Rn. 335**

Rahmen von § 1614 BGB nicht wirksam zu vereinbaren. Vereinbarungen

**Rn. 336**

über die Höhe des gesetzlichen Unterhalts sind nur wirksam,

**Rn. 337**

soweit sie sich im Rahmen des gesetzlichen Spielraums (Angemessenheit

**Rn. 338**

des Unterhalts gem. § 1610 BGB) halten. Beispielsweise

**Rn. 339**

kommen insoweit Vereinbarungen über eine von

**Rn. 340**

der gesetzlichen Regelung geringfügig abweichende Fälligkeit

**Rn. 341**

in Betracht. Weitergehende Vereinbarungen sind hingegen gemäß

**Rn. 342**

§ 1614 BGB unwirksam, sofern sie einen Teilverzicht auf den

**Rn. 343**

Unterhalt für die Zukunft darstellen. Was "Verzicht" ist,

**Rn. 344**

hängt von den Umständen des Einzelfalls ab. Bei Kindesunterhalt

**Rn. 345**

gibt dafür der Tabellenunterhalt einen Maßstab. Die

**Rn. 346**

Vereinbarung von weniger als 2/3 der Sätze der Düsseldorfer

**Rn. 347**

Tabelle stellt auf jeden Fall einen Verzicht dar und ist damit unwirksam.

**Rn. 348**

(Vgl. Urteil des BGH vom 27.06.1984, IV B ZR 21/83, Juris

**Rn. 349**

Dokumentennummer 606260 S. 19; NJW 1985, 64; OLG Köln FamRZ

**Rn. 350**

1983, 750 m. w. N.). Aber auch schon bei Vereinbarung von

**Rn. 351**

weniger als 4/5 dieser Sätze ist zu prüfen, ob nicht ein

**Rn. 352**

Verzicht gegeben ist (vgl. OLG Köln e . a. O.) .

**Rn. 353**

Als Meßbetrag für den geschuldeten Unterhalt ist im vorliegenden

**Rn. 354**

Fall der eingangs errechnete Unterhaltsbetrag von

**Rn. 355**

449,00 DM zu nehmen und nicht nur der Regelsatz von

**Rn. 356**

251,00 DM. Maßgeblich im Rahmen von § 1614 BGB kann als

**Rn. 357**

Tabellensatz nur der tatsächlich geschuldete Unterhalt sein,

**Rn. 358**

also der Regelunterhalt zuzüglich sämtlicher Zuschläge und

**Rn. 359**

Erhöhungsbeträge. Die Frage, ob eine Unterhaltsvereinbarung

**Rn. 360**

wirksam wäre, hat sich an dem im konkreten Fall geschuldeten

**Rn. 361**

Unterhalt zu orientieren und nicht an den für die unteren

**Rn. 362**

Einkommensgruppen bemessenen Regelbedarfssätzen. Bei der

**Rn. 363**

Frage, ob ein Verzicht auf den geschuldeten Unterhalt

**Rn. 364**

vorliegt, ist der vereinbarte Betrag hiernach ins Verhältnis

**Rn. 365**

zu setzen zu dem unabhängig von der problematischen Vereinbarung

**Rn. 366**

geschuldeten Betrag und nicht zu den Regelbedarfssätzen

**Rn. 367**

unter Ausschluß der im konkreten Fall zusätzlich anfallenden

**Rn. 368**

Zuschläge und Erhöhungsbeträge. Ausgehend von dem

**Rn. 369**

seitens des Beklagten geschuldeten Unterhalt von 449,00 DM

**Rn. 370**

läge der ggf. vergleichsweise ausgehandelte Unterhaltsbetrag

**Rn. 371**

von 290,00 DM um 35,4 % (149/449) unter dem tatsächlich geschuldeten

**Rn. 372**

Unterhalt. Eine Unterschreitung des tatsächlichen

**Rn. 373**

Unterhalts um 35,4 % stellt indes einen im Rahmen von § 1614

**Rn. 374**

BGB nicht mehr frei zu vereinbarenden Unterhaltsbetrag und

**Rn. 375**

damit einen unzulässigen Verzicht im Sinne dieser Vorschrift

**Rn. 376**

dar. Dies bedeutet gleichzeitig, daß eine entsprechende vergleichsweise

**Rn. 377**

Herabsetzung des nichtehelichen Unterhalts um

**Rn. 378**

35,4 % jedenfalls der vormundschaftsgerichtlichen Genehmigung

**Rn. 379**

bedürfte, auch wenn man die von der Rechtsprechung über den

**Rn. 380**

Wortlaut des § 1614 BGB hinaus entwickelten Grundsätze auch

**Rn. 381**

im Rahmen von § 1615 e BGB hinsichtlich der Frage heranziehen

**Rn. 382**

würde, ob in jedem Fall eine vormundschaftsgerichtliche Genehmigung

**Rn. 383**

erforderlich ist.

**Rn. 384**

Bedürfte eine vergleichsweise Vereinbarung eines geschuldeten

**Rn. 385**

Unterhalts von 290,00 DM anstelle von 449,00 DM aus den

**Rn. 386**

vorangegangenen Darlegungen jedenfalls der vormundschaftsgerichtlichen

**Rn. 387**

Genehmigung, die unstreitig nicht vorliegt,

**Rn. 388**

konnte es die Kammer letztlich offenlassen, ob der Inhalt des

**Rn. 389**

Schreibens des Jugendamts T vom 30.03.1989 im Zusammenhang

**Rn. 390**

mit den sonstigen unstreitigen Umständen die Annahme

**Rn. 391**

eines Vergleichsabschlusses außerhalb der vollstreckbaren

**Rn. 392**

Urkunde vom 26.09.1988 begründet.

**Rn. 393**

Zu Recht beansprucht die Klägerin die Zahlung des Unterhalts

**Rn. 394**

auch erst ab Juli 1990, da gemäß § 1613 BGB Unterhalt für die

**Rn. 395**

Vergangenheit nur ab dem Zeitpunkt verlangt werden kann, in

**Rn. 396**

dem der Unterhaltsverpflichtete mit seinen Unterhaltszahlungen

**Rn. 397**

in Verzug geraten ist. In Verzug ist der Beklagte indes

**Rn. 398**

erst ab Juli 1990 gekommen, nachdem er mit Schreiben vom

**Rn. 399**

21.06.1990 zur Zahlung des monatlichen Unterhalts von 449,00

**Rn. 400**

DM aufgefordert worden ist.

**Rn. 401**

Die Kostenentscheidung beruht auf § 91 ZPO.

---

Zitiervorschlag: Landgericht Dortmund, Urteil vom 18.07.1991 – 17 S 116/91, ECLI:DE:LGDO:1991:0718.17S116.91.00

Datenquelle: Open Legal Data, abgerufen 09.07.2026

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Nicht-amtliche Fassung — maßgeblich ist die Ausfertigung des Gerichts

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