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# Landgericht Dortmund, Urteil vom 24.05.1989 – 21 S 304/88

ECLI:DE:LGDO:1989:0524.21S304.88.00

## Tenor

Auf die Berufung des Klägers wird -unter Zurückweisung

des Rechtsmittels im übrigen- das am 8. November 1988

verkündete Urteil des Amtsgerichts Dortmund teilweise

abgeändert und neu gefaßt.

Der Beklagte wird verurteilt, an den Kläger 1.943,20 DM

(i.W.: eintausendneunhundertdreiundvierzig 20/100

Deutsche Mark) nebst 4 %Zinsen seit dem 27. September

1988 zu zahlen.

Im übrigen bleibt die Klage abgewiesen.

Die Kosten des Rechtsstreits werden gegeneinander aufgehoben.

## Entscheidungsgründe

**Rn. 2**

Von der Darstellung des Tatbestandes wird gem. § 543 ZPO abgesehen.

**Rn. 3**

Die Berufung des Klägers ist zum Teil begründet.

**Rn. 4**

Der Beklagte schuldet den ausgeurteilten Betrag aus §§ 688, 689 BGB.

**Rn. 5**

Zwischen den Parteien ist ein entgeltlicher Verwahrungsvertrag

**Rn. 6**

und ein Werkvertrag über das Abschleppen des PKW des

**Rn. 7**

Beklagten am 27.7.1986 zustande gekommen.

**Rn. 8**

Der PKW wurde im Auftrag des Beklagten vom Kläger abgeschleppt und

**Rn. 9**

bei dem Kläger für 6,50 DM am Tag zuzüglich Mehrwertsteuer untergestellt.

**Rn. 10**

Er stand dort mindestens bis zum 29.2.1988.

**Rn. 11**

Es verstößt nicht gegen Treu und Glauben (§ 242 BGB), daß der

**Rn. 12**

Kläger unter Berücksichtigung aller hier obwaltenden Umstände

**Rn. 13**

für 9 Monate die Vergütung für das Unterstellen des Fahrzeugs

**Rn. 14**

des Beklagten verlangen kann.

**Rn. 15**

Der Kläger war dem Beklagten zur Aufbewahrung des PKW ohne

**Rn. 16**

Rücksicht auf seinen Zustand verpflichtet, so daß er hierfür

**Rn. 17**

auch Vergütung verlangen kann._

**Rn. 18**

Der Beklagte hat jedenfalls bis zum Ablauf der gesamten neun Monate

**Rn. 19**

so gröblich gegen die eigenen Vertragspflichten

**Rn. 20**

gegenüber dem Kläger verstoßen, indem er sich

**Rn. 21**

nicht um den Verbleib seines PKW kümmerte, daß er dem Kläger

**Rn. 22**

für diese Zeit keinerlei Treuwidrigkeit vorwerfen kann. Der

**Rn. 23**

Beklagte hatte sich im September 1986 die Verschrottung mit

**Rn. 24**

Rücksicht auf noch zu klärende Versicherungsfragen vorbehalten

**Rn. 25**

und sich in der Folgezeit trotz mehrfacher Aufforderungen

**Rn. 26**

des Klägers nicht über den weiteren Verbleib des

**Rn. 27**

PKW geäußert. Dagegen konnte sich der Kläger auf zumutbare

**Rn. 28**

Weise nicht von der Hinterlegungspflicht befreien. Zwar mag

**Rn. 29**

der Beklagte im Gläubigerverzug mit der Rücknahme des PKW

**Rn. 30**

gewesen sein (vgl. §§ 696, 294 ff BGB) -wozu im übrigen aber

**Rn. 31**

nicht die Verpflichtung zur Rückschaffung zum Beklagten gehört,

**Rn. 32**

wie das Amtsgericht meint-. Angesichts des Zustandes

**Rn. 33**

des PKW war aber eine Hinterlegung oder eine Zwangsversteigerung

**Rn. 34**

des PKW und Hinterlegung des Versteigerungserlöses

**Rn. 35**

nicht zumutbar, da -aus der Sicht auch eines objektiven Verwahrers-

**Rn. 36**

ein eventueller Erlös bei der Versteigerung des PKW

**Rn. 37**

kaum die Kosten der Versteigerung gedeckt hätte. Erst nachdem

**Rn. 38**

am 16.2.1987 zwangsweise das Kraftfahrzeugzulassungszeichen

**Rn. 39**

entstempelt worden war und auch danach der Beklagte sich

**Rn. 40**

gewisse Zeit nicht um das Fahrzeug trotz Aufforderung

**Rn. 41**

kümmerte, mußte der Kläger (§ 242 BGB) davon ausgehen, daß

**Rn. 42**

der Beklagte auf die Rücknahme des Fahrzeuges verzichtete.

**Rn. 43**

Diese Zeitspanne ist nach Auffassung des Gerichtes mit

**Rn. 44**

weiteren zwei Monaten anzusetzen.

**Rn. 45**

Somit ergibt sich folgende Abrechnung:

**Rn. 46**

Der Beklagte schuldet dem Kläger

**Rn. 47**

für 9 Monate a 30 Tage jeweils 6,50 = 1.755,00 DM

**Rn. 48**

Verwahrungsgebühr.

**Rn. 49**

Dazu kommen die Abschleppkosten

**Rn. 50**

in Höhe von 125,00 DM

**Rn. 51**

Das ergibt zusammen 1.880,00 DM

**Rn. 52**

Hierauf schuldet der Beklagte

**Rn. 53**

die Mehrwertsteuer von 14 %.

**Rn. 54**

Danach schuldete der Beklagte

**Rn. 55**

insgesamt 2.143,20 DM

**Rn. 56**

Hiervon ist die Zahlung von 200,00 DM

**Rn. 57**

abzusetzen.

**Rn. 58**

Damit verbleibt es bei dem ausgeurteilten

**Rn. 59**

Betrag in Höhe von 1.943,20 DM

**Rn. 60**

Der Zinsanspruch folgt aus § 291 BGB.

**Rn. 61**

Die Kostenentscheidung folgt aus §§ 92, 97 ZPO.

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Zitiervorschlag: Landgericht Dortmund, Urteil vom 24.05.1989 – 21 S 304/88, ECLI:DE:LGDO:1989:0524.21S304.88.00

Datenquelle: Open Legal Data, abgerufen 09.07.2026

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Nicht-amtliche Fassung — maßgeblich ist die Ausfertigung des Gerichts

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