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# Landgericht Dortmund, Urteil vom 17.05.1979 – 15 O 94/79

ECLI:DE:LGDO:1979:0517.15O94.79.00

## Tenor

Die Beklagte wird verurteilt, an den Kläger 207,92 DM ( i.W. zweihundertsieben 92/100 Deutsche Mark ) nebst 4% Zinsen seit dem 20. November 1978 zu zahlen, abzüglich am 31.1.1979 gezahlter 20.-- DM und am 2.3.1979 gezahlter 84.—DM.

Im Übrigen wird die Klage abgewiesen.

Die Kosten des Rechtsstreits werden gegeneinander aufgehoben.

Das Urteil ist vorläufig vollstreckbar.

## Tatbestand

**Rn. 2**

Der Kläger macht Ansprüche aus einem Verkehrsunfall geltend,

**Rn. 3**

der sich am 18.9.1978 ereignet hat und an dem ein Fahrzeug

**Rn. 4**

der Beklagten beteiligt war, das sich im dienstlichen Einsatz

**Rn. 5**

anläßlich einer Fahrt im Fernmeldebaudienst befand. Die Parteien

**Rn. 6**

sind sich darüber einig, daß die Beklagte dem Grunde nach in

**Rn. 7**

vollem Umfang ersatzpflichtig ist. Streit herrscht lediglich

**Rn. 8**

hinsichtlich der Schadenshöhe. Die Klageforderung setzt sich

**Rn. 9**

wie folgt zusammen:

**Rn. 10**

Rest der Mietwagenkosten 103,92 DM

**Rn. 11**

Verdienstausfall 84,-- DM

**Rn. 12**

Wertminderung 150,-- DM

**Rn. 13**

Auslagenpauschale 20,-- DM

**Rn. 14**

Insgesamt 357,92 DM

**Rn. 15**

Die Beklagte hat hierauf am 31.1.1979 und 2.3.1979 Zahlungen

**Rn. 16**

in Höhe von 20,--DM (Auslagenpauschale) und 84,--DM (Verdienst-

**Rn. 17**

ausfall) erbracht.

**Rn. 18**

Das Fahrzeug des Klägers wurde vom 21.9. bis 26.9.1978 repariert.

**Rn. 19**

Der Kläger nahm während dieser Zeit einen Mietwagen in Anspruch

**Rn. 20**

und gab diesen erst am 28.9.1978 zurück. Am 25.9.1978 hatte

**Rn. 21**

der Kläger sich bei der Werkstatt nach dem voraussichtlichen

**Rn. 22**

Termin der Fertigstellung seines Fahrzeugs erkundigt, der ihm

**Rn. 23**

allerdings nicht genau angegeben werden konnte. Am 27.9.1978

**Rn. 24**

teilte die Werkstatt ihm telefonisch die Fertigstellung des

**Rn. 25**

Wagens mit. Der Kläger erhielt hiervon aber erst nach 18.00 Uhr

**Rn. 26**

Kenntnis, da er sich tagsüber geschäftlich in H und

**Rn. 27**

F aufhielt. Am 28.9.1978 gab er morgens um 8.00 Uhr den

**Rn. 28**

Mietwagen zurück.

**Rn. 29**

Von den Mietwagenkosten in Höhe von 605,24 DM zahlte die Be-

**Rn. 30**

klagte nur 501,32 DM mit Rücksicht auf die über die Reparatur-

**Rn. 31**

dauer hinausgehende Inanspruchnahme des Mietwagens.

**Rn. 32**

Der Kläger ist der Ansicht, daß ihm die vollen Mietwagenkosten

**Rn. 33**

zustünden, da eine frühere Rückgabe des Mietwagens nicht mög-

**Rn. 34**

lich gewesen sei. Er behauptet ferner, daß sein Kraftfahrzeug

**Rn. 35**

durch den Verkehrsunfall eine Wertminderung in Höhe von

**Rn. 36**

150,--DM erlitten habe.

**Rn. 37**

Der Kläger beantragt,

**Rn. 38**

die Beklagte zu verurteilen, an ihn 357,92 DM

**Rn. 39**

nebst 4 % Zinsen seit dem 20.11.1978 zu zahlen

**Rn. 40**

abzüglich am 31.1.1979 gezahlter 20,--DM und

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am 2.3.1979 gezahlter 84,--DM.

**Rn. 42**

Die Beklagte beantragt,

**Rn. 43**

die Klage abzuweisen.

**Rn. 44**

Sie ist der Ansicht, daß der Kläger durch die Inanspruchnahme

**Rn. 45**

des Mietwagens über die Reparaturdauer hinaus gegen die

**Rn. 46**

Schadensminderungspflicht verstoßen habe. Angesichts des

**Rn. 47**

Bagatellschadens von netto 482,40 DM stünde dem Kläger auch

**Rn. 48**

kein Minderwertanspruch zu.

**Rn. 49**

Wegen des weiteren Vorbringens der Parteien wird auf den Inhalt

**Rn. 50**

der von ihnen eingereichten Schriftsätze nebst Anlagen ver-

**Rn. 51**

wiesen.

## Entscheidungsgründe

**Rn. 53**

Die Klage ist zum Teil begründet.

**Rn. 54**

Der Kläger kann gemäß § 7 StVG vollen Ersatz der Kosten für

**Rn. 55**

die Inanspruchnahme des Mietwagens verlangen.

**Rn. 56**

Ein Verstoß gegen die Schadensminderungspflicht (§ 254 Abs. 2 BGB

**Rn. 57**

ist dem Kläger nicht vorzuwerfen. Wie sich aus der schriftlichen

**Rn. 58**

Auskunft der Reparaturwerkstatt vom 30. 4. 1979 ergibt, hat sich

**Rn. 59**

der Kläger noch einen Tag vor Fertigstellung seines Fahrzeugs

**Rn. 60**

nach dem voraussichtlichen Ende der Reparaturdauer erkundigt,

**Rn. 61**

das ihm allerdings nicht angegeben werden konnte. Er hat dann

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der Werkstatt seine Telefonnummer hinterlassen, damit er be-

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nachrichtigt werden konnte, was auch am 27.9.1978 geschah.

**Rn. 64**

Der Kläger hat damit alles getan, um sich über die Fertig-

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stellung seines Wagens rechtzeitig in Kenntnis zu setzen.

**Rn. 66**

Ihm war auch nicht zuzumuten, am 27.9.1978 auf den Antritt

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der Geschäftsreise mit dem Mietwagen zu verzichten. Ein anderes

**Rn. 68**

Fahrzeug stand ihm nicht zur Verfügung, so daß er auf den

**Rn. 69**

Mietwagen angewiesen war. Als er am späten Nachmittag des

**Rn. 70**

27.9.1978 von der Fertigstellung seines Wagens erfuhr, hat

**Rn. 71**

er für die unverzügliche Rückgabe des Mietwagens am nächsten

**Rn. 72**

Morgen gesorgt und damit alles getan um die Mietwagenkosten

**Rn. 73**

im Rahmen des ihm Zumutbaren möglichst gering zu halten.

**Rn. 74**

Ein Ersatzanspruch wegen einer Wertminderung seines Fahrzeugs

**Rn. 75**

steht dem Kläger nicht zu. Am Pkw des Klägers war lediglich

**Rn. 76**

ein Bagatellblechschaden entstanden, der sich mit einfachen

**Rn. 77**

Mitteln beheben ließ. Angesichts des hohen Stands der heutigen

**Rn. 78**

Reparaturtechnik ist davon auszugehen, daß nach Beseitigung

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der Schäden kein merkantiler Minderwert verblieben ist.

**Rn. 80**

Es verbleibt somit ein vom Kläger zu ersetzender Schaden

**Rn. 81**

in Höhe von 207,92 DM, abzüglich den nach Klageerhebung von

**Rn. 82**

der Beklagten geleisteten Zahlungen in Höhe von 104,--DM.

**Rn. 83**

Der Zinsanspruch ist wegen Verzugs der Beklagten gemäß §§ 284,

**Rn. 84**

286, 288 BGB begründet.

**Rn. 85**

Die Kostenentscheidung beruht auf § 92 ZPO, die Entscheidung

**Rn. 86**

über die vorläufige Vollstreckbarkeit auf § 708 Nr. 11 ZPO.

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Zitiervorschlag: Landgericht Dortmund, Urteil vom 17.05.1979 – 15 O 94/79, ECLI:DE:LGDO:1979:0517.15O94.79.00

Datenquelle: Open Legal Data, abgerufen 09.07.2026

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