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# Landgericht Detmold, Beschluss vom 27.08.2008 – 8 O 177/06

ECLI:DE:LGDT:2008:0827.8O177.06.00

## Tenor

sind auf Grund des Vergleichs der 2. Kammer für Handelssachen des Landgerichts Detmold vom 15.04.2008 von dem Beklagten an Kosten 3.266,12 Euro - dreitausendzweihundertsechsundsechzig Euro und zwölf Cent - nebst Zin¬sen in Höhe von fünf Pro¬zent¬punk¬ten über dem Ba¬sis¬zins¬satz nach § 247 BGB seit dem 28.04.2008 an die Klägerin zu er¬stat¬ten.

Die Be¬rech¬nung der au¬ßer¬ge¬richt¬li¬chen Kos¬ten ist be¬reits ü¬ber¬sandt.

Der die¬ser Kos¬ten¬fest¬set¬zung zugrun¬de liegen¬de Ti¬tel ist vollstreck¬bar.

**Rn. 1**

Ausgleichung

**Rn. 2**

I.

**Rn. 3**

Nach dem vorgenannten Vergleich haben von den Kosten des Rechtsstreits zu tragen:

**Rn. 4**

die Klägerin: 1/3

**Rn. 5**

der Beklagte: 2/3

**Rn. 6**

Die Kosten des Vergleichs sind gegeneinander aufgehoben worden.

**Rn. 7**

II.

**Rn. 8**

Die Gerichtskosten betragen 1.747,51 €.

**Rn. 9**

Davon hat die Klägerin 1/3 mit 582,50 €

**Rn. 10**

zu tragen.

**Rn. 11**

Sie hat gezahlt: 4.068,00 €

**Rn. 12**

Der Überschuß von 3.485,50 €

**Rn. 13**

ist in Höhe von 765,01 €

**Rn. 14**

auf den Kostenanteil des Beklagten verrechnet worden. Dieser hat

**Rn. 15**

daher den letztgenannten Betrag an die Klägerin zu erstatten. _________

**Rn. 16**

Der verbleibende Überschuß in Höhe von 2.720,49 €

**Rn. 17**

ist der Klägerin bereits aus der Landeskasse zurückerstattet worden.

**Rn. 18**

III.

**Rn. 19**

An außergerichtlichen Kosten machen geltend:

**Rn. 20**

1.

**Rn. 21**

die Klägerin mit Antrag vom 24.04.2008: 6.987,49 €

**Rn. 22**

a)

**Rn. 23**

Die darin mit einem Betrag von 2.260,70 € enthaltene Verfahrens-

**Rn. 24**

gebühr wurde im Einverständnis mit den Klägervertretern (vgl. S. 2

**Rn. 25**

des Schriftsatzes vom 20.05.2008) um 1.130,35 €

**Rn. 26**

auf 1.130,35 € ermäßigt.

**Rn. 27**

b)

**Rn. 28**

Die Kosten, die dadurch entstanden sind, dass der in N2 an-

**Rn. 29**

sässige Prozessbevollmächtigte der Klägerin zwecks Wahrnehmung

**Rn. 30**

der drei Gerichtstermine nach Detmold reisen musste, sind dem

**Rn. 31**

Grunde nach erstattungsfähig.

**Rn. 32**

Entscheidend hierfür ist, dass für eine inländische Partei inzwischen

**Rn. 33**

allgemein anerkannt ist, dass die Zuziehung eines am Wohn- oder

**Rn. 34**

Geschäftsort der auswärtigen Partei ansässigen Rechtsanwalts

**Rn. 35**

regelmäßig als zur zweckentsprechenden Rechtsverfolgung oder

**Rn. 36**

Rechtsverteidigung notwendig im Sinne von § 91 Abs. 2 S. 1 ZPO

**Rn. 37**

anzusehen ist (vgl. z. B. BGH, Beschl. vom 16.10.2002 – VII ZB 30/02 -).

**Rn. 38**

Die inländische Partei kann nicht mehr darauf verwiesen werden,

**Rn. 39**

einen am Ort des Prozessgerichts ansässigen Rechtsanwalt mit

**Rn. 40**

der Prozessführung zu beauftragen. Demgemäß sind einer Partei,

**Rn. 41**

die sich eines an ihrem Wohnort bzw. Geschäftsort ansässigen An-

**Rn. 42**

walts bedient, auch die notwendigen Reisekosten dieses Anwalts zu

**Rn. 43**

ersetzen.

**Rn. 44**

Diese Erwägungen gelten entsprechend für den inländischen

**Rn. 45**

"Vertrauensanwalt" einer ausländischen Partei (OLG Düsseldorf,

**Rn. 46**

Beschl. vom 17.02.2003 – 20 W 80/02 -). Die Zuziehung eines

**Rn. 47**

solchen Anwalts durch eine ausländische Partei stellt in gleicher

**Rn. 48**

Weise eine Maßnahme zur zweckentsprechenden Rechtsverfolgung

**Rn. 49**

oder Rechtsverteidigung dar wie die Zuziehung eines in der Nähe

**Rn. 50**

ihres Wohn- oder Geschäftssitzes ansässigen Rechtsanwalts durch

**Rn. 51**

eine inländische Partei. Gerade einer nicht in Deutschland ansäs-

**Rn. 52**

sigen Partei muß das Recht zugestanden werden, von einem

**Rn. 53**

Rechtsanwalt ihres Vertrauens vor einem Gericht vertreten zu

**Rn. 54**

werden, das nicht nur - wie bei einer inländischen Partei – ein

**Rn. 55**

auswärtiges, sondern ein ausländisches Gericht ist. Bezogen

**Rn. 56**

auf den vorliegenden Fall bedeutet dieses, dass der Klägerin

**Rn. 57**

keine kostenrechtliche Nachteile dadurch entstehen dürfen,

**Rn. 58**

dass sie einen in N2 ansässigen Anwalt mit der Prozess-

**Rn. 59**

führung beauftragt hat. Dieses gilt umso mehr, als es sich bei

**Rn. 60**

dem von ihr gewählten Anwalt offensichtlich um ihren Vertrauens-

**Rn. 61**

anwalt handelt, was sich schon daraus ergibt, dass dieser bereits

**Rn. 62**

vorprozessual für sie in dieser Angelegenheit tätig war. Es kann

**Rn. 63**

gerade von einer ausländischen Partei nicht erwartet werden, dass

**Rn. 64**

sie allein aus Kostenersparnisgründen bei Einleitung des gericht-

**Rn. 65**

lichen Verfahrens auf den bereits mit der Sache vertrauten Rechts-

**Rn. 66**

anwalt verzichtet und weitere Mühen zur Unterrichtung eines neuen

**Rn. 67**

am Gerichtsort ansässigen Anwalts auf sich nimmt, zumal sich die

**Rn. 68**

Unterrichtung des "neuen" Anwalts wegen der unterschiedlichen

**Rn. 69**

Sprachen möglicherweise nicht einfach gestaltet hätte. Auch der

**Rn. 70**

Umstand, dass der Klägerin bekannt war, dass sie sich mit ihrem

**Rn. 71**

Münchner Anwalt mühelos auf englisch verständigen konnte (wo-

**Rn. 72**

von sie bei einem ihr unbekannten Anwalt nicht ohne weiteres

**Rn. 73**

ausgehen konnte), rechtfertigte seine Beauftragung als Prozeß-

**Rn. 74**

bevollmächtigter.

**Rn. 75**

Die Prozessnotwendigkeit der Beauftragung des "Vertrauensanwalts"

**Rn. 76**

kann in dem vorliegenden Fall auch nicht mit der Begründung in

**Rn. 77**

Abrede gestellt werden, es habe schon im Zeitpunkt der Beauf-

**Rn. 78**

tragung festgestanden, dass ein eingehendes Mandantengespräch

**Rn. 79**

zwischen der Klägerin und ihrem in Deutschland ansässigen Prozessbevollmächtigten nicht notwendig sein werde. Dieser Ge-

**Rn. 80**

sichtspunkt greift nur in Ausnahmefällen durch, d. h. wenn Gegen-

**Rn. 81**

stand des Rechtsstreits eine Routineangelegenheit der Partei ist.

**Rn. 82**

Davon kann hier nicht ausgegangen werden. Abgesehen davon,

**Rn. 83**

dass sich für eine ausländische Partei die Führung eines Rechts-

**Rn. 84**

streits in einem anderen Land mit einer anderen Sprache regel-

**Rn. 85**

mäßig als schwierig gestalten dürfte, gilt dieses erst recht in

**Rn. 86**

dem vorliegenden Fall, in dem nicht nur über den geltend ge-

**Rn. 87**

machten Hauptanspruch sondern daneben auch über die

**Rn. 88**

Rechts- und Parteifähigkeit der Klägerin gestritten wurde. Bei

**Rn. 89**

dieser Sachlage kann keinesfalls von einer Routineangelegen-

**Rn. 90**

heit, die einen persönlichen Kontakt mit dem Prozeßbevoll-

**Rn. 91**

mächtigten entbehrlich macht, gesprochen werden.

**Rn. 92**

Folglich ist die Beauftragung der Anwälte durch die

**Rn. 93**

Klägerin als notwendig im Sinne des § 91 ZPO anzuerkennen.

**Rn. 94**

Das bedeutet, dass auch die daraus resultierenden Termins-

**Rn. 95**

reisekosten der Klägervertreter erstattungsfähig sind. Hinsicht-

**Rn. 96**

lich der Höhe war lediglich eine geringfügige Kürzung vorzu-

**Rn. 97**

nehmen, und zwar bei den Kosten für den Termin am 16.10.2007.

**Rn. 98**

Insoweit sind an Fahrtkosten 109,00 € (Bahnfahrtkosten),

**Rn. 99**

122,80 € (Mietwagenkosten) und 20,50 € (Benzinkosten Miet-

**Rn. 100**

wagen) = insgesamt 252,30 € angesetzt. Die Höhe dieser

**Rn. 101**

Kosten ergibt sich daraus, dass der Klägervertreter zunächst

**Rn. 102**

mit der Bahn von N2 nach I und von dort

**Rn. 103**

offensichtlich mit dem Mietwagen nach Detmold gereist ist.

**Rn. 104**

Eine Notwendigkeit für diese Art der An- und Abreise ist nicht

**Rn. 105**

ersichtlich und auch nicht dargelegt worden. Da der Klägerver-

**Rn. 106**

treter aus Anlaß der Terminswahrnehmung ohnehin zwei Tage

**Rn. 107**

unterwegs war, wäre es ihm zuzumuten gewesen, die Fahrt zum

**Rn. 108**

Termin am 16.10.2007 so zu organisieren, dass er – ohne die Inan-

**Rn. 109**

spruchnahme eines Mietwagens - direkt mit der Bahn von N2

**Rn. 110**

nach Detmold und zurück gereist wäre. In diesem Fall wären, wie

**Rn. 111**

dem Kostenansatz für den Termin am 22.05.2007 zu entnehmen ist,

**Rn. 112**

lediglich 117,00 € an Fahrtkosten angefallen. Die für den Termin am

**Rn. 113**

16.10.2007 beanspruchten Mehrkosten von 135,30 €

**Rn. 114**

(252,30 € - 117,00 €) waren daher abzusetzen.

**Rn. 115**

c)

**Rn. 116**

Entgegen der Annahme des Beklagten sind die auf der Klägerseite

**Rn. 117**

angefallenen Übersetzungskosten erstattungsfähig.

**Rn. 118**

Es ist anerkanntes Recht, dass Übersetzungskosten, die von einer

**Rn. 119**

der deutschen Sprache nicht mächtigen Partei aufgewendet werden,

**Rn. 120**

um den Fortgang des Prozesses verfolgen zu können bzw. zu fördern,

**Rn. 121**

zur zweckentsprechenden Rechtsverfolgung oder Rechtsverteidigung

**Rn. 122**

notwendig und von dem im Rechtsstreit unterlegenen und in die

**Rn. 123**

Kosten verurteilten Gegner zu erstatten sind (vgl. OLG Düsseldorf,

**Rn. 124**

Beschluß vom 08.08.2002 – 3 Ws 256/02 – in JurBüro 2002, 594).

**Rn. 125**

Dieses gilt erst recht, wenn, wie in dem vorliegenden Fall, die Ein-

**Rn. 126**

reichung der in Rede stehenden Übersetzungen von dem Gericht

**Rn. 127**

angeordnet bzw. veranlasst worden ist. Insoweit wird zum einen auf

**Rn. 128**

den Beschluß des Gerichts vom 22.05.2007 verwiesen, mit dem der

**Rn. 129**

Klägerin aufgegeben worden war, eine übersetzte Urkunde des

**Rn. 130**

Certificate of Incorporation sowie einen Nachweis über das Allein-

**Rn. 131**

vertretungsrecht des Dr. N vorzulegen. Dieser Auflage, ist

**Rn. 132**

die Klägerin mit Schriftsatz vom 08.06.2007 nachgekommen. Mit

**Rn. 133**

dem gerichtlichen Beschluß vom 24.07.2007 wurde die Klägerin

**Rn. 134**

nochmals veranlasst, über die bisher vorgelegten Dokumente

**Rn. 135**

hinaus weitere Nachweise über das Alleinvertretungsrecht ihres

**Rn. 136**

Direktors Dr. N vorzulegen. Auch diese erneute Auflage,

**Rn. 137**

der die Klägerin im Termin am 16.10.2007 nachgekommen ist,

**Rn. 138**

konnte die klagende Partei nur erfüllen, indem sie die ent-

**Rn. 139**

sprechenden Nachweise von der englischen Sprache in die

**Rn. 140**

Gerichtssprache "deutsch" übersetzen ließ.

**Rn. 141**

Die daraus resultierenden Übersetzungskosten von 230,82 €

**Rn. 142**

und 132,09 € sind daher als prozessnotwendige Aufwendungen

**Rn. 143**

der Klägerin in die Ausgleichung einzubeziehen. Gegen ihre

**Rn. 144**

Höhe bestehen keine Bedenken, da die in Rechnung gestellten

**Rn. 145**

Beträge das nach § 11 JVEG für die Fertigung von Übersetzungen

**Rn. 146**

vorgesehene Honorar nicht übersteigen.

**Rn. 147**

d)

**Rn. 148**

Zu den weiter angemeldeten Aufwendungen der Klägerin, die

**Rn. 149**

durch die Terminswahrnehmung am 15.04.2008 entstanden sind

**Rn. 150**

(das persönliche Erscheinen der Direktoren der Klägerin war an-

**Rn. 151**

geordnet), wird Folgendes bemerkt:

**Rn. 152**

Neben den Übernachtungskosten von 104,00 € und dem mit

**Rn. 153**

48,00 € in Ansatz gebrachten Tagegeld werden auch die nach-

**Rn. 154**

weislich entstandenen Flugkosten als erstattungsfähig anerkannt,

**Rn. 155**

da nach den hiesigen Feststellungen die Reise von B nach

**Rn. 156**

Detmold und zurück nicht kostengünstiger zu bewerkstelligen ge-

**Rn. 157**

wesen wäre, und zwar auch dann nicht, wenn die Vertreter der

**Rn. 158**

Klägerin von B aus, was denkbar gewesen wäre, I

**Rn. 159**

angeflogen hätten und von dort aus mit einem anderen Verkehrs-

**Rn. 160**

mittel weiter nach Detmold gereist wären. Die dadurch insgesamt

**Rn. 161**

angefallenen Kosten des Hin- und Rückweges wären keinesfalls

**Rn. 162**

niedriger gewesen.

**Rn. 163**

Soweit die Beklagtenseite einwendet, die Klägerin hätte durch

**Rn. 164**

eine frühere Buchung des Fluges einen günstigeren Preis er-

**Rn. 165**

zielen können, geht dieser Hinweis ins Leere. Abgesehen davon,

**Rn. 166**

dass diese Behauptung in keiner Weise glaubhaft gemacht worden

**Rn. 167**

ist, ist dieser Hinweis schon deshalb nicht relevant, weil es der Klägerin

**Rn. 168**

angesichts der mehrfachen Terminsverlegungen gar nicht zuzumuten

**Rn. 169**

war, derart frühzeitig einen Flug zu buchen.

**Rn. 170**

Die mit 223,50 € angesetzte Entschädigung für Zeitversäumnis,

**Rn. 171**

die auf Grund der Bestimmung des § 20 JVEG beansprucht wird,

**Rn. 172**

kann allerdings nur mit 120,00 € berücksichtigt werden. Die Redu-

**Rn. 173**

zierung um 103,50 €

**Rn. 174**

beruht darauf, dass die betreffende Entschädigung gemäß

**Rn. 175**

§ 19 Abs. 2 S. 1 JVEG für höchstens 10 Stunden je Tag gewährt

**Rn. 176**

werden kann; je Person mithin 10 Stunden à 3,00 € = 30,00 € je

**Rn. 177**

Tag, für die hier gegebenen 2 Tage somit 60,00 €, für 2 Personen

**Rn. 178**

folglich insgesamt 120,00 €.

**Rn. 179**

e)

**Rn. 180**

Die weiteren Reisekosten von 166,50 €,

**Rn. 181**

die aus Anlaß der Terminswahrnehmung vom 15.04.2008 entstanden

**Rn. 182**

sind, können keine Berücksichtigung finden, da der Klägerin diese

**Rn. 183**

Kosten tatsächlich nicht entstanden sind. Nach den eigenen Angaben

**Rn. 184**

der Klägerin hat ein Dritter, und zwar der gestellte Zeuge K,

**Rn. 185**

mit seinem PKW und auf seine Kosten die Reise von Amsterdam nach

**Rn. 186**

Detmold und zurück unternommen. Der Klägerin selbst sind insoweit

**Rn. 187**

keinerlei Kosten entstanden, wie ihr Vortrag, Herrn K

**Rn. 188**

für die betreffende Reise kein Entgelt zu schulden, eindeutig besagt.

**Rn. 189**

Prozesskosten, die einer Partei selbst nicht entstanden sind sondern

**Rn. 190**

in der Person eines nicht am Rechtsstreit beteiligten Dritten ange-

**Rn. 191**

fallen sind, kann sie nicht vom Prozessgegner erstattet verlangen.

**Rn. 192**

f)

**Rn. 193**

Die Übernachtungskosten von 52,00 €,

**Rn. 194**

die durch die Stellung des Zeugen K verursacht worden

**Rn. 195**

sind, können ebenfalls nicht berücksichtigt werden. Insoweit kann

**Rn. 196**

mangels eines substantiierten Vortrages nicht nachvollzogen werden,

**Rn. 197**

warum bei der Prozesslage, wie sie sich bei Erlaß des Beweisbe-

**Rn. 198**

schlusses vom 24.10.2007 bzw. nach Eingang des letzten gegnerischen

**Rn. 199**

Schriftsatzes vom 07.01.2008 darstellte, die Gestellung des Zeugen

**Rn. 200**

K zur zweckentsprechenden Rechtsverfolgung der Klägerin

**Rn. 201**

notwendig war. Es ist nicht ersichtlich, zu welchem Beweisthema der

**Rn. 202**

Zeuge ggfls. hätte aussagen sollen bzw. können. Wenn die Klägerin

**Rn. 203**

die Anwesenheit des Herrn K in dem anberaumten Ge-

**Rn. 204**

richtstermin für derart wichtig hielt, wäre es naheliegend gewesen,

**Rn. 205**

dieses – unter Angabe des Beweisthemas - dem Gericht mitzuteilen

**Rn. 206**

und die Anordnung des Erscheinens des Zeugen durch das Gericht

**Rn. 207**

herbeizuführen, zumal insoweit ausreichend Zeit bestand. _________

**Rn. 208**

Bleiben an ausgleichsfähigen Kosten der Klägerin: 5.399,84 €

**Rn. 209**

2.

**Rn. 210**

die Beklagte mit Antrag vom 06.05.2008: 5.074,55 €

**Rn. 211**

(ohne 400,00 € Zeugenauslagenvorschüsse, die gesondert

**Rn. 212**

berücksichtigt worden sind)

**Rn. 213**

Hiervon waren abzusetzen

**Rn. 214**

a)

**Rn. 215**

im Einverständnis mit den Beklagtenvertretern (vgl. deren

**Rn. 216**

Schreiben vom 09.05.2008 und Ziff. 1) des Schriftsatzes

**Rn. 217**

vom 06.06.2008) die mit einem Betrag von 1.739,00 €

**Rn. 218**

ausgewiesene Einigungsgebühr,

**Rn. 219**

b)

**Rn. 220**

die Gebühr gemäß Nr. 7002 VV RVG (angesetzt mit 40,00 €),

**Rn. 221**

soweit diese auch für die vorgerichtliche Tätigkeit berechnet

**Rn. 222**

worden ist, d. h. 20,00 €.

**Rn. 223**

Gegenstand des vorliegenden Kostenausgleichungsverfahrens

**Rn. 224**

ist nur die im gerichtlichen Verfahren angefallene Pauschale für

**Rn. 225**

Entgelte für Post- und Telekommunikationsdienstleistungen, die

**Rn. 226**

nach Nr. 7002 VV RVG 20,00 € beträgt. Soweit die Beklagten-

**Rn. 227**

vertreter auch für ihre vorprozessuale Tätigkeit eine entsprechen-

**Rn. 228**

de Pauschale verdient haben, kann diese auf Grund der sich

**Rn. 229**

nur auf die Kosten des gerichtlichen Verfahrens erstreckenden

**Rn. 230**

Kostenvereinbarung vom 15.04.2008 nicht ausgeglichen werden.

**Rn. 231**

c)

**Rn. 232**

ein Teil der mit insgesamt 38,40 € (2 x 19,20 €) bezifferten Fahrt-

**Rn. 233**

kosten der Beklagtenvertreter, und zwar 19,20 €.

**Rn. 234**

Die Fahrtkosten der in C ansässigen Beklagtenvertreter

**Rn. 235**

sind nur in Höhe von 19,20 € (2 x 32 km à 0,30 €) berücksichtigungs-

**Rn. 236**

fähig. Hierbei handelt es sich um die Aufwendungen, die der Beklag-

**Rn. 237**

ten entstanden wären, wenn sie einen an ihrem Wohn- bzw. Geschäfts-

**Rn. 238**

ort B ansässigen Rechtsanwalt beauftragt hätte und dieser für

**Rn. 239**

sie die beiden Gerichtstermine vor dem Landgericht Detmold wahrge-

**Rn. 240**

nommen hätte. Wegen der Erstattung der Reisekosten in diesem Um-

**Rn. 241**

fange wird auf den Beschl. des BGH vom 16.10.2002 – VIII ZB 30/02 –

**Rn. 242**

(Rpfleger 2003, 98) verwiesen, wonach die Zuziehung eines am Wohn-

**Rn. 243**

oder Geschäftsort der auswärtigen Partei ansässigen Rechtsanwalts

**Rn. 244**

regelmäßig als zur zweckentsprechenden Rechtsverfolgung oder

**Rn. 245**

Rechtsverteidigung notwendig im Sinne von § 91 Abs. 2 Satz 1 ZPO

**Rn. 246**

anzusehen ist. Das bedeutet, dass die infolge der Beauftragung des

**Rn. 247**

auswärtigen Prozeßbevollmächtigten anfallenden Reisekosten ein-

**Rn. 248**

schließlich des Tage- und Abwesenheitsgeldes grundsätzlich erstat-

**Rn. 249**

tungspflichtig sind, sofern die Partei einen Anwalt wählt, der an ihrem

**Rn. 250**

Wohn- oder Geschäftsort ansässig ist.

**Rn. 251**

Das bedeutet aber auch, daß dann, wenn eine Partei, wie hier die

**Rn. 252**

Beklagte, einen Anwalt wählt, der weder am Prozeßgericht (Detmold)

**Rn. 253**

noch am Geschäftssitz der Beklagten (B) sondern an einem

**Rn. 254**

weiter entfernten dritten Ort, nämlich in C, seine Kanzlei unter-

**Rn. 255**

hält, dessen Kosten nur bzw. allenfalls bis zu der Höhe erstattungs-

**Rn. 256**

fähig sind, als sie auch entstanden wären, wenn die Partei einen an

**Rn. 257**

ihrem Wohnort bzw. Geschäftssitz ansässigen Rechtsanwalt beauf-

**Rn. 258**

tragt hätte. Denn die Beauftragung eines Rechtsanwalts an einem

**Rn. 259**

dritten Ort stellt regelmäßig keine Maßnahme zur zweckentsprechen-

**Rn. 260**

den Rechtsverfolgung bzw. –verteidigung dar. Deshalb kann auch die

**Rn. 261**

Beklagte des vorliegenden Verfahrens kostenrechtlich bestenfalls nur

**Rn. 262**

so gestellt werden, als wenn sie einen in B residierenden

**Rn. 263**

Rechtsanwalt mit der Wahrnehmung ihrer Interessen vor dem Land-

**Rn. 264**

gericht Detmold betraut hätte. Dieses hätte nur Kosten in dem vor-

**Rn. 265**

stehend berücksichtigten Umfang ausgemacht. ________

**Rn. 266**

Bleiben an ausgleichsfähigen Kosten der Beklagten: 3.296,35 €

**Rn. 267**

Die gesamten ausgleichsfähigen Kosten beider Parteien betragen

**Rn. 268**

somit: 8.696,19 €

**Rn. 269**

Hiervon hat der Beklagte 2/3 mit 5.797,46 €

**Rn. 270**

zu tragen.

**Rn. 271**

Seine eigenen Kosten belaufen sich auf 3.296,35 €.

**Rn. 272**

Bleiben 2.501,11 €,

**Rn. 273**

die zuzüglich des gutgebrachten Gerichtskostenüberschusses

**Rn. 274**

der Klägerin von 765,01 €

**Rn. 275**

(vgl. II.) ________

**Rn. 276**

= insgesamt 3.266,12 €

**Rn. 277**

von dem Beklagten an die Klägerin zu erstatten sind.

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Zitiervorschlag: Landgericht Detmold, Beschluss vom 27.08.2008 – 8 O 177/06, ECLI:DE:LGDT:2008:0827.8O177.06.00

Quelle: Open Legal Data, abgerufen 09.07.2026

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