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# Landesarbeitsgericht Düsseldorf, Beschluss vom 17.09.2001 – 7 Ta 213/01

ECLI:DE:LAGD:2001:0917.7TA213.01.00

## Tenor

Die sofortige Beschwerde der Antragsteller gegen den

Vergütungsfestsetzungsbeschluss des Arbeitsgerichts

Oberhausen vom 28.05.2001 wird zurückgewiesen.

Die Antragsteller tragen die Kosten der Beschwerde.

Beschwerdewert: 1.560,00 DM.

**Rn. 1**

G R Ü N D E:

**Rn. 3**

Die zulässige sofortige Beschwerde (§§ 11 Abs. 1 RPflG, 19 Abs. 2 S. 3

**Rn. 4**

BRAGO, 104 Abs. 3 S. 1 ZPO; 577 Abs. 2 ZPO) ist erfolglos. Nach § 31

**Rn. 5**

Abs. 1 Nr. 3 BRAGO erhält der Rechtsanwalt eine Beweisgebühr (u.a.)

**Rn. 6**

für die Vertretung im Beweisaufnahmeverfahren.

**Rn. 7**

Das B e w e i s a u f n a h m e v e r f a h r e n beginnt in dem Zeitpunkt, in

**Rn. 8**

dem das Gericht zum ersten Mal seine Beweiserhebungsabsicht kund tut;

**Rn. 9**

sog. Beweisanordnung (vgl. Gerold/Schmidt-von Eicken, BRAGO, 14. Aufl.,

**Rn. 10**

§ 31 Rdn. 97). Steht der Zeugenbeweis in Rede, so liegt, wenn die Beweis-

**Rn. 11**

aufnahme, wie hier, ein besonderes Verfahren erfordert (§ 356 ZPO), die

**Rn. 12**

Kundgabe der Beweiserhebungsabsicht in dem Erlass des in diesem Fall

**Rn. 13**

erforderlichen Beweisbeschlusses (vgl. a.a.O., Rdn. 90). Mit dem Erlass des

**Rn. 14**

Beweisbeschlusses entsteht die Beweisgebühr. Darauf, ob der Beschluss

**Rn. 15**

zur Durchführung gelangt, kommt es nicht an (vgl. a.a.O. Rdn. 98).

**Rn. 16**

Hier hat das Arbeitsgericht mit dem am Schluss der Kammersitzung vom

**Rn. 17**

05.01.2001 verkündeten Beschluss einen neuen Kammertermin anberaumt

**Rn. 18**

und bestimmt, dass zu diesem Termin die Zeugen W. und B. geladen wer-

**Rn. 19**

den. Darin kann ein Beweisbeschluss nicht gesehen werden. Zwar ist in

**Rn. 20**

diesem Zusammenhang nicht entscheidend, ob ein Beweisbeschluss formell

**Rn. 21**

in Ordnung ist, er bei einer gebotenen Zeugenvernehmung etwa § 359 ZPO

**Rn. 22**

entspricht. Jedenfalls aber muss aus dem Beschluss hervorgehen, dass im

**Rn. 23**

Gegensatz zu einer bloß vorbereitenden Maßnahme bereits eine Beweisan-

**Rn. 24**

ordnung getroffen werden soll. Mangels weitere Anhaltspunkte ist jedoch

**Rn. 25**

davon auszugehen, dass bei einer bloßen Anordnung der Ladung von Zeugen

**Rn. 26**

lediglich der weitere Termin vorbereitet werden soll, während die Entscheidung,

**Rn. 27**

ob die Zeugen tatsächlich gehört werden sollen, der Kammer (deren Zu-

**Rn. 28**

sammensetzung sich im arbeitsgerichtlichen Verfahren in der Regel ändert)

**Rn. 29**

bei der erneuten Verhandlung vorbehalten werden soll. Hier spricht für eine

**Rn. 30**

bloße vorbereitende Maßnahme in gewisser Weise auch, dass auch den Zeu-

**Rn. 31**

gen ein Beweisthema nicht mitgeteilt worden ist.

**Rn. 32**

Dass das Arbeitsgericht möglicherweise prozessordnungswidrig vorgegangen

**Rn. 33**

ist nach Lage der Dinge hätte ein Beweisbeschluss ergehen müssen, steht

**Rn. 34**

auf einem anderen Blatt, kann indes nicht dazu führen, dass von einer Beweis-

**Rn. 35**

anordnung ausgegangen werden müsste. Für das Entstehen einer Gebühr ist

**Rn. 36**

allein entscheidend, ob ein Gebührentatbestand tatsächlich verwirklicht worden

**Rn. 37**

ist (vgl. Herget, Anm. zu dem Beschluss der Beschwerdekammer vom 29.06.

**Rn. 38**

1995 7 Ta 141/95 in KostRsp. BRAGO § 31 Ziff. 3 Nr. 192; a.A. Riedel/

**Rn. 39**

Sußbauer-Keller, BRAGO, 8. Aufl., § 31 Rdn. 111 mit Rechtsprechungsnach-

**Rn. 40**

weisen pro und contra; siehe auch Slowana/Hansens, BRAGO, 7. Aufl., § 31

**Rn. 41**

Rdn. 29).

**Rn. 42**

Zwar hat die Beschwerdekammer in der v.g. Entscheidung (vollständig abge-

**Rn. 43**

druckt in LAGE § 31 BRAGO Nr. 20 = JurBüro 1996, 25) die Auffassung ver-

**Rn. 44**

treten, trotz Fehlens eines Beweisbeschlusses entstünde eine Beweisgebühr

**Rn. 45**

auch dann, wenn ein Beweisbeschluss angezeigt gewesen wäre und auf-

**Rn. 46**

grund der Verhandlung ersichtlich war, zu welchem Beweisthema die Zeugen

**Rn. 47**

vernommen werden sollten. Ob an dieser Rechtsprechung aufgrund der

**Rn. 48**

vorerwähnten richtigen Überlegung, dass das Gebührenrecht Folgerecht ist,

**Rn. 49**

nicht weiter festgehalten werden kann, bedarf im vorliegenden Fall keiner

**Rn. 50**

Entscheidung.

**Rn. 51**

Denn diese Rechtsprechung war nur für die Fälle gedacht, dass sich das

**Rn. 52**

Beweisthema aufgrund des Akteninhalts aufdrängte (dort: Vernehmung einer

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Zeugin zu der vereinbarten Höhe des Lohnes). Hier liegen die Dinge

**Rn. 54**

entscheidend anders. In dem hier zugrunde liegen den Rechtsstreit sind im

**Rn. 55**

Verlaufe des Verfahrens neben den beiden in dem Beschluss genannten

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Zeugen von beiden Seiten weitere Zeugen benannt worden. Die in dem

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Beschluss genannten Zeugen werden ihrerseits für die Richtigkeit

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von verschiedenen Behauptungen benannt.

**Rn. 59**

Die Antragsteller vermögen anscheinend im Übrigen selbst nicht das Beweis-

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thema und die Beweisthemen zu benennen, zu denen die im Beschluss ge-

**Rn. 61**

nannten Zeugen vernommen werden sollten. Es fragt sich unter diesen Um-

**Rn. 62**

ständen auch, wie sie eine auf das Beweisverfahren bezogene Tätigkeit ent-

**Rn. 63**

faltet haben sollen, was ( für die Vertretung im Beweisaufnahmeverfahren )

**Rn. 64**

zusätzliche Voraussetzung für das Entstehen der Beweisgebühr ist (vgl. Be-

**Rn. 65**

schwerdekammer in: LAGE § 31 BRAGO Nr. 9; von-Eicken, a.a.O., Rdn. 123).

**Rn. 66**

Die Kostenentscheidung beruht auf § 97 Abs. 1 ZPO.

**Rn. 67**

Gegen diesen Beschluss findet keine weitere Beschwerde statt (§ 78 Abs. 2

**Rn. 68**

ArbGG).

**Rn. 69**

gez.: Dr.Rummel

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Zitiervorschlag: Landesarbeitsgericht Düsseldorf, Beschluss vom 17.09.2001 – 7 Ta 213/01, ECLI:DE:LAGD:2001:0917.7TA213.01.00

Datenquelle: Open Legal Data, abgerufen 09.07.2026

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