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# Amtsgericht Krefeld, Anerkenntnisurteil vom 18.12.2024 – 7 C 180/24

ECLI:DE:AGKR:2024:1218.7C180.24.00

## Tenor

Es wird festgestellt, dass die Beklagte verpflichtet war, der Klägerin den

sich unter Berücksichtigung eines Wertes des Grundbesitzes I.

000 in 0000 L von 430.000,00 EUR ergebenden

Pflichtteil nach dem Erblasser G. H. zu zahlen.

Die Kosten des Rechtsstreits, einschließlich die Kosten des

selbstständigen Beweisverfahrens vor dem Landgericht Krefeld mit dem

Az. 4 OH 1/23, hat die Beklagte zu tragen.

Das Urteil ist vorläufig vollstreckbar.

**Rn. 1**

Ohne Tatbestand und Entscheidungsgründe (gemäß § 313b Abs. 1 ZPO).

**Rn. 2**

Die Kostenentscheidung beruht auf § 91 Abs. 1 ZPO. Die Kosten sind nicht gem.

**Rn. 3**

§ 93 ZPO der Klägerin aufzuerlegen. Die Voraussetzungen hierfür liegen nicht vor.

**Rn. 4**

Die Beklagte hat Anlass zur Klage gegeben.

**Rn. 5**

Veranlassung zur Klage besteht, wenn die Klägerin aufgrund des vorprozessualen

**Rn. 6**

Verhaltens der Beklagten annehmen muss, sie werde ohne Klage nicht zu ihrem

**Rn. 7**

Recht kommen (vgl. OLG Hamm, Beschluss vom 15.12.2015 - 28 W 41/15). Mit der

**Rn. 8**

Feststellungsklage hat die Klägerin ihr Interesse an einer für sie günstigen

**Rn. 9**

Kostengrundentscheidung, die die Kosten des selbstständigen Beweisverfahrens

**Rn. 10**

umfasst, verfolgt. Ein solches Vorgehen wird als zulässig erachtet, wenn die beklagte

**Rn. 11**

Partei nach der selbstständigen Beweiserhebung eine Handlung – vorliegend die

**Rn. 12**

Zahlung der Pflichtteile – vornimmt, die das Interesse der klagenden Partei entfallen

**Rn. 13**

lässt, die beklagte Partei hierauf klageweise in Anspruch zu nehmen (vgl. OLG

**Rn. 14**

Hamm, a.a.O., n.w.N.). Hintergrund ist, dass das Gesetz - abgesehen von dem Fall

**Rn. 15**

des § 494a Abs. 2 ZPO - nicht die Möglichkeit eröffnet, im Rahmen des

**Rn. 16**

selbstständigen Beweisverfahrens eine Kostenentscheidung herbeizuführen, es

**Rn. 17**

insbesondere auch nicht statthaft ist, ein solches Verfahren für erledigt zu erklären.

**Rn. 18**

Zur Erhebung einer solchen Feststellungsklage wegen der angefallenen Kosten hat

**Rn. 19**

eine klagende Partei dementsprechend nur dann Anlass, wenn sie zuvor ein

**Rn. 20**

berechtigtes Interesse daran gehabt hatte, die beklagte Partei auf Zahlung gemäß

**Rn. 21**

dem Ergebnis des Beweisverfahrens klageweise in Anspruch zu nehmen. Das setzt

**Rn. 22**

wiederum voraus, dass die Gegenseite durch ihr Verhalten Veranlassung zu einer

**Rn. 23**

solchen Leistungsklage gegeben hatte (vgl. OLG Hamm, a.a.O., m.w.N).

**Rn. 24**

Dies ist hier der Fall. Die Beklagte hat zwar für den zugunsten der Klägerin

**Rn. 25**

bestehenden Pflichtteils- bzw. Pflichtteilsergänzungsanspruchs auf die schriftliche

**Rn. 26**

Aufforderung vom 24.02.2023 hin ein Nachlassverzeichnis gefertigt und Auskünfte

**Rn. 27**

erteilt. Sie hat aber darüber hinaus den Pflichtteilsanspruch der Klägerin trotz

**Rn. 28**

Aufforderung weder anerkannt noch auf diesen geleistet. Die diesbezügliche im

**Rn. 29**

Schreiben vom 24.02.2023 klägerseits gesetzte Frist (Anlage K1, Nl. 8 ff. d. A.) hat

**Rn. 30**

die Beklagte fruchtlos verstreichen lassen. Es mag sein, dass keine Erklärung

**Rn. 31**

abgegeben hat, dass sie die Ansprüche niemals bedienen werde. Es ist aber zur

**Rn. 32**

Bewertung, ob sie Veranlassung der Klage gegeben hat, für das Gericht darauf

**Rn. 33**

abzustellen, dass sie nicht auf den Anspruch gezahlt hat und im Rahmen des

**Rn. 34**

selbstständigen Beweisverfahrens an keiner Stelle vor Einholung des Gutachtens

**Rn. 35**

zum Ausdruck gebracht, dass sie den Klägeranspruch unter Zugrundelegung des

**Rn. 36**

klägerseits behaupteten Grundstückswerts begleichen oder anerkennen werde. Die

**Rn. 37**

vorgelegten Ausführungen der Beklagtenseite (vgl. Anlage K6, Bl. 81 f. d. A.)

**Rn. 38**

beschränken sich darauf, sich gegen die Kostenlast des Verfahrens zu wehren,

**Rn. 39**

obwohl sie selbst kein Wertgutachten in die Wege geleitet oder den klägerseits

**Rn. 40**

behaupteten Grundstückswert anerkennt hat. Die Leistung auf den Klägeranspruch

**Rn. 41**

erfolgte letztendlich erst nach erneuter Aufforderung in Ansehung des Ergebnisses

**Rn. 42**

des durchgeführten selbstständigen Beweisverfahrens. Schon aus diesem Grund

**Rn. 43**

stellt sich die Einleitung des selbstständigen Beweisverfahrens für das Gericht

**Rn. 44**

entgegen der Beklagtenmeinung auch nicht als mutwillig dar.

**Rn. 45**

Da dem hiesigen Fall nach alldem gerade nicht die Hauptleistungsklage auf Zahlung

**Rn. 46**

des Pflichtteilsanspruchs zur Entscheidung zugrunde lag, kommt es entgegen der

**Rn. 47**

Beklagtenmeinung nicht darauf an, ob die Beklagte vor Erhebung der hiesigen Klage

**Rn. 48**

den Hauptanspruch der Klägerin auf Zahlung des Pflichtteils zwei Tage vor

**Rn. 49**

Klageeinreichung erfüllt hat und ob sie sich damit in Verzug befunden hat.

**Rn. 50**

Der Streitwert wird auf 3.391,73 EUR festgesetzt.

**Rn. 51**

Rechtsbehelfsbelehrung:

**Rn. 52**

A) Gegen dieses Urteil ist das Rechtsmittel der Berufung für jeden zulässig, der

**Rn. 53**

durch dieses Urteil in seinen Rechten benachteiligt ist,

**Rn. 54**

1. wenn der Wert des Beschwerdegegenstandes 600,00 EUR übersteigt oder

**Rn. 55**

2. wenn die Berufung in dem Urteil durch das Amtsgericht zugelassen worden ist.

**Rn. 56**

Die Berufung muss innerhalb einer Notfrist von einem Monat nach Zustellung

**Rn. 57**

dieses Urteils bei dem Landgericht Krefeld, eingegangen sein. Die Berufungsschrift

**Rn. 58**

muss die Bezeichnung des Urteils, gegen das die Berufung gerichtet wird, sowie die

**Rn. 59**

Erklärung, dass gegen dieses Urteil Berufung eingelegt werde, enthalten.

**Rn. 60**

Die Berufung ist, sofern nicht bereits in der Berufungsschrift erfolgt, binnen zwei

**Rn. 61**

Monaten nach Zustellung dieses Urteils schriftlich gegenüber dem Landgericht

**Rn. 62**

Krefeld zu begründen.

**Rn. 63**

Die Parteien müssen sich vor dem Landgericht Krefeld durch einen Rechtsanwalt

**Rn. 64**

vertreten lassen, insbesondere müssen die Berufungs- und die

**Rn. 65**

Berufungsbegründungsschrift von einem solchen unterzeichnet sein.

**Rn. 66**

Mit der Berufungsschrift soll eine Ausfertigung oder beglaubigte Abschrift des

**Rn. 67**

angefochtenen Urteils vorgelegt werden.

**Rn. 69**

B) Gegen die Kostengrundentscheidung ist das Rechtsmittel der sofortigen

**Rn. 70**

Beschwerde zulässig (§ 99 II ZPO), wenn der Wert der Hauptsache 600,00 EUR und

**Rn. 71**

der Wert des Beschwerdegegenstandes 200,00 EUR übersteigt. Die sofortige

**Rn. 72**

Beschwerde ist bei dem Amtsgericht Krefeld, Nordwall 131, 47798 Krefeld oder dem

**Rn. 73**

Landgericht Krefeld schriftlich in deutscher Sprache oder zur Niederschrift der

**Rn. 74**

Geschäftsstelle eines jeden Amtsgerichts einzulegen.

**Rn. 75**

Die sofortige Beschwerde muss die Bezeichnung der angefochtenen Entscheidung

**Rn. 76**

sowie die Erklärung enthalten, dass sofortige Beschwerde gegen diese Entscheidung

**Rn. 77**

eingelegt wird. Sie ist zu unterzeichnen und soll begründet werden.

**Rn. 78**

Die sofortige Beschwerde muss spätestens innerhalb einer Notfrist von zwei

**Rn. 79**

Wochen bei dem Amtsgericht Krefeld oder dem Landgericht Krefeld eingegangen

**Rn. 80**

sein. Dies gilt auch dann, wenn die sofortige Beschwerde zur Niederschrift der

**Rn. 81**

Geschäftsstelle eines anderen Amtsgerichts abgegeben wurde. Die Frist beginnt mit

**Rn. 82**

der Zustellung der Entscheidung, spätestens mit Ablauf von fünf Monaten nach

**Rn. 83**

Erlass dieser Entscheidung.

**Rn. 84**

Hinweis zum elektronischen Rechtsverkehr:

**Rn. 85**

Die Einlegung ist auch durch Übertragung eines elektronischen Dokuments an die

**Rn. 86**

elektronische Poststelle des Gerichts möglich. Das elektronische Dokument muss für

**Rn. 87**

die Bearbeitung durch das Gericht geeignet und mit einer qualifizierten

**Rn. 88**

elektronischen Signatur der verantwortenden Person versehen sein oder von der

**Rn. 89**

verantwortenden Person signiert und auf einem sicheren Übermittlungsweg gemäß

**Rn. 90**

§ 130a ZPO nach näherer Maßgabe der Verordnung über die technischen

**Rn. 91**

Rahmenbedingungen des elektronischen Rechtsverkehrs und über das besondere

**Rn. 92**

elektronische Behördenpostfach (BGBl. 2017 I, S. 3803) eingereicht werden. Auf die

**Rn. 93**

Pflicht zur elektronischen Einreichung durch professionelle Einreicher/innen ab dem

**Rn. 94**

01.01.2022 durch das Gesetz zum Ausbau des elektronischen Rechtsverkehrs mit

**Rn. 95**

den Gerichten vom 10. Oktober 2013, das Gesetz zur Einführung der elektronischen

**Rn. 96**

Akte in der Justiz und zur weiteren Förderung des elektronischen Rechtsverkehrs

**Rn. 97**

vom 5. Juli 2017 und das Gesetz zum Ausbau des elektronischen Rechtsverkehrs

**Rn. 98**

mit den Gerichten und zur Änderung weiterer Vorschriften vom 05.10.2021 wird

**Rn. 99**

hingewiesen.

**Rn. 100**

Weitere Informationen erhalten Sie auf der Internetseite www.justiz.de.

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Zitiervorschlag: Amtsgericht Krefeld, Anerkenntnisurteil vom 18.12.2024 – 7 C 180/24, ECLI:DE:AGKR:2024:1218.7C180.24.00

Quelle: Open Legal Data, abgerufen 09.07.2026

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Nicht-amtliche Fassung — maßgeblich ist die Ausfertigung des Gerichts

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