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# Amtsgericht Düsseldorf, Urteil vom 15.05.2007 – 52 C 1310/07

ECLI:DE:AGD:2007:0515.52C1310.07.00

## Tenor

hat das Amtsgericht Düsseldorf im schriftlichen Verfahren gemäß § 128 ZPO

durch den Richter am Amtsgericht X

für R e c h t erkannt:

Die Klage wird abgewiesen.

Auf die Widerklage wird der Kläger verurteilt, an die Beklagte 5.000 €

nebst 5 % Zinsen über dem Basiszinssatz seit dem 10.4.2007 zu

zahlen.

Die Kosten des Verfahrens trägt der Kläger.

Das Urteil ist für die Beklagte gegen Sicherheitsleistung in Höhe von

110 % des beizutreibenden Betrages vorläufig vollstreckbar.

Streitwert: 5.000 €.

## Tatbestand

**Rn. 2**

Der Kläger hatte bei der Beklagten für einen von ihm gehaltenen X eine

**Rn. 3**

Kraftfahrzeughaftpflichtversicherung abgeschlossen.

**Rn. 4**

Am 17.4.2006 kam es in X zu einem Verkehrsunfall mit diesem Fahrzeug.

**Rn. 5**

Der Kläger fuhr mit dem bei der Beklagten versicherten Fahrzeug frontal auf das

**Rn. 6**

Fahrzeug der anderweitigen Unfallbeteiligten, Frau X auf. Der Kläger wies

**Rn. 7**

zum Unfallzeitpunkt eine Blutalkoholkonzentration von 2,06 Promille auf und war in

**Rn. 8**

Schlangenlinien gefahren. Die in der Gegenrichtung fahrende Frau X hatte

**Rn. 9**

ihre Fahrspur nicht verlassen. Auch sie wies aber Alkohol im Blut auf, es wurde bei

**Rn. 10**

ihr eine Blutalkoholkonzentration von 0,7 Promille festgestellt.

**Rn. 11**

Die Beklagte erstattete der Unfallgegnerin des Klägers auf den von ihr angemeldeten

**Rn. 12**

Schaden insgesamt 14.457,04 €.

**Rn. 13**

Mit Schreiben vom 13.6.2006 kündigte die Beklagte an, den Kläger bis zu einem Be-

**Rn. 14**

trag von maximal 5.000 € in Regress nehmen zu wollen.

**Rn. 15**

Der Kläger begehrt die Feststellung, nicht zum Regress verpflichtet zu sein, da seiner

**Rn. 16**

Ansicht nach der Unfall nicht auf seine Alkoholisierung zurückzuführen sei, vielmehr

**Rn. 17**

berücksichtig werden müsse, dass auch die Unfallgegnerin alkoholisiert ihr Fahrzeug

**Rn. 18**

gesteuert habe.

**Rn. 19**

Der Kläger beantragt,

**Rn. 20**

festzustellen, dass die Beklagte keinen Rückgriffsanspruch i.H.v. 5.000

**Rn. 21**

€ aus einem Verkehrsunfall vom 17.4.2006 gegen den Kläger hat.

**Rn. 22**

Die Beklagte beantragt,

**Rn. 23**

die Klage abzuweisen.

**Rn. 24**

Die Beklagte beantragt widerklagend,

**Rn. 25**

den Kläger zu verurteilen, an sie 5.000 € nebst 5 % Zinsen über dem

**Rn. 26**

Basiszinssatz seit Rechtshängigkeit zu zahlen.

**Rn. 27**

Die Beklagte ist der Ansicht, dass sie im Innenverhältnis gegenüber dem Kläger von

**Rn. 28**

der Verpflichtung zur Leistung in Höhe eines Betrages bis zu 5.000 € befreit sei und

**Rn. 29**

ihr ein Regressanspruch in dieser Höhe zustehe, da der Kläger den Unfalls durch sei-

**Rn. 30**

ne hochgradige Alkoholisierung zumindest mitverursacht habe.

**Rn. 31**

Wegen der weiteren Einzelheiten des Parteivorbringens wird auf die gewechselten

**Rn. 32**

Schriftsätze nebst Anlagen Bezug genommen.

## Entscheidungsgründe

**Rn. 34**

Die Klage ist bereits unzulässig.

**Rn. 35**

Der auf Gewährung von Versicherungsschutz gerichteten Feststellungsklage des

**Rn. 36**

Klägers fehlt schon das gemäß § 256 ZPO erforderliche Feststellungsinteresse.

**Rn. 37**

Nachdem die Beklagte mit der Widerklage eine Leistungsklage identischen Streitge-

**Rn. 38**

genstandes erhoben hat, in dem sie auf Leistung aus dem selben Sachverhalt klagt

**Rn. 39**

bezüglich dessen der Kläger die Feststellung begehrt, nicht zur Leistung verpflichtet

**Rn. 40**

zu sein, ist ein ggf. ursprünglich bestehendes Feststellungsinteresse erloschen. Der

**Rn. 41**

Kläger hätte daher die Klage zurücknehmen müssen, dies ist jedoch nicht erfolgt.

**Rn. 42**

Hingegen ist die Widerklage begründet.

**Rn. 43**

Die Beklagte ist gemäß § 3 Nr. 9 S. 2 PflVersG i.V.m. § 61 VVG und § 2 b AKB be-

**Rn. 44**

rechtigt von dem Kläger Ersatz für den der Unfallgegnerin zugeleiteten Schadenser-

**Rn. 45**

satzsumme bis zu einem Betrag von 5.000 € zu verlangen.

**Rn. 46**

Die Schadensersatzsumme von insgesamt über 14.000 € ist vom Kläger nicht bestrit-

**Rn. 47**

ten worden.

**Rn. 48**

Die Beklagte kann insoweit auf den Kläger zurückgreifen, da sie im Verhältnis ihm

**Rn. 49**

gegenüber von der Verpflichtung zur Leistung befreit ist.

**Rn. 50**

Diese Leistungsbefreiung folgt aus § 2 b Nr. 1 lit. e AKB i.V.m. § 61 VVG, da der Klä-

**Rn. 51**

ger sein Fahrzeug im absolut fahruntüchtigen Zustand geführt hat.

**Rn. 52**

Bei einer Blutalkoholkonzentration von weit über 1,1 Promille ist dem Fahrer grobe

**Rn. 53**

Fahrlässigkeit vorzuwerfen und die Kausalität für den Versicherungsfall wird vermu-

**Rn. 54**

tet, sodass eine Leistungsfreiheit anzunehmen ist (vgl. BGH, VersR 1991, 1367).

**Rn. 55**

Der Kläger hat schon einen wesentlichen Unfallbeitrag dadurch gesetzt, dass er sich

**Rn. 56**

in groß fahrlässiger Weise überhaupt in seinem alkoholisierten Zustand an das Steu-

**Rn. 57**

er seines Fahrzeugs gesetzt hat.

**Rn. 58**

Es kann auch nicht im Ansatz davon ausgegangen werden, dass seine alkoholbe-

**Rn. 59**

dingte Fahruntüchtigkeit nicht ursächlich für den Unfall war. Der Kläger beruft sich

**Rn. 60**

allein darauf, dass auch seine Unfallgegnerin unter Alkoholeinfluss stand. Diese Al-

**Rn. 61**

koholisierung auch der Unfallgegnerin war aber allenfalls mitursächlich, wobei sich

**Rn. 62**

diese im Gegensatz zu ihm noch nicht im Zustand absoluter Fahruntüchtigkeit be-

**Rn. 63**

fand. Anders als im Fahrverhalten des Klägers ist aber nicht erkennbar, dass sich die

**Rn. 64**

Alkoholisierung seiner Unfallgegnerin auch im Unfallereignis ausgewirkt hätte. Der

**Rn. 65**

Kläger hat unbestritten gelassen in Schlangenlinien gefahren zu sein, seine Fahrspur

**Rn. 66**

also nicht mehr halten konnte und dann frontal auf das andere Fahrzeug aufgeprallt

**Rn. 67**

zu sein, welches in seiner Fahrspur verblieben war.

**Rn. 68**

Es überrascht bei dieser Sachlage doch schon enorm, das der damals hochgradig

**Rn. 69**

unter Alkohol stehende Kläger eine Ursächlichkeit seines Alkoholkonsums für den

**Rn. 70**

Unfall in Abrede stellt.

**Rn. 71**

Die Beklagte ist daher zum Rückgriff berechtigt.

**Rn. 72**

Die Zinsentscheidung beruht auf den §§ 288, 291 BGB.

**Rn. 73**

Die Nebenentscheidungen folgen aus den §§ 91, 709 ZPO.

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Zitiervorschlag: Amtsgericht Düsseldorf, Urteil vom 15.05.2007 – 52 C 1310/07, ECLI:DE:AGD:2007:0515.52C1310.07.00

Datenquelle: Open Legal Data, abgerufen 09.07.2026

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