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# Amtsgericht Düsseldorf, Urteil vom 19.02.2002 – 36 C 13527/01

ECLI:DE:AGD:2002:0219.36C13527.01.00

## Tenor

hat das Amtsgericht Düsseldorf

auf die mündliche Verhandlung vom 15. Januar 2002

durch den Richter am Amtsgericht X

für R e c h t erkannt:

Der Beklagte wird verurteilt, an die Klägerin 2.343,40 EUR zu zahlen

nebst 4% Zinsen ab 06.08.2001

Der Beklagte trägt die Kosten des Rechtsstreits.

Das Urteil ist gegen Sicherheitsleistung von 2.800,-- EUR vorläufig voll-

streckbar.

**Rn. 1**

T a t b e s t a n d :

**Rn. 2**

Der Beklagte beschädigte am Nachmittag des 09.07.1999 mit dem bei der

**Rn. 3**

Klägerin haftpflichtversicherten Pkw X rückwärtsfahrend auf dem

**Rn. 4**

Parkplatz in X, X Straße, den geparkten

**Rn. 5**

Pkw mit dem Kennzeichen X.

**Rn. 6**

Der Beklagte stieg aus seinem Wagen aus und besah den angerichteten

**Rn. 7**

Schaden. Er wurde aufgrund des Unfallgeschehens vom Amtsgericht X

**Rn. 8**

wegen unerlaubten Entfernens vom Unfallort zu einer Geldstrafe verurteilt

**Rn. 9**

(AG X).

**Rn. 10**

Die Klägerin regulierte den Unfallschaden der Unfallgegnerin des Beklagten

**Rn. 11**

und fordert vom Beklagten Erstattung in der unbestrittenen Höhe von

**Rn. 12**

4.481,33 DM.

**Rn. 13**

Sie wirft dem Beklagten einen vorsätzlichen Verstoß gegen die Aufklärungs-

**Rn. 14**

obliegenheiten nach § 7 Abs. 1 Satz AKB vor und erachtet sich daher bis zur

**Rn. 15**

Höhe von 5.000,-- DM als leistungsfrei.

**Rn. 16**

Sie beantragt,

**Rn. 17**

den Beklagten zu verurteilen, an sie 4.581,33 DM nebst 4%

**Rn. 18**

Zinsen ab Rechtshängigkeit zu zahlen.

**Rn. 19**

Der Beklagte beantragt,

**Rn. 20**

die Klage abzuweisen.

**Rn. 21**

Er behauptet, nach vergeblichem Warten über die Dauer von 20 bis 25 Mi-

**Rn. 22**

nuten hinweg habe er einen Zettel zwischen Spiegel und Außenhülle des

**Rn. 23**

linksseitigen Außenspiegels des gegnerischen Fahrzeuges gesteckt mit der

**Rn. 24**

Angabe seines Namens seiner Anschrift und des Unfallzeitpunktes.

**Rn. 25**

In der Folgezeit habe er sich gewundert, nicht vom Halter des beschädigten

**Rn. 26**

Pkw angesprochen worden zu sein.

**Rn. 27**

Er meint, ein Regress auf 5.000,-- DM sei geknüpft an eine besondere

**Rn. 28**

schwerwiegende vorsätzliche Obliegenheitsverletzung, die hier nicht vorliege.

**Rn. 29**

Wegen des Sach- und Streitstandes im Übrigen wird auf den Akteninhalt Be-

**Rn. 30**

zug genommen.

**Rn. 31**

E n t s c h e i d u n g s g r ü n d e :

**Rn. 32**

Die Klage ist begründet.

**Rn. 33**

Die folgt aus §§ 3 Nr. 9 Satz 2 Pflichtversicherungsgesetz, 426 BGB.

**Rn. 34**

Im Rahmen des Gesamtschuldnerausgleiches hat der Beklagte der Klägerin

**Rn. 35**

deren Regulierungsleistung voll zu erstatten, da die Klägerin ihm gegenüber

**Rn. 36**

nach § 7 Abs. 5 AKB leistungsfrei geworden ist. Wenn der Versicherungs-

**Rn. 37**

nehmer seiner Obliegenheit, zur Aufklärung beizutragen, nicht nachkommt,

**Rn. 38**

sondern sich der Feststellung seiner Person und Unfallbeteiligung zu entzie-

**Rn. 39**

hen trachtet, kann sich der Versicherer auch dann auf Leistungsfreiheit nach §

**Rn. 40**

7 Abs. 5 bis zum Betrage von 5.000,-- DM berufen, wenn sich dieses Verhal-

**Rn. 41**

ten nicht zusätzlich schädigend auf die Regulierung ausgewirkt haben sollte

**Rn. 42**

(vgl. Stiefel/Hofmann "Kraftfahrtversicherung", AKB-Kommentar, 17. Auflage,

**Rn. 43**

§ 7 Rn. 5). Zwar ist das auf Fahrerflucht lautende Strafurteil für den vorliegen-

**Rn. 44**

den Deckungsprozess nicht bindend. Die dortigen Feststellungen, die im We-

**Rn. 45**

sentlichen seitens der Parteien auch nicht angegriffen werden, begründen

**Rn. 46**

auch für den vorliegenden Rechtsstreit den Anschein einer vorsätzlichen Ob-

**Rn. 47**

liegenheitsverletzung seitens des Beklagten. Angesichts der Schadenshöhe

**Rn. 48**

von deutlich über 4.000,-- DM musste dem Beklagten klar sein, dass die kur-

**Rn. 49**

ze Wartezeit von 20 oder höchstens 25 Minuten am Pkw der Geschädigten

**Rn. 50**

nicht ausreichen konnte, der Wartepflicht zu genügen. Selbst nach dem Vor-

**Rn. 51**

trag des Beklagten ist auch nicht erkennbar, dass dieser dann zumindest

**Rn. 52**

nachträglich das Notwendige unternommen hätte, Feststellungen zu seiner

**Rn. 53**

Schadensbeteiligung zu ermöglichen. Dieser Pflicht wäre er sodann ausge-

**Rn. 54**

setzt gewesen, wenn er sich nach Ablauf der Wartefrist zunächst erlaubt vom

**Rn. 55**

Unfallort entfernt hätte. Keinesfalls genügte es - die Richtigkeit des Beklag-

**Rn. 56**

tenvortrages insoweit dahingestellt - am Pkw der Geschädigten einen Zettel

**Rn. 57**

mit Namen und Adresse anzubringen. Der Beklagte hätte Kontakt zur Poli-

**Rn. 58**

zei aufnehmen können und müssen. Er konnte es nicht dabei bewenden las-

**Rn. 59**

sen, sich über 4 Wochen hinweg zu wundern, dass sich die Geschädigte nicht

**Rn. 60**

bei ihm meldete.

**Rn. 61**

Der Regress ist nicht an einen besonders schwerwiegenden Verstoß ge-

**Rn. 62**

knüpft. Der Regressanspruch auf 5.000,-- DM ist nach AKB 7 Abs. 5 Nr. 2 der

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untere Wert, nicht der erweiterte (AKB 95).

**Rn. 64**

Die eingeklagte Summe entspricht 2.342,40 EUR und ist nach §§ 288,291 BGB

**Rn. 65**

mit zumindest 4% ab Rechtshängigkeit zu verzinsen.

**Rn. 66**

Die Kostenentscheidung beruht auf § 91 ZPO.

**Rn. 67**

Die Entscheidung über die vorläufige Vollstreckbarkeit ergeht nach § 709 Satz

**Rn. 68**

1 ZPO.

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Zitiervorschlag: Amtsgericht Düsseldorf, Urteil vom 19.02.2002 – 36 C 13527/01, ECLI:DE:AGD:2002:0219.36C13527.01.00

Quelle: Open Legal Data, abgerufen 09.07.2026

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Nicht-amtliche Fassung — maßgeblich ist die Ausfertigung des Gerichts

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