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# Amtsgericht Düsseldorf, Urteil vom 17.01.2002 – 56 C 9912/01

ECLI:DE:AGD:2002:0117.56C9912.01.00

## Tenor

hat das Amtsgericht Düsseldorf

auf die mündliche Verhandlung vom 06. Dezember 2001

durch den Richterin am Amtsgericht X

für R e c h t erkannt:

Die Beklagte wird verurteilt, an den Kläger

314,28 EUR (i. W. dreihundertvierzehn, 28/100

EUR) nebst Zinsen in Höhe von 5

Prozentpunkten über dem Basiszinssatz seit

05.02.2001 zu zahlen.

Die weitergehende Klage wird abgewiesen.

Von den Kosten des Rechtsstreits tragen der

Kläger 87 %, die Beklagte 13 %.

Das Urteil ist vorläufig vollstreckbar.

Der Kläger darf die Vollstreckung gegen Sicher-

heitsleistung von 700,00 DM abwenden, wenn nicht

die Beklagte vor der Vollstreckung in gleicher

Höhe Sicherheit leistet.

Sicherheitsleistungen können auch durch selbst-

schuldnerische, unbedingte und unbefristete

Bürgschaften von als Zoll- und Steuerbürgen

zugelassenen deutschen Kreditinstituten be-

wirkt werden.

**Rn. 1**

T a t b e s t a n d

**Rn. 2**

Unter dem 05. Februar 2000 bestätigte das Reisebüro X

**Rn. 3**

der Ehefrau des Klägers die Option für die Buchung einer

**Rn. 4**

Pauschalreise bei der Beklagten für drei Personen nach X

**Rn. 5**

in der Zeit vom 10. 10. 2000 bis 26. 10. 2000

**Rn. 6**

zum Gesamtpreis von 3.961,00 DM. Unter dem 18. 07. 2000

**Rn. 7**

teilte die Beklagte dem Reisebüro mit, die Flüge seien

**Rn. 8**

storniert worden, der Familie des Klägers sollte eine

**Rn. 9**

Alternative mit einem um jeweils einen Tag späteren Hin-

**Rn. 10**

und Rückflug angeboten werden. Der Kläger erklärte sich

**Rn. 11**

einverstanden. Unter dem 18. 09. 2000 faxte die Beklagte

**Rn. 12**

dem Reisebüro, dass der Flug statt wie vorgesehen über

**Rn. 13**

den Flughafen X, nunmehr über den Flughafen y

**Rn. 14**

stattfinden sollte. Das lehnte der Kläger ab.

**Rn. 15**

Der Kläger macht zum einen Impfkosten geltend, die im Hin-

**Rn. 16**

blick auf die avisierte Reise im September 2000 vor dem

**Rn. 17**

18. September 2000 angefallen sind. Zum anderen verlangt er

**Rn. 18**

immateriellen Schadensersatz in Höhe von 4.000,00 DM.

**Rn. 19**

Der Kläger beantragt,

**Rn. 20**

die Beklagte zu verurteilen, an ihn 4.614,68 DM

**Rn. 21**

nebst Zinsen in Höhe von 5 % über dem Basiszinssatz

**Rn. 22**

seit 05.02.2001 zu zahlen.

**Rn. 23**

Die Beklagte beantragt,

**Rn. 24**

die Klage abzuweisen.

**Rn. 25**

Die Beklagte meint, ein verbindlicher Reisevertrag zwischen

**Rn. 26**

den Parteien sei nicht zustande gekommen.

**Rn. 27**

Wegen der weiteren Einzelheiten des Sach- und Streitstandes

**Rn. 28**

wird auf die zwischen den Parteien gewechselten Schriftsätze

**Rn. 29**

nebst Anlagen verwiesen.

**Rn. 30**

E n t s c h e i d u n g s g r ü n d e

**Rn. 31**

I.

**Rn. 32**

Die Klage ist zulässig.

**Rn. 33**

II.

**Rn. 34**

Sie ist aber nur zum Teil begründet.

**Rn. 35**

1.

**Rn. 36**

In Höhe des zuerkannten Betrages rechtfertigt sich die Klage aus

**Rn. 37**

§ 651 f Abs. 1 BGB. Der Umstand, dass die Reise nicht stattfand,

**Rn. 38**

ist von der Beklagten zu vertreten. Der Kläger hat im Hinblick

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auf die avisierte Reise verfehlte Aufwendungen getätigt, denn

**Rn. 40**

er hat Kosten für Impfungen seiner Familie auf sich genommen,

**Rn. 41**

die letztlich fehlschlugen.

**Rn. 42**

§ 651 f Abs. 1 BGB ist auch anwendbar. Ein Reisevertrag der

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Parteien ist zustande gekommen. Es mag zwar sein, dass das

**Rn. 44**

Vertragsverhältnis noch nicht durch die Optionsbestätigung

**Rn. 45**

begründet wurde. Jedoch ergibt sich spätestens aus dem

**Rn. 46**

Schreiben der Beklagten vom 18. 07. 2000 an das Reisebüro

**Rn. 47**

das Zustandekommen eines Reisevertrages, von dessen Schutz-

**Rn. 48**

wirkung jedenfalls auch der Kläger umfasst war. In dem Schrei-

**Rn. 49**

ben ist ausgeführt, das Reisebüro solle der klägerischen

**Rn. 50**

Familie ein neues Angebot unterbreiten, was rechtlich als

**Rn. 51**

Angebot i. S. von § 145 BGB zu verstehen ist. Unwidersprochen

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trägt der Kläger vor, er habe dieses Angebot akzeptiert, worin

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die Annahme des Angebots der Beklagten liegt. Dementsprechend

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ist es zu einem Vertragsverhältnis der Parteien gekommen. Die

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Impfungen sind nach dem Schreiben vom 18. 07. 2000 und vor der

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Ankündigung der Beklagten vom 18. 09. 2000, sie könne die Reise

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nicht durchführen, erfolgt. Die Kosten der Impfungen sind

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durch die klägerseits vorgelegten Belege nachgewiesen.

**Rn. 59**

Die Zinsentscheidung ergibt sich insoweit aus den §§ 286 ff,

**Rn. 60**

BGB.

**Rn. 61**

2.

**Rn. 62**

Unbegründet ist die Klage allerdings insoweit, als der Kläger

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immateriellen Schadensersatz nach § 651 f Abs. 2 BGB verlangt.

**Rn. 64**

Mit diesem Anspruch ist der Kläger nach § 651 g Abs. 1 Satz 1

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BGB ausgeschlossen, denn der Anspruch ist nicht innerhalb eines

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Monats nach der vertraglich vorgesehenen Beendigung der Reise

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gegenüber der Beklagten geltend gemacht worden. Vorgesehenes

**Rn. 68**

Ende der Reise war zunächst der 27. 10. 2000. Mit Schreiben vom

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19. 09. 2000 hatte der Kläger lediglich Erstattung der Kosten

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für die Impfungen und Medikamente in Höhe von 614,68 DM verlangt

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sowie Zahlung einer Unkostenpauschale von 100,00 DM, für die allerdings eine Rechtsgrundlage nicht ersichtlich ist. Erst mit

**Rn. 72**

Schreiben vom 05. Januar 2001, also über zwei Monate nach dem

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ursprünglich vorgesehenen Ende der Reise, wurde erstmals von den

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jetzigen Prozessbevollmächtigten des Klägers immaterieller Scha-

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densersatz geltend gemacht.

**Rn. 76**

Dies ist als verspätet anzusehen. Dem steht nicht entgegen, dass

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teilweise die Auffassung vertreten wird, eine Bindungswirkung

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für einen späteren Prozess trete nicht ein, wenn der Reisende

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die Ansprüche in der Anspruchsanmeldung beziffere, der Reisende

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könne im Prozess einen höheren Betrag einklagen. Einigkeit be-

**Rn. 81**

steht jedenfalls dahin, dass eine Bindung hinsichtlich der ange-

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meldeten Mängel eintritt. Hier liegt der Fall ähnlich, auch wenn

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es vorliegend nicht um bestimmte Mängel geht, die Gegenstand der

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Anspruchanmeldung waren. Aufgrund der Anspruchsanmeldung muss

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sich der Reiseveranstalter aber darauf einstellen können, welche

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Arten von Ansprüchen geltend gemacht werden. Dabei ist zwischen

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Minderungsansprüchen, materiellen Schadensersatzansprüchen und

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immateriellen Schadensersatzansprüchen zu unterscheiden. Ledig-

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lich materielle Schadensersatzansprüche sind innerhalb der

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Monatsfrist nach dem vorgesehenen Ende der Reise geltend ge-

**Rn. 91**

macht worden.

**Rn. 92**

III.

**Rn. 93**

Die Kostenentscheidung folgt aus § 92 Abs. 1 ZPO.

**Rn. 94**

IV.

**Rn. 95**

Die Entscheidung über die vorläufige Vollstreckbarkeit hat

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ihre Rechtsgrundlage in den §§ 708 Ziffer 11, 711, 108 ZPO.

**Rn. 97**

Der Streitwert wird auf 2.359,45 EUR festgesetzt.

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Zitiervorschlag: Amtsgericht Düsseldorf, Urteil vom 17.01.2002 – 56 C 9912/01, ECLI:DE:AGD:2002:0117.56C9912.01.00

Quelle: Open Legal Data, abgerufen 09.07.2026

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Nicht-amtliche Fassung — maßgeblich ist die Ausfertigung des Gerichts

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