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# Amtsgericht Düsseldorf, Urteil vom 27.04.2001 – 30 C 10432/00

ECLI:DE:AGD:2001:0427.30C10432.00.00

## Tenor

hat das Amtsgericht Düsseldorf

auf die mündliche Verhandlung vom 28.3.2001

durch die Richterin am Amtsgericht X

für R e c h t erkannt:

Unter Abweisung der Klage im Übrigen werden die Be-

klagten als Gesamtschuldner verurteilt, an den Kläger

29,11 DM nebst 4 % Zinsen seit dem 4.3.2000 zu zah-

len.

Der Kläger trägt die Kosten des Rechtsstreits.

Das Urteil ist vorläufig vollstreckbar.

Der Kläger kann die Vollstreckung gegen Sicherheits-

leistung -auch zu erbringen durch Bankbürgschaft- in

Höhe von 1.200,-- DM abwenden, wenn nicht die Beklag-

ten vor der Vollstreckung Sicherheit in dieser Höhe

leisten.

## Tatbestand

**Rn. 2**

Nach einem Verkehrsunfall vom 10.2.2000 gegen 16.20 Uhr in

**Rn. 3**

X auf der Xstraße unter Beteiligung des Klä-

**Rn. 4**

gers mit seinem Pkw X, amtliches Kennzeichen

**Rn. 5**

X-X XXX, und des Beklagten zu 1) als Fahrer des Lkw X,

**Rn. 6**

amtlichen Kennzeichen XX-XX XXX, dessen Halter die

**Rn. 7**

Beklagte zu 2) und dessen Haftpflichtversicherer die Be-

**Rn. 8**

klagte zu 3) ist, verlangt der Kläger restlichen Schadens-

**Rn. 9**

ersatz. Vorgerichtlich leistete die Beklagte zu 3) einen

**Rn. 10**

Betrag von 4.099,76 DM mit der Maßgabe, dass dies 50 % des

**Rn. 11**

von der Beklagten zu 3) als unfallbedingt entstandenen

**Rn. 12**

Schadens darstelle.

**Rn. 13**

Die Fahrzeuge beider Parteien befuhren die Xstraße in

**Rn. 14**

Fahrtrichtung Y, der Kläger auf dem linken der beiden

**Rn. 15**

vorhandenen Fahrstreifen, der Beklagte zu 1) auf dem rech-

**Rn. 16**

ten. Es kam zu einer Berührung beider Fahrzeuge. Am kläge-

**Rn. 17**

rischen Fahrzeug wurden die Seitenwand hinten rechts und

**Rn. 18**

das Innenradhaus rechts eingedrückt; Stoßfänger sowie di-

**Rn. 19**

verse Zier- und Anbauteile wurden beschädigt.

**Rn. 20**

Der Kläger behauptet, der Unfall habe sich in Höhe der

**Rn. 21**

Hausnummer 21 zugetragen. Der Beklagte zu 1) habe, ohne auf

**Rn. 22**

das klägerische Fahrzeug zu achten, die Fahrspur gewech-

**Rn. 23**

selt. Aufgrund dieser Unaufmerksamkeit sei es zur Kollision

**Rn. 24**

der Fahrzeuge gekommen.

**Rn. 25**

Der Kläger ist der Ansicht, der Beklagte zu 1) habe den Un-

**Rn. 26**

fall allein verschuldet; dieser Unfall sei für ihn, den

**Rn. 27**

Kläger, unvermeidbar gewesen.

**Rn. 28**

Der Kläger beziffert seinen Reparaturschaden mit

**Rn. 29**

7.421,94 DM netto und verlangt weiter Gutachterkosten von

**Rn. 30**

795,80 DM, der Höhe nach unstreitig, sowie eine Kostenpau-

**Rn. 31**

schale von 50,-- DM, insgesamt 8.267,74 DM.

**Rn. 32**

Unter Berücksichtigung der von der Beklagten zu 3) geleis-

**Rn. 33**

teten Zahlung beantragt der Kläger,

**Rn. 34**

die Beklagten zu verurteilen, an ihn 4.167,98 DM

**Rn. 35**

nebst 4 % Zinsen seit dem 4.3.2000 zu zahlen.

**Rn. 36**

Die Beklagten beantragen,

**Rn. 37**

die Klage abzuweisen.

**Rn. 38**

Sie behaupten, der Kläger habe in Höhe des Hausgrundstücks

**Rn. 39**

Nummer 31 der Xstraße plötzlich, völlig unvorhersehbar

**Rn. 40**

und ohne Betätigung des Fahrtrichtungsanzeigers einen Fahr-

**Rn. 41**

streifenwechsel von links nach rechts vorgenommen und sei

**Rn. 42**

hierdurch mit der rechten hinteren Fahrzeugseite seines Ta-

**Rn. 43**

xifahrzeuges an der vorderen linken Fahrzeugecke des Be-

**Rn. 44**

klagten-Lkw vorbeigeschrammt.

**Rn. 45**

Wegen der Schadenshöhe sind die Beklagten der Ansicht, der

**Rn. 46**

Kläger habe, da es sich unstreitig um ein Taxifahrzeug ge-

**Rn. 47**

handelt habe, sich den von der Firma X AG

**Rn. 48**

auf Ersatzteile gewährten 10-prozentigen Abzug anrechnen zu

**Rn. 49**

lassen, was nach Maßgabe der mit 582,24 DM angegebenen Er-

**Rn. 50**

satzteilkosten einen Abzug von 58,22 DM und mithin einen

**Rn. 51**

Fahrzeugschaden von -nur- 7.363,42 DM ergebe; die Unkosten-

**Rn. 52**

pauschale betrage lediglich 40,-- DM.

**Rn. 53**

Wegen des Sach- und Streitstandes im Übrigen wird auf den

**Rn. 54**

Akteninhalt verwiesen.

**Rn. 55**

Das Gericht hat Beweis erhoben durch Zeugenvernehmung. We-

**Rn. 56**

gen des Ergebnisses, auch desjenigen der Anhörung des Be-

**Rn. 57**

klagten zu 1), wird auf das Sitzungsprotokoll vom 28.3.2001

**Rn. 58**

Bezug genommen.

## Entscheidungsgründe

**Rn. 60**

Die Klage ist bis auf einen geringen Betrag, wie aus dem

**Rn. 61**

Urteilsausspruch ersichtlich, unbegründet.

**Rn. 62**

Dem Kläger steht aus dem Unfallereignis gegen die Beklagten

**Rn. 63**

über den zuerkannten Betrag von 29,11 DM hinaus kein weite-

**Rn. 64**

rer Anspruch auf Schadensersatz zu. Mit dem durch die Be-

**Rn. 65**

klagte zu 3) vorgerichtlich geleisteten Betrag, der aller-

**Rn. 66**

dings 29,11 DM zu gering ausgefallen ist, hat der Kläger

**Rn. 67**

den ihm zustehenden Schadensersatz erhalten. Mehr als eine

**Rn. 68**

Quote von 50 % des unfallbedingten Schadens steht dem Klä-

**Rn. 69**

ger nämlich nicht zu.

**Rn. 70**

Die grundsätzliche Haftung beider Parteien gemäß § 7

**Rn. 71**

Abs. 1 StVG steht fest. Ein unabwendbares Ereignis gemäß

**Rn. 72**

§ 7 Abs. 2 StVG lag für keine der Parteien vor. Dies folgt

**Rn. 73**

daraus, dass letztlich der Unfallhergang ungeklärt geblie-

**Rn. 74**

ben ist. Daher kann auch für keine der Parteien ein unfall-

**Rn. 75**

ursächliches Verschulden festgestellt werden. Die Haftung

**Rn. 76**

erfolgt daher für beide Parteien aus dem Gesichtspunkt der

**Rn. 77**

Betriebsgefahr. Dies führt zu einem Schadensersatzanspruch

**Rn. 78**

des Klägers -dem Grund nach- von 50 %.

**Rn. 79**

Die Beweisaufnahme hat ergeben, dass der Zeuge X kein

**Rn. 80**

Unfallzeuge ist. Er hat von dem Zustandekommen des Unfalls

**Rn. 81**

keinerlei Einzelheiten wahrgenommen. Seine Aussage ist da-

**Rn. 82**

her nicht geeignet, Feststellungen zur Unfallverursachung

**Rn. 83**

oder zum Verschulden der einen oder anderen Partei zu treff-

**Rn. 84**

fen. Die Anhörung des Beklagten zu 1) hat eine Unfallversi-

**Rn. 85**

on ergeben, die plausibel und jedenfalls nicht von vornher-

**Rn. 86**

ein mit Ungereimtheiten belastet ist. Hiernach ist offen

**Rn. 87**

geblieben, welcher der Fahrzeugführer einen Fahrsteifen-

**Rn. 88**

wechsel unternommen bzw. versucht hat. Daher entfällt ge-

**Rn. 89**

genüber jeder Partei der gemäß § 7 Abs. 5 StVO zu erhebende

**Rn. 90**

Vorwurf eines unzulässigen Fahrstreifenwechsels. Die Haf-

**Rn. 91**

tung erfolgt mithin nur aus dem Gesichtspunkt der Betriebs-

**Rn. 92**

gefahr gemäß § 7 Abs. 1 StVG.

**Rn. 93**

Bei der Schadenshöhe ist auszugehen von dem seitens des

**Rn. 94**

Klägers geltend gemachten Reparaturschaden. Zu Abzügen in

**Rn. 95**

Höhe von 10 % wegen des auf Ersatzteile gewährten Rabattes

**Rn. 96**

ist die Beklagte nicht berechtigt. Das erkennende Gericht

**Rn. 97**

schließt sich hier den überzeugenden Ausführungen der sei-

**Rn. 98**

tens der Beklagten in Bezug genommenen Entscheidungen des

**Rn. 99**

Amtsgerichts Düsseldorf -234 C 5300/99 und 22 C 11398/97-

**Rn. 100**

an: Preisnachlässe, die dem Kläger aus dem besonderen Grund

**Rn. 101**

der in seiner Person liegenden Eigenschaft als Halter eines

**Rn. 102**

X-Taxis von eben dieser Firma gemacht werden,

**Rn. 103**

haben nicht den Beklagten als Schädigern zugute zu kommen.

**Rn. 104**

Andererseits beträgt die Unkostenpauschale in der Abteilung

**Rn. 105**

30 des Amtsgerichts Düsseldorf seit je her 40,-- DM. Da

**Rn. 106**

50 % der mithin anrechnungsfähigen Schadenspositionen

**Rn. 107**

(7.421,94 DM zuzüglich 795,80 DM zuzüglich 40,-- DM) einen

**Rn. 108**

Betrag von 4.128,87 DM ergeben, haben die Beklagten den

**Rn. 109**

sich zu ihrer vorgerichtlichen Zahlung ergebenen Diffe-

**Rn. 110**

renzbetrag von 29,11 DM nachzuzahlen, antragsgemäß mit 4 %

**Rn. 111**

verzinslich (§ 288 BGB a.F.) seit dem 4.3.2000.

**Rn. 112**

Dem Beweisangebot des Klägers auf Einholung eines unfall-

**Rn. 113**

analytischen Sachverständigen-Gutachtens für die Behaup-

**Rn. 114**

tung, der Beklagte zu 1) habe in Höhe der Xstraße 21

**Rn. 115**

die Fahrspur gewechselt, indem er die Rechtskurve nicht be-

**Rn. 116**

achtet habe und geradeaus weitergefahren sei, war nicht

**Rn. 117**

nachzugehen. Das Beweismittel ist ungeeignet, denn es gibt

**Rn. 118**

keine geeigneten feststehenden Anknüpfungstatsachen. Es

**Rn. 119**

steht gerade nicht fest, wo genau der Unfall stattfand. Die

**Rn. 120**

Behauptung des Klägers, der Unfallort sei auf der X-

**Rn. 121**

straße in Höhe von Haus Nummer 21 gewesen (und nur insoweit

**Rn. 122**

ist dies von Bedeutung, als es an dieser Stelle die ver-

**Rn. 123**

schwenkende Fahrbahn geben soll) ist gerade nicht bewiesen.

**Rn. 124**

Der Zeuge X hat insoweit -folgerichtig, da er selbst

**Rn. 125**

kein Unfallzeuge war- den Unfallort nur nach den Angaben

**Rn. 126**

der Polizei präzisieren können: Haus Nummer 31. Dies deckt

**Rn. 127**

sich auch mit dem Inhalt der Bußgeldakte XX XXXXXXXXXX XX

**Rn. 128**

XXX, zum Gegenstand der mündlichen Verhandlung gemacht.

**Rn. 129**

Weitere Erkenntnisse im Hinblick auf den genauen Unfallort

**Rn. 130**

waren nicht zu gewinnen. Auch trägt der Kläger keine weite-

**Rn. 131**

ren Einzelheiten -außer der durch die Hausnummer gekenn-

**Rn. 132**

zeichneten Straßenstelle- vor, aus denen Anknüpfungstatsa-

**Rn. 133**

chen für die durch Sachverständigen-Gutachten unter Beweis

**Rn. 134**

gestellte Behauptung herzuleiten wären. Unter diesen Um-

**Rn. 135**

ständen brauchte dem Beweisantritt nicht nachgegangen zu

**Rn. 136**

werden.

**Rn. 137**

Die Kostenentscheidung folgt aus § 92 Abs. 2 ZPO.

**Rn. 138**

Die Entscheidung über die vorläufige Vollstreckbarkeit be-

**Rn. 139**

ruht auf §§ 708 Nr. 11, 711 ZPO.

**Rn. 140**

Streitwert: 4.167,98 DM

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Zitiervorschlag: Amtsgericht Düsseldorf, Urteil vom 27.04.2001 – 30 C 10432/00, ECLI:DE:AGD:2001:0427.30C10432.00.00

Quelle: Open Legal Data, abgerufen 09.07.2026

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Nicht-amtliche Fassung — maßgeblich ist die Ausfertigung des Gerichts

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