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# Amtsgericht Düsseldorf, Urteil vom 01.02.2001 – 50 C 16960/00

ECLI:DE:AGD:2001:0201.50C16960.00.00

## Tenor

hat das Amtsgericht Düsseldorf

auf die mündliche Verhandlung vom 21.12.2000

durch den Richter am Amtsgericht X

für R e c h t erkannt:

Die Klage wird abgewiesen.

Der Kläger hat die Kosten des Rechtsstreits

zu tragen.

Das Urteil ist vorläufig vollstreckbar.

Der Kläger kann die Vollstreckung durch

Sicherheitsleistung in Höhe von 700,-- DM

abwenden, wenn nicht die Beklagte vor der

Vollstreckung Sicherheit in gleicher Höhe

leistet.

Die Sicherheitsleistung kann durch Bürgschaft

einer Bank oder öffentlich-rechtlichen Sparkasse

innerhalb der Bundesrepublik Deutschland erbracht

werden.

**Rn. 1**

T a t b e s t a n d :

**Rn. 2**

Der Kläger buchte bei der Beklagten für die Zeit vom 20.

**Rn. 3**

bis zum 27.7.2000 für sich, seine Ehefrau und seinen min-

**Rn. 4**

derjährigen Sohn eine Reise nach X in das Hotel

**Rn. 5**

X. Der Gesamtreisepreis betrug nach Maßgabe der Reise-

**Rn. 6**

bestätigung der Beklagten vom 10.07.2000 (Bl. 46 GA)

**Rn. 7**

3.507,-- DM.

**Rn. 8**

Während der Reise buchte der Kläger für sich und seine Ehe-

**Rn. 9**

frau beim Reiseleiter der Beklagten am 21.7.2000 für den

**Rn. 10**

23.7.2000 eine Tagestour "X bei Nacht". Der Reiselei-

**Rn. 11**

ter stellte dafür einen Ausflugsschein (Bl. 6 GA) aus, in

**Rn. 12**

dem eine Firma XX aufgeführt war.

**Rn. 13**

Nach Durchführung des Tagesausfluges machte der Kläger mit-

**Rn. 14**

tels schriftlicher Mängelrüge (Bl. 10 GA) am 26.7.2000 beim

**Rn. 15**

Reiseleiter der Beklagten geltend, dass er und seine Ehe-

**Rn. 16**

frau sowie andere Gäste unmittelbar im Anschluss an den Ta-

**Rn. 17**

gesausflug erkrankt seien.

**Rn. 18**

Der Kläger machte mit anwaltlichem Schreiben vom 22.8.2000

**Rn. 19**

(Bl. 11 GA) vergeblich bei der Beklagten reiserechtliche

**Rn. 20**

Gewährleistungsansprüche geltend.

**Rn. 21**

Mit der Klage verlangt der Kläger - zum Teil aus abgetrete-

**Rn. 22**

nem Recht seiner Ehefrau unter Berufung auf eine Abtre-

**Rn. 23**

tungserklärung vom 20.12.2000 (Bl. 37 b GA) - die Zahlung

**Rn. 24**

von 3.584,20 DM, und zwar eine 70%ige Reisepreisminderung

**Rn. 25**

für 2 Personen für 4 Tage in Höhe von insgesamt 839,20 DM,

**Rn. 26**

Schadensersatz wegen entgangener Urlaubsfreude für 4 Tage

**Rn. 27**

für 2 Personen in Höhe von insgesamt 800,-- DM sowie als

**Rn. 28**

weiteren Schadensersatz die Kosten für eingesetzte Ersatz-

**Rn. 29**

arbeitskräfte in Höhe von insgesamt 1.945,-- DM.

**Rn. 30**

Der Kläger macht geltend, während des Tagesausfluges vom

**Rn. 31**

23.7.2000 sei Verpflegung serviert worden, die verdorben

**Rn. 32**

gewesen sei. Er - der Kläger - , seine Ehefrau sowie weite-

**Rn. 33**

re 15 Mitreisende seien anschließend schwer erkrankt und

**Rn. 34**

hätten vor Ende der Urlaubsreise das Bett nicht mehr ver-

**Rn. 35**

lassen können. Auch nach der Rückkehr nach Deutschland hät-

**Rn. 36**

ten er - der Kläger - und seine Ehefrau noch tagelang unter

**Rn. 37**

schwerwiegendem Erbrechen, Durchfall, Fieber und Kreislauf-

**Rn. 38**

störungen gelitten. Es sei festgestellt worden, dass er und

**Rn. 39**

seine Ehefrau eine Salmonellenerkrankung erlitten hätten.

**Rn. 40**

Für die Zeit vom 28.7. bis zum 2.8.2000 habe er - der Klä-

**Rn. 41**

ger - ersatzweise einen Apotheker beschäftigen müssen, da

**Rn. 42**

er der Arbeit in seiner Apotheke krankheitsbedingt nicht

**Rn. 43**

habe nachkommen können. Darüber hinaus sei auch seine Ehe-

**Rn. 44**

frau, die in der Apotheke mitarbeite, mit einem entspre-

**Rn. 45**

chenden Kostenaufwand vertreten worden. Für die Erkrankung

**Rn. 46**

und deren Folgen hafte die Beklagte auf Reisepreisminderung

**Rn. 47**

und Schadensersatz, da sie die Reise angeboten habe und

**Rn. 48**

sich lediglich zur Durchführung der Firma XX als Leistungsträgerin

**Rn. 49**

bedient habe. Der streit-

**Rn. 50**

befangene Tagesausflug sei auch auf einem Merkblatt der Be-

**Rn. 51**

klagten (Bl. 47 GA) aufgeführt gewesen, das der Reiseleiter

**Rn. 52**

der Beklagten dem Kläger und den anderen Mitreisenden über-

**Rn. 53**

reicht habe.

**Rn. 54**

Der Kläger beantragt,

**Rn. 55**

die Beklagte zu verurteilen, an ihn

**Rn. 56**

3.584,20 DM nebst 4 % Zinsen seit

**Rn. 57**

Rechtshängigkeit (30.11.2000) zu

**Rn. 58**

zahlen.

**Rn. 59**

Die Beklagte beantragt,

**Rn. 60**

die Klage abzuweisen.

**Rn. 61**

Sie macht geltend, bei dem Tagesausflug habe es sich um ein

**Rn. 62**

Angebot der Firma XX gehandelt. Bereits in ihren All-

**Rn. 63**

gemeinen Reise- und Geschäftsbedingungen (Bl. 29 GA) werde

**Rn. 64**

unter Ziffer 3.5. darauf hingewiesen, dass Leistungen, die

**Rn. 65**

vor Ort bei Drittunternehmen gebucht werden, nicht Bestand-

**Rn. 66**

teil des Pauschalreisevertrages seien. So werde auch im Ka-

**Rn. 67**

talog unter der Rubrik "wichtige Reisetips" (Bl. 30 GA) un-

**Rn. 68**

ter den Buchstaben a) und b) ausdrücklich darauf hingewie-

**Rn. 69**

sen, dass es sich bei Ausflügen nicht um Leistungen im Rah-

**Rn. 70**

men des Reisevertrages handele, sondern um zusätzliche An-

**Rn. 71**

gebote.

**Rn. 72**

Wegen des weiteren Sach- und Streitstandes wird auf das

**Rn. 73**

Vorbringen der Parteien in deren wechselseitigen Schrift-

**Rn. 74**

sätzen nebst Anlagen verwiesen.

**Rn. 75**

E n t s c h e i d u n g s g r ü n d e :

**Rn. 76**

Die Klage ist unbegründet.

**Rn. 77**

Der geltend gemachte Zahlungsanspruch, der sich nach §§ 651

**Rn. 78**

d, 651 c, 651 f Abs. 1 und 2 BGB richtet, steht dem Kläger

**Rn. 79**

nicht zu. Er kann weder Reisepreisminderung noch Schadens-

**Rn. 80**

ersatz wegen eines Mangels der bei der Beklagten gebuchten

**Rn. 81**

Reise verlangen, da die von der Beklagten nach dem Inhalt

**Rn. 82**

des zwischen den Parteien zustande gekommenen Reisevertra-

**Rn. 83**

ges geschuldeten Leistungen nicht mangelhaft gewesen sind.

**Rn. 84**

Soweit während des Tagesausfluges vom 23.7.2000 tatsächlich

**Rn. 85**

verdorbene Spreisen gereicht und der Kläger und seine Ehe-

**Rn. 86**

frau davon krank geworden sein sollten, liegt darin kein

**Rn. 87**

Mangel des zwischen den Parteien abgeschlossenen Reisever-

**Rn. 88**

trages vor, sondern ein Fehler des mit der Firma XX

**Rn. 89**

abgeschlossenen separaten Vertrag über

**Rn. 90**

den durchzuführenden Tagesausflug. Die Beklagte haftet für

**Rn. 91**

Fehler dieses Ausfluges nicht, da sie bei Buchung desselben

**Rn. 92**

lediglich als Vermittlerin tätig geworden ist.

**Rn. 93**

Werden im Rahmen einer Reise am Zielort zusätzliche Lei-

**Rn. 94**

stungen oder Ausflüge angeboten, so kommt es auf die Ausge-

**Rn. 95**

staltung der Vertragsbeziehung an, ob diese Leistungen Be-

**Rn. 96**

standteil der Pauschalreise oder vermittelte Fremdleistun-

**Rn. 97**

gen sind. Hierbei sprechen für eine Einbeziehung in die

**Rn. 98**

Pauschalreise das Anbieten im Prospekt, die Notwendigkeit

**Rn. 99**

der Buchung in Verbindung mit der Pauschalreise und der

**Rn. 100**

einheitliche Preis. Für Fremdleistungen sprechen die Bu-

**Rn. 101**

chung am Zielort, der lockere Zusammenhang mit der

**Rn. 102**

Hauptreise und die ausdrückliche Bezeichnung in der Reise-

**Rn. 103**

ausschreibung und in der Reisebestätigung als Fremdleistung

**Rn. 104**

(vgl. Führich, Reiserecht, 2. Aufl., Rn. 94 m.w.N.). Nach

**Rn. 105**

diesen Grundsätzen ist die Beklagte vorliegend allenfalls

**Rn. 106**

als Vermittlerin bei der Buchung des Tagesausfluges tätig

**Rn. 107**

geworden.

**Rn. 108**

Ausgangspunkt ist zunächst, dass in dem im Zusammenhang mit

**Rn. 109**

der Buchung allein ausgehändigten Ausflugsschein vom

**Rn. 110**

21.7.2000 lediglich die Firma XX

**Rn. 111**

aufgeführt ist. Bereits daraus ergibt sich, dass nur diese

**Rn. 112**

Firma Vertragspartner für die gebuchte Tagesreise sein

**Rn. 113**

sollte, und nicht die Beklagte. Bei der Firma XX

**Rn. 114**

handelt es sich bereits nach dem Vorbringen

**Rn. 115**

des Klägers um eine von der Beklagten verschiedene juristi-

**Rn. 116**

sche Person. Insoweit trägt der Kläger selbst vor, dass

**Rn. 117**

sich die Beklagte der Firma XX im

**Rn. 118**

Zusammenhang mit der Durchführung der Tagesreise der Firma

**Rn. 119**

XX bedient haben soll. Dass sowohl

**Rn. 120**

die Beklagte als auch die Firma XX

**Rn. 121**

Unternehmen der Y-GROUP sein sollen, ändert an der recht-

**Rn. 122**

lichen Selbständigkeit der Beklagten auf der einen und der

**Rn. 123**

Firma XX auf der anderen Seite

**Rn. 124**

nichts.

**Rn. 125**

Dass die Firma XX bei Buchung der

**Rn. 126**

streitbefangenen Tagesreise etwa gemäß § 164 BGB als Ver-

**Rn. 127**

treterin der Beklagten aufgetreten ist, ist nicht ersicht-

**Rn. 128**

lich. Eine ausdrückliche Stellvertretung ist nicht erfolgt,

**Rn. 129**

insbesondere enthält der dem Kläger ausgestellte Ausflugs-

**Rn. 130**

schein keinen entsprechenden Hinweis. Eine andere Beurtei-

**Rn. 131**

lung ergibt sich in diesem Zusammenhang auch nicht aufgrund

**Rn. 132**

des vom Kläger vorgelegten Merkblattes der Beklagten, in

**Rn. 133**

dem der streitbefangene Tagesausflug unter der Überschrift

**Rn. 134**

"aktuelle Kulturreisen bei X" aufgeführt ist. Die Formu-

**Rn. 135**

lierung "Reisen bei X" lässt ohne weiteres auch den

**Rn. 136**

Schluss zu, dass die Buchung der aufgeführten Tagesreisen

**Rn. 137**

über die Beklagte als Vermittlerin erfolgen konnte.

**Rn. 138**

Dagegen, dass die Beklagte Vertragspartnerin auch im Hin-

**Rn. 139**

blick auf den gebuchten Tagesausflug geworden ist, sprechen

**Rn. 140**

unter Zugrundelegung der aufgeführten Grundsätze auch die

**Rn. 141**

weiteren Umstände. Die Tagesreise ist nicht im Prospekt der

**Rn. 142**

Beklagten angeboten und bei Buchung der Reise nicht in den

**Rn. 143**

Pauschalpreis mit einbezogen worden. Im Gegenteil ist die

**Rn. 144**

Buchung am Zielort bei sofortiger Zahlung eines separaten

**Rn. 145**

Preises erfolgt. Darüber hinaus hat die Beklagte auch unter

**Rn. 146**

Buchstaben a) und b) ihrer allgemeinen Reisetips in ihrem

**Rn. 147**

Katalog ausdrücklich darauf hingewiesen, dass es sich bei

**Rn. 148**

Ausflügen der streitbefangenen Art nicht um Leistungen im

**Rn. 149**

Rahmen des Reisevertrages handelt, sondern um zusätzliche

**Rn. 150**

Angebote.

**Rn. 151**

Der Kläger kann auch nicht erfolgreich einwenden, ihm seien

**Rn. 152**

die im Katalog der Beklagten unter der Überschrift

**Rn. 153**

"wichtige Reisetips" enthaltenen Informationen nicht be-

**Rn. 154**

kannt. Selbst wenn dem Kläger im Zusammenhang mit der Bu-

**Rn. 155**

chung der Reise kein Katalog der Beklagten vorgelegt worden

**Rn. 156**

sein sollte, so sind die Katalogangaben gleichwohl Ver-

**Rn. 157**

tragsbestandteil geworden. Dies folgt daraus, dass es all-

**Rn. 158**

gemein bekannt ist, dass Reiseveranstalter ihre Leistungen

**Rn. 159**

in Katalogen beschreiben. Dazu gehören auch - gerade auch

**Rn. 160**

im Hinblick auf die Verordnung über die Informationsflicht

**Rn. 161**

von Reiseveranstaltern (InfVO) - bestimmte Informationen,

**Rn. 162**

die der Reiseveranstalter dem Reisenden weiterzugeben hat.

**Rn. 163**

Im Hinblick auf den üblichen Geschehensablauf ist es Sache

**Rn. 164**

des Reisenden, sich um den Katalog des Veranstalters zu be-

**Rn. 165**

mühen und in diesen Einblick zu nehmen, oder einen entspre-

**Rn. 166**

chenden Vorbehalt bei der Buchung zu machen. Denn für den

**Rn. 167**

Reiseveranstalter ist es auf der anderen Seite nicht zu er-

**Rn. 168**

kennen, ob der Reisende den Katalog gesehen und im einzel-

**Rn. 169**

nen gelesen hat oder nicht.

**Rn. 170**

Da die Beklagte für die geltend gemachten Zahlungsansprüche

**Rn. 171**

bereits nicht passiv legitimiert ist, kommt es nicht mehr

**Rn. 172**

darauf an, ob überhaupt während des Tagesausfluges vom

**Rn. 173**

23.7.2000 verdorbene Spreisen gereicht wurden, an denen der

**Rn. 174**

Kläger und seine Ehefrau erkrankt sind. Ebenfalls dahinsteh-

**Rn. 175**

hen kann, ob die behaupteten Erkrankungsfolgen eingetreten

**Rn. 176**

sind. Schließlich kommt es auch nicht darauf an, ob insbe-

**Rn. 177**

sodere materielle Schadensersatzansprüche nach § 651 f

**Rn. 178**

Abs. 1 BGB mangels Verschulden der Beklagten in jedem Fall

**Rn. 179**

ausgeschlossen wären.

**Rn. 180**

Die Kostenentscheidung folgt aus § 91 ZPO, die Entscheidung

**Rn. 181**

über die vorläufige Vollstreckbarkeit aus §§ 708 Ziff. 11,

**Rn. 182**

711 ZPO.

**Rn. 183**

Der Streitwert wird auf 3.584,20 DM festgesetzt.

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Zitiervorschlag: Amtsgericht Düsseldorf, Urteil vom 01.02.2001 – 50 C 16960/00, ECLI:DE:AGD:2001:0201.50C16960.00.00

Datenquelle: Open Legal Data, abgerufen 09.07.2026

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