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# Amtsgericht Düsseldorf, Urteil vom 22.01.1999 – 54 C 11347/98

ECLI:DE:AGD:1999:0122.54C11347.98.00

## Tenor

hat das Amtsgericht Düsseldorf

im schriftlichen Verfahren am 22.01.1999

durch den Richter am Amtsgericht X

für R e c h t erkannt:

Die Beklagte wird verurteilt, an den Kläger

1.458,50 DM nebst 4 % Zinsen seit dem 11.10.1977

sowie 10,-- DM vorgerichtliche Kosten zu zahlen.

Im übrigen wird die Klage abgewiesen.

Die Kosten des Rechtsstreits tragen der Kläger zu 65 %,

die Beklagte zu 35 %.

Das Urteil ist vorläufig vollstreckbar.

**Rn. 1**

T a t b e s t a n d :

**Rn. 2**

Der Kläger buchte bei der Beklagten für 3 erwachsene Personen

**Rn. 3**

und 1 Kind eine Pauschalflugreise in das Hotel X für die Zeit vom

**Rn. 4**

17. bis 31.05.1997 mit All Inclusive-Verpflegung zum Preise von 6.102,-- DM. Die Unterbringung sollte nach der Buchung in einem Familienzimmer und

**Rn. 5**

einem Schlafraum erfolgen, wobei das gebuchte Objekt nach dem

**Rn. 6**

Reisekatalog der Beklagten als "Feriendorf X"

**Rn. 7**

ausgewiesen ist und als 1-Klasse-Feriendorf mit Hotel und

**Rn. 8**

einzelnen Bungalow-Einheiten beschrieben wird. Hinsichtlich

**Rn. 9**

"Familienzimmer" ist im Katalog ausgeführt, daß es sich um

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zwei Schlafräume ohne Tür handelt und die Familienzimmer so-

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wohl im Haupthaus als auch in den Bungalows liegen.

**Rn. 12**

Vom 17. bis zum 19.05.1997 wurde der Kläger und die ihn be-

**Rn. 13**

gleitenden 3 weiteren Personen in einem normalen Doppelzimmer

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untergebracht, in welches zusätzlich zwei Zustellbetten ge-

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stellt worden sind. Auf die Beanstandung des Klägers wurde

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ihm und seiner Familie ab dem 19.05.1997 ein Familienzimmer

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in einem im Randbereich der Hotelanlage gelegenen Bungalow

**Rn. 18**

zur Verfügung gestellt, in welchem Familienzimmer der Kläger

**Rn. 19**

und seine Familie während der restlichen Urlaubszeit wohnten.

**Rn. 20**

Der Kläger behauptet, daß sich der ihm zugewiesene Bungalow

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im direkten Beschallungsbereich eines nur 200 m entfernten

**Rn. 22**

Nachbarhotels befunden hätte, auf dessen Terrasse täglich von

**Rn. 23**

20.00 Uhr bis 2.00 Uhr morgens eine Freilanddiskothek mit er-

**Rn. 24**

heblicher Lautstärke betrieben wurde, wodurch seine und sei-

**Rn. 25**

ner Familie Nachtruhe erheblich gestört worden wäre.

**Rn. 26**

Wegen dieser Umstände und wegen eines zwischenzeitlichen Aus-

**Rn. 27**

falls der Klimaanlage und der Vorverlegung des auf ursprüng-

**Rn. 28**

lich 16.00 Uhr angesetzten Rückflugs auf 6.00 Uhr nimmt der

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Kläger die Beklagte auf Minderung des Reisepreises in An-

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spruch.

**Rn. 31**

Der Kläger beantragt,

**Rn. 32**

die Beklagte zu verurteilen, an ihn 4.188,55 DM

**Rn. 33**

nebst 11,5 % Zinsen seit dem 11.10.1997 sowie

**Rn. 34**

10,- - DM vorgerichtliche Kosten zu zahlen.

**Rn. 35**

Die Beklagte beantragt,

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die Klage abzuweisen.

**Rn. 37**

Sie trägt vor, daß sie ihren Verpflichtungen aus dem Reise-

**Rn. 38**

vertrag im wesentlichen nachgekommen sei und behauptet, daß

**Rn. 39**

es an einer Mängelanzeige verbunden mit einem Abhilfeverlangen

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am Urlaubsort gefehlt habe.

**Rn. 41**

Das Gericht hat Beweis erhoben.

**Rn. 42**

Wegen des Ergebnisses der Beweisaufnahme und wegen des Par-

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teivorbringens im einzelnen wird auf den Akteninhalt Bezug ge-

**Rn. 44**

nommen.

**Rn. 45**

E n t s c h e i d u n g s g r ü n d e :

**Rn. 46**

Die Klage ist hinsichtlich eines Betrages von 1.458,50 DM be-

**Rn. 47**

gründet, im übrigen unbegründet.

**Rn. 48**

Der Kläger hat gegen die Beklagte gemäß § 651 d BGB einen

**Rn. 49**

Minderungsanspruch in der zuerkannten Höhe, da die Reiselei-

**Rn. 50**

stung der Beklagten teilweise mangelhaft im Sinne des § 651 c

**Rn. 51**

BGB gewesen ist.

**Rn. 52**

Der Umstand, daß der Kläger und seine Familie in der Zeit vom

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1. bis zum 19.05.1997 statt in einem gebuchten Familienzim-

**Rn. 54**

mer mit 4 Personen in einem Doppelzimmer untergebracht worden

**Rn. 55**

sind, stellt einen Reisemangel im Sinne des § 651 c BGB dar,

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welcher den Kläger zur Reisepreisminderung berechtigt. Das

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Gericht erkennt insoweit für die Dauer von drei Tagen einen

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Minderungsanspruch in Höhe von 20 % des anteilig auf diese

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drei Tage entfallenden Reisepreises an, was unter Zugrundele-

**Rn. 60**

gung eines Tagespreises von 416,73 DM (6.251,- - DM : 15 Ta-

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ge), mithin einen Betrag in Höhe von 3 x 83,34 DM = 250,- - DM

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ausmacht.

**Rn. 63**

Darüber hinaus ist durch die durchgeführte Beweisaufnahme die

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Behauptung des Klägers bestätigt worden, daß der dem Kläger

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und seiner Familie zugewiesenen Bungalow nur ca. 10 m von der

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Grenze zu einem Nachbarhotel gelegen war, welches Hotel nach

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den Angaben des Klägers ca. 200 m von dem Bungalow entfernt

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gewesen ist und daß von der Terrasse des Nachbarhotels täg-

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lich zwischen 20.00 Uhr und 2.00 Uhr starker Lärm einer dort

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betriebenen Open-Air-Diskothek ausging, welcher den Kläger

**Rn. 71**

und seine Familie in der Nachtruhe störte. Dieser Umstand

**Rn. 72**

rechtfertigt eine Reisepreisminderung für die verbliebenen 11

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Urlaubstage in Höhe von 20 % des anteilig auf 11 Tage entfal-

**Rn. 74**

lenden Reisepreises von 4.581,03 DM, so daß der Kläger in Hö-

**Rn. 75**

he eines weiteren Betrages von 916,80 DM stattzugeben war.

**Rn. 76**

Schließlich hat die Beweisaufnahme auch ergeben, daß die Kli-

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maanlage im Bungalow des Klägers in der Nacht vom 24. bis zum

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25.05. ausgefallen ist und erst in der Mittagszeit des 25.05.

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wieder repariert worden ist. Da nach dem unwidersprochen ge-

**Rn. 80**

bliebenen Vortag des Klägers dies mit einem Wasseraustritt

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aus der Klimaanlage verbunden gewesen ist und dabei auch

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Kleidungsstücke durchnäßt worden sind, rechtfertigt sich ein

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Minderungsanspruch in Höhe von 20 % des auf einen Tag entfal-

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lenden Reisepreises, mithin ein solcher in Höhe von 83,34 DM.

**Rn. 85**

Ein höherer Minderungsanspruch scheitert daran, daß ein Kli-

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maanlagenausfall im Mai noch keine erhebliche Beeinträchti-

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gung darstellt und der Kläger auch nicht substantiiert darge-

**Rn. 88**

tan hat, daß durch die Durchfeuchtung von Kleidungsstücken

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ein nennenswerter Schaden entstanden ist.

**Rn. 90**

Schließlich rechtfertigt sich auch ein weiterer Minderungsan-

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spruch aufgrund des Umstandes, daß der für 16.00 Uhr vorgese-

**Rn. 92**

hene Rückflug auf 6.00 Uhr vorverlegt worden ist, da dies zu

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einer Verkürzung der Nachtruhe des letzten Urlaubstages und

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zum Verlust eines halben Urlaubstages geführt hat. Eine Min-

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derung in Höhe des hälftigen auf einen Urlaubstag entfallen-

**Rn. 96**

den Reisepreises erschien insoweit angemessen, so daß der

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Klage hinsichtlich weiterer 208,36 DM stattzugeben war.

**Rn. 98**

Insgesamt beläuft sich daher der dem Kläger zustehende Minde-

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rungsanspruch auf 1.458,50 DM. Hinsichtlich des darüber hin-

**Rn. 100**

ausgehenden Klagebetrages mußte die Klage der Abweisung un-

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terliegen. Insbesondere konnte die Behauptung des Klägers

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nicht reisepreismindernd ins Gewicht fallen, daß ihm bei der

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Buchung eine Unterbringung im Haupthaus seitens des Reisebü-

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ros zugesagt worden sei. Denn unabhängig davon, daß sich eine

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solche Zusage aus der vorgelegten Reisebestätigung nicht er-

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gibt und die behauptete Zusage durch das Reisebüro streitig

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ist, ist nicht ersichtlich, inwieweit durch die Unterbringung

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in einem Bungalow eine Benachteiligung des Klägers und seiner

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Familie gelegen haben soll. Die räumliche Entfernung des zu-

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gewiesenen Bungalows zu den Räumen weiterer nebst dem Kläger

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und seiner Familie mitgereister Verwandter kann nicht als so

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relevant angesehen werden, daß sich daraus ein Minderungsan-

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spruch herleiten ließe.

**Rn. 114**

Nach allem war daher wie geschehen zu entscheiden.

**Rn. 115**

Der Zinsanspruch rechtfertigt sich aus §§ 288, 286 BGB.

**Rn. 116**

Er war jedoch nur in Höhe des gesetzlichen Zinsfußes begrün-

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det, da der Kläger für einen höheren Zinsverlust be-

**Rn. 118**

weispflichtig geblieben ist.

**Rn. 119**

Die Nebenentscheidungen folgen aus §§ 92, 708 Nr. 11, 711 ZPO.

**Rn. 120**

Streitwert: 4.188,- - DM.

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Zitiervorschlag: Amtsgericht Düsseldorf, Urteil vom 22.01.1999 – 54 C 11347/98, ECLI:DE:AGD:1999:0122.54C11347.98.00

Datenquelle: Open Legal Data, abgerufen 09.07.2026

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