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# Amtsgericht Düsseldorf, Urteil vom 30.04.1998 – 32 C 8319/97

ECLI:DE:AGD:1998:0430.32C8319.97.00

## Tenor

hat das Amtsgericht Düsseldorf

auf die mündliche Verhandlung vom 17. April 1998

durch den Richter am Amtsgericht X

für R e c h t erkannt:

Die Beklagte wird verurteilt, an den Kläger

1.895,00 DM nebst 4 % Zinsen seit dem 05.11.96

zu zahlen.

Im übrigen wird die Klage abgewiesen.

Die Beklagte trägt die durch die Beweisan-

ordnung verursachten Kosten. Von den übrigen

Kosten des Rechtsstreits trägt der Kläger

1/10 und die Beklagte 9/10.

Das Urteil ist vorläufig vollstreckbar, für

den Kläger jedoch nur gegen Sicherheits-

leistung in Höhe von 3.000,00 DM. Der Kläger

kann die Vollstreckung durch Sicherheits-

leistung in Höhe von 50,00 DM abwenden,

wenn nicht die Beklagte vor der Vollstreckung

Sicherheit in gleicher Höhe leistet.

## Tatbestand

**Rn. 2**

Der Kläger hatte bei der Beklagten nach deren Reisekatalog

**Rn. 3**

"Familienurlaub 96/Spezial" für sich und seine aus vier

**Rn. 4**

weiteren Personen bestehende Familie für die Zeit vom 07.

**Rn. 5**

bis zum 14.09.96 eine Reise nach X/Y zum Gesamt-

**Rn. 6**

reisepreis von 3.335,00 DM gebucht. Vertraglich vereinbart

**Rn. 7**

war die Unterbringung der Reisenden in sogenannten "X-

**Rn. 8**

Appartements", die auch erfolgte. Am 08.09.96 überreichte

**Rn. 9**

der Kläger der örtlichen Reiseleitung eine von ihm ge-

**Rn. 10**

fertigte Mängelliste mit der Aufforderung, Abhilfe zu

**Rn. 11**

leisten. Diese wurde ihm jedoch verweigert. Der Kläger

**Rn. 12**

nahm daraufhin ab dem 10.09.96 mit seiner Familie in dem

**Rn. 13**

in unmittelbarer Nähe der "X-Appartements" gelegenen

**Rn. 14**

Hotel "X" Aufenthalt. Hierdurch entstanden ihm Mehr-

**Rn. 15**

kosten in Hohe von 1.400,00 DM. Diesen Betrag verlangt er

**Rn. 16**

mit der Klage von der Beklagten erstattet, ferner Minderung

**Rn. 17**

sowie Schadensersatz für zwei Tage in Höhe von 495,00 DM

**Rn. 18**

bzw. 200,00 DM. Zur Begründung trägt er vor, die Unter-

**Rn. 19**

bringung in den "X-Appartements" habe diverse, von ihm

**Rn. 20**

näher bezeichnete Mängel aufgewiesen.

**Rn. 21**

Der Kläger beantragt,

**Rn. 22**

die Beklage zu verurteilen, an ihn

**Rn. 23**

2095,00 DM nebst 12 % Zinsen seit dem

**Rn. 24**

05.11.96 zu zahlen.

**Rn. 25**

Die Beklagte beantragt,

**Rn. 26**

die Klage abzuweisen.

**Rn. 27**

Sie bestreitet das Vorhandensein von Mängeln und erhebt die

**Rn. 28**

Einrede der Verjährung.

**Rn. 29**

Wegen der weiteren Einzelheiten des Parteivorbringens wird

**Rn. 30**

auf den vorgetragenen Akteninhalt Bezug genommen.

**Rn. 31**

Es ist mit dem aus der Sitzungsniederschrift des Amtsgerichts

**Rn. 32**

X vom 24.02.1998 ersichtlichen Ergebnis Beweis erhoben

**Rn. 33**

worden durch Vernehmung der Zeugin X.

## Entscheidungsgründe

**Rn. 35**

Die Klage ist im wesentlichen begründet.

**Rn. 36**

Der Anspruch des Klägers gegenüber der Beklagten auf Zahlung

**Rn. 37**

des Betrages von 1895,00 DM stützt sich auf die §§ 651 c Abs.

**Rn. 38**

3, 651 d Abs. 1 BGB.

**Rn. 39**

Die Beweisaufnahme hat das Vorbringen des Klägers in Bezug

**Rn. 40**

auf die von ihm näher dargelegten Mängel im wesentlichen be-

**Rn. 41**

stätigt. Aufgrund der glaubhaften Aussage der Zeugin X

**Rn. 42**

steht zur Überzeugung des Gerichts namentlich fest, daß das

**Rn. 43**

fünfte Bett fehlte, die Toilettenspülung nicht ging, von den

**Rn. 44**

Wänden der Putz abbröckelte, der Duschvorhang wie ein Putz-

**Rn. 45**

lappen herunterhing, weil oben die Ringe herausgerissen

**Rn. 46**

waren, Hand- und Bettücher zahlreiche Löcher aufwiesen und

**Rn. 47**

die Treppen zum Appartement des Klägers kaputt mit der Folge,

**Rn. 48**

sich hieraus ergebender Verletzungsgefahr waren, des weiteren,

**Rn. 49**

daß die Anlage des "X Club" für Bewohner der "X-

**Rn. 50**

Appartements" nicht nutzbar waren, weil diese von den Be-

**Rn. 51**

diensteten des "X Clubs" nicht hereingelassen wurde.

**Rn. 52**

Allein letzter Umstand stellt einen erheblichen Reisemangel dar,

**Rn. 53**

weil wie der Kläger zutreffend ausgeführt hat, der Reise-

**Rn. 54**

prospekt, Seite 10, durch die dortige Abbildung und Be-

**Rn. 55**

schreibung den Eindruck ermittelt, daß die "X-Appartemens"

**Rn. 56**

der "X Anlage" zugehörig seien. Mithin konnte der Kläger

**Rn. 57**

mit seiner Familie nicht, wie aber nach dem Reisekatalog der

**Rn. 58**

Beklagten von dem Reisenden bei objektiver Betrachtung an-

**Rn. 59**

zunehmen, die Lobby-Bar und gemütlichen Sitzecken sowie die

**Rn. 60**

im Garten stehenden Liegestühle mit großem Swimming-Pool mit

**Rn. 61**

separatem Kinderbecken, Sonnenschirme, Liegen und Auflagen,

**Rn. 62**

Pool-Bar, Fitness-Zentrum mit Sauna, Massage und Hamam, Ein-

**Rn. 63**

kaufszentrum, Patisserie, Bars und Discotheken nutzen.

**Rn. 64**

Gleiches gilt für die in der "X Anlage" nach dem Reise-

**Rn. 65**

prospekt zahlreich vorhandenen Sportmöglichkeiten.

**Rn. 66**

Dieser Umstand und die aus den glaubhaften Angaben der

**Rn. 67**

Zeugin X herzuleitenden Heruntergekommenheit der

**Rn. 68**

"X-Appartements" berechtigten den Kläger zu einer an-

**Rn. 69**

teiligen Minderung des Reisepreises für zwei Tage um

**Rn. 70**

100 %, die von ihm zutreffend mit 495,00 DM berechnet ist.

**Rn. 71**

Da die örtliche Reiseleitung der Beklagten Abhilfe ver-

**Rn. 72**

weigert hat, war der Kläger gemäß § 651 c Abs. 3 BGB mit

**Rn. 73**

der Rechtsfolge eines Anspruchs auf Aufwendungsersatz be-

**Rn. 74**

rechtigt, selbst Abhilfe zu schaffen, in dem er in die

**Rn. 75**

"X-Anlage", deren Gegebenheiten er nach dem Reise-

**Rn. 76**

katatlog zu nutzen ja ohnehin berechtigt war, umzog. Da-

**Rn. 77**

für, daß die von ihm dort aufgewendeten, der Höhe nach

**Rn. 78**

von der Beklagten nicht angegriffenen Mehrkosten unver-

**Rn. 79**

hältnismäßig gewesen seien, liegt nichts vor.

**Rn. 80**

Die vorstehend bezeichneten Gewährleistungsansprüche

**Rn. 81**

nach den §§ 651 c Abs. 3, 651 d Abs. 1 BGB sind nicht ver-

**Rn. 82**

jährt. Bis zum 28.11.96, dem Zeitpunkt der Zurückweisung

**Rn. 83**

der Ansprüche durch die Beklagte, war die Verjährung ge-

**Rn. 84**

hemmt (§ 651 g Abs. 2 Satz 3 BGB). Durch Anhängigmachen

**Rn. 85**

der Klage am 23.05.97 ist, da deren Zustellung am 03.06.97,

**Rn. 86**

mithin "demnächst" im Sinne des § 270 Abs. 3 ZPO erfolgte,

**Rn. 87**

gemäß § 209 Abs. 1 BGB Unterbrechung der Verjährung noch

**Rn. 88**

innerhalb der Sechsmonatsfrist des § 651 g Abs. 2 Satz 1

**Rn. 89**

BGB erfolgt.

**Rn. 90**

Ein Anspruch des Klägers gemäß § 651 f Abs. 2 BGB auf

**Rn. 91**

Zahlung eines Betrages von 200,00 DM wegen nutzlos aufge-

**Rn. 92**

wendeter Urlaubszeit hingegen besteht nicht, weil ein

**Rn. 93**

solcher voraussetzt, daß mindestens drei Urlaubstage zu

**Rn. 94**

100 % beeinträchtigt waren und damit zu einer entsprechenden

**Rn. 95**

Minderung berechtigten.

**Rn. 96**

Der Zinsanspruch ergibt sich aus den §§ 284 Abs. 1, 288

**Rn. 97**

Abs. 1 BGB.

**Rn. 98**

Hiernach stehen dem Kläger die gesetzlichen Zinsen von

**Rn. 99**

4 % zu. Wegen des weitergehenden Zinsanspruchs war die

**Rn. 100**

Klage abzuweisen, nachdem der Kläger das Entstehen

**Rn. 101**

eines weiteren Schadens im Sinne des § 288 Abs. 2 BGB

**Rn. 102**

nicht dargetan hat.

**Rn. 103**

Die Nebenentscheidungen beruhen auf den §§ 92, Abs. 1,

**Rn. 104**

96, 709, 708 Nr. 11, 711 ZPO.

**Rn. 105**

Gegenstandswert: 2095,00 DM.

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Zitiervorschlag: Amtsgericht Düsseldorf, Urteil vom 30.04.1998 – 32 C 8319/97, ECLI:DE:AGD:1998:0430.32C8319.97.00

Quelle: Open Legal Data, abgerufen 09.07.2026

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