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# Amtsgericht Düsseldorf, Urteil vom 01.08.1997 – 231 C 2599/97

ECLI:DE:AGD:1997:0801.231C2599.97.00

## Tenor

hat das Amtsgericht Düsseldorf

auf die mündliche Verhandlung vom 11.07.1997

durch den Richter X

für R e c h t erkannt:

1.

Das Versäumnisurteil vom 18.04.1997

wird teilweise aufrechterhalten und

wie folgt neu gefasst:

Die Beklagte wird verurteilt, an die

Klägerin DM 455,59 nebst 4 % Zinsen

seit dem 16.02.1997 zu zahlen.

Im übrigen wird die Klage abgewiesen.

2.

Die Klägerin trägt vorab die durch

ihre Säumnis im Termin vom 18.04.1997

entstandenen Kosten;

Im übrigen trägt die Klägerin die

Kosten des Rechtsstreits zu 45 %, die

Beklagte zu 55 %.

3. Das Urteil ist vorläufig vollstreck-

bar.

Von der Darstellung eines Tatbestandes wird nach § 313 a

ZPO abgesehen.

## Entscheidungsgründe

**Rn. 2**

Die zulässige Klage ist nur zu einem Teil begründet.

**Rn. 3**

Die Klägerin hat gegen die Beklagte einen Anspruch auf Zahl-

**Rn. 4**

lung des ausgeurteilten Betrages wegen Minderung des Reise-

**Rn. 5**

preises nach den §§ 651c, 651 d Abs. 1 BGB.

**Rn. 6**

Der Anspruch der Klägerin folgt aus dem Umstand, daß die

**Rn. 7**

von ihm gebuchte Reise mit Mängeln im Sinne des § 651c BGB

**Rn. 8**

behaftet war.

**Rn. 9**

Einen Mangel stellt der Umstand dar, daß der Strand und das

**Rn. 10**

Meer gänzlich und nicht nur teilweise felsig war. Die Klä-

**Rn. 11**

gerin hat substantiiert und unter Beweisantritt vorgetra-

**Rn. 12**

gen, daß zudem die Felsen noch algenbehaftet waren, was zu

**Rn. 13**

einer zusätzlichen Rutschgefahr wurde. Dem ist die Beklagte

**Rn. 14**

nicht mit erheblichen Vortrag entgegen getreten.

**Rn. 15**

Entsprechendes gilt für den Stand, der im Reisekatalog der

**Rn. 16**

Beklagten als feinsandig beschrieben ist, jedoch grob-kie-

**Rn. 17**

sig war.

**Rn. 18**

Ferner stellt es einen Mangel dar, daß die nächsten Wasser-

**Rn. 19**

sportmöglichkeiten 2-3 km entfernt waren. Denn die Formu-

**Rn. 20**

lierung "Am öffentlichen Strand Wassersport von Privat"

**Rn. 21**

vermittelt den Eindruck, daß der öffentliche Strand, an dem

**Rn. 22**

der Wassersport ausgeübt werden kann, sich unmittelbar an

**Rn. 23**

den Hotelstand anschließt.

**Rn. 24**

Es stellt ebenfalls einen Reisemangel dar, daß das Hotel

**Rn. 25**

vom Strand durch eine befahrene Straße getrennt war. Denn

**Rn. 26**

die Ausschreibung im Katalog vermittelt den Eindruck, daß

**Rn. 27**

das Hotel unmittelbar ohne weitere Hindernisse am Strand

**Rn. 28**

bzw. Meer liegt. Anders können die Beschreibungen, daß der

**Rn. 29**

Strand direkt vor der Tür liegt und das Hotel direkt am

**Rn. 30**

Meer liegt nicht verstanden werden. Wenn die Beklagte dies-

**Rn. 31**

bezüglich einwendet, es habe sich nur um eine Zufahrtsstra-

**Rn. 32**

ße mit wenig Verkehr gehandelt, so bestätigt das zum einen

**Rn. 33**

den klägerischen Vortrag. Zum anderen ist es aber dann un-

**Rn. 34**

verständlich, aus welchen Gründen bei einer derart unbedeu-

**Rn. 35**

tenden Straße eine eigene Unterführung für Fußgänger not-

**Rn. 36**

wendig ist. Das Bestreiten der Beklagten ist deshalb nicht

**Rn. 37**

nachvollziehbar.

**Rn. 38**

Schließlich ist die Beklagte zur Minderung wegen den vor-

**Rn. 39**

getragenen Mängeln bezüglich des Restaurants und der Tisch-

**Rn. 40**

pflege verpflichtet, da sie dem nicht in erheblicher Weise

**Rn. 41**

entgegengetreten ist.

**Rn. 42**

Als Mangel der Reise im Sinne des § 651c BGB ist jedoch

**Rn. 43**

nicht die Verschiebung des Abfluges zu ersehen. Zwar hätte

**Rn. 44**

nach den Tickets der Abflug am 08.08.1996 um 10.10 Uhr er-

**Rn. 45**

folgen sollen, tatsächlich ging der Flug erst um 22.00 Uhr.

**Rn. 46**

Dies wurde der Klägerin jedoch sechs Tage vorher mitge-

**Rn. 47**

teilt, so daß sie und ihr Ehemann sich darauf einstellen

**Rn. 48**

könnte. Daß sie einen zusätzlichen Tag Urlaub genommen ha-

**Rn. 49**

ben, ist unerheblich. Zum einen wäre dieser Tag Urlaub

**Rn. 50**

wahrscheinlich auch bei einem anfänglichen Abflug um 19.00

**Rn. 51**

Uhr erforderlich gewesen, wenn man die Fahrzeit von X

**Rn. 52**

nach Y sowie den Umstand berücksichtigt, daß

**Rn. 53**

die Klägerin wie üblich 2 Stunden vor dem Abflug am Flugha-

**Rn. 54**

fen hätte sein müssen. Zum anderen ist ihr aber durch die

**Rn. 55**

frühe Benachrichtigung die Möglichkeit gegeben worden, den

**Rn. 56**

Tag anderweitig zu nutzen. Sie mußte nicht im Flughafen

**Rn. 57**

warten, sondern konnte den Tag größtenteils zu Hause ver-

**Rn. 58**

bringen. Dies stellt aber keinen entgangenen Urlaub dar und

**Rn. 59**

ist vom Schutzzweck der Rechtsprechung zu Flugverspätungen

**Rn. 60**

oder -verschiebungen nicht gedeckt.

**Rn. 61**

Sofern die Klägerin vorträgt, sie habe nicht am Ausflug

**Rn. 62**

teilnehmen können, der im Reisepreis inbegriffen gewesen

**Rn. 63**

sei, so ist dies unsubstantiiert. Denn die Klägerin hat

**Rn. 64**

nicht dargelegt, woraus sich ergeben soll, daß die Beklagte

**Rn. 65**

einen Ausflug geschuldet hat. Aus der von ihr als Anlage

**Rn. 66**

zur Klageschrift vorgelegten Katalogbeschreibung des Hotels

**Rn. 67**

ist auch nicht erkennbar, daß ein Ausflug im Reisepreis

**Rn. 68**

inbegriffen war.

**Rn. 69**

Als bloße Unannehmlichkeit ist auch der Ausfall der Kli-

**Rn. 70**

maanlage zu erachten. Dies gilt deshalb weil eine Klimaan-

**Rn. 71**

lage nur für die öffentlichen Räume geschuldet war, für

**Rn. 72**

die Zimmer selber jedoch nicht zugesichert war. Der Ausfall

**Rn. 73**

an drei Tagen ist noch hinnehmbar und berechtigt nicht zu

**Rn. 74**

einer Minderung.

**Rn. 75**

Es stellt ebenfalls keinen Mangel dar, wenn hin und wieder

**Rn. 76**

der Strom ausgefallen ist. Denn selbst tägliche Stromaus-

**Rn. 77**

fälle von bis zu einer halben Stunde sind in einem Land

**Rn. 78**

wie der X, wo bekanntermaßen Schwierigkeiten mit der

**Rn. 79**

Stromversorgung auftreten können, noch als Unannehmlichkeit

**Rn. 80**

zu bezeichnen und somit entschädigungslos hinzunehmen.

**Rn. 81**

Auch der Rückflug nach X statt nach Y recht-

**Rn. 82**

fertigt keine Minderung, da die eingetretene Verzögerung

**Rn. 83**

noch im hinzunehmenden Rahmen von 4 Stunden liegt.

**Rn. 84**

Der Kläger hat die Mängel zwar nicht schriftlich gegenüber

**Rn. 85**

dem örtlichen Reiseleiter der Beklagten gerügt.

**Rn. 86**

Er hat allerdings substantiiert und unter Beweisantritt

**Rn. 87**

vorgetragen, welche Bemühungen er unternommen hat, seine

**Rn. 88**

Mängelanzeige gegenüber der Reiseleitung der Beklagten

**Rn. 89**

kundzumachen. Diesbezüglich hat er dargelegt, daß die Rei-

**Rn. 90**

seleitung zu dem angegebenen Termin zwar im Hotel war, der

**Rn. 91**

Reiseleiter sich jedoch weigerte ein Mängel-Protokoll auf-

**Rn. 92**

zunehmen. Sofern die Beklagte hierzu vorgetragen hat, der

**Rn. 93**

Reiseleiter sei ihr nicht bekannt, reicht dies gegenüber

**Rn. 94**

dem substantiierten Vorbringen der Klägerin nicht aus.

**Rn. 95**

Für die Abweichung der Strandlage erachtet das Gericht eine

**Rn. 96**

Minderungsquote von 5 % als angemessen und ausreichend. Denn

**Rn. 97**

auch bei einer relativ kostengünstigen Reise ist die abwei-

**Rn. 98**

chende Art und Weise der Strandlage ein erheblicher Mangel.

**Rn. 99**

Für die zu weit liegenden Sportmöglichkeiten und die ge-

**Rn. 100**

schilderten Mängel im Restaurant ist eine Minderung von je

**Rn. 101**

5 % zu gewähren und auch für die abweichende Strandqualität

**Rn. 102**

sind 5 % Minderung ausreichend und angemessen.

**Rn. 103**

Diese Minderungsquote von insgesamt 20 % ist von dem an-

**Rn. 104**

teiligen Tagesreisepreis zu ermitteln. Die Klägerin hat

**Rn. 105**

insgesamt DM 2.278,00 für die Reise bezahlt, da die abge-

**Rn. 106**

schlossene Reiseversicherung nicht als für die Minderung

**Rn. 107**

maßgeblicher Reisepreis zu werten ist. Für jeden Tag der

**Rn. 108**

Reise ergibt dies einen Betrag von DM 162,71.

**Rn. 109**

Hiervon 15 % sind DM 32,54 x 14 Tage ergibt DM 455,59.

**Rn. 110**

Für den gesamten Urlaub steht der Klägerin somit ein Min-

**Rn. 111**

derungsbetrag von DM 455,59 zu.

**Rn. 112**

Die Entscheidung über die Zinsen beruht auf den §§ 284, 288,

**Rn. 113**

291 BGB.

**Rn. 114**

Die Entscheidungen über die Kosten und die vorläufige Voll-

**Rn. 115**

streckbarkeit beruhen auf den §§ 92 Abs. 1, 708 Nr. 11, 713

**Rn. 116**

ZPO.

**Rn. 117**

Der Streitwert wird auf

**Rn. 118**

DM 823,00

**Rn. 119**

festgesetzt.

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Zitiervorschlag: Amtsgericht Düsseldorf, Urteil vom 01.08.1997 – 231 C 2599/97, ECLI:DE:AGD:1997:0801.231C2599.97.00

Datenquelle: Open Legal Data, abgerufen 09.07.2026

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