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# Amtsgericht Düsseldorf, Teilurteil vom 23.07.1996 – 50 C 7037/96

ECLI:DE:AGD:1996:0723.50C7037.96.00

## Tenor

hat das Amtsgericht Düsseldorf

ohne mündliche Verhandlung im schriftlichen

Verfahren am 23.7.1996

durch den Richter am Amtsgericht X

für R e c h t erkannt:

Die Beklagte zu 1) wird verurteilt, an den

Kläger 115,-- DM nebst 4 % Zinsen seit dem

4.4.1996 zu zahlen.

Die Kostenentscheidung bleibt der Schlußent-

scheidung vorbehalten.

Das Urteil ist vorläufig vollstreckbar.

Auf die Wiedergabe des Tatbestandes wird gemäß

§ 495 a Abs. 2 ZPO verzichtet.

## Entscheidungsgründe

**Rn. 2**

Die gegen die Beklagte zu 1) gerichtete Klage ist begründet,

**Rn. 3**

so daß angesichts der bislang noch nicht möglichen

**Rn. 4**

Klagezustellung an die Beklagten zu 2) und 3) durch

**Rn. 5**

Teilurteil gemäß § 301 ZPO zu entscheiden war.

**Rn. 6**

Der Kläger kann von der Beklagten zu 1) gemäß §§ 3

**Rn. 7**

Abs. 1 PflVG, § 7 Abs. 1 StVO, 249 Satz 2 BGB Zahlung

**Rn. 8**

von 115,-- DM verlangen. Die allein in Streit stehenden

**Rn. 9**

Kosten für den Kostenvoranschlag sind dem Kläger ebenfalls

**Rn. 10**

zu ersetzen.

**Rn. 11**

Im Rahmen der dem Geschädigten zustehenden Dispositions-

**Rn. 12**

freiheit (§ 249 Satz 2 BGB) kann er auf eine Reparatur

**Rn. 13**

seines Kfz verzichten und die im Reparaturgewerbe

**Rn. 14**

entstehenden Kosten ersetzt verlagen (vergl. Palandt-

**Rn. 15**

Heinrichs, § 249 Rdn. 8 mwN). Die Schadensersatzpflicht

**Rn. 16**

erstreckt sich darüber hinaus auch auf mit dem schädigenden

**Rn. 17**

Ereignis zusammenhängenden Folgeschäden; darunter fallen

**Rn. 18**

vorliegend die Kosten des Kostenvoranschlages.

**Rn. 19**

Es ist allgemein anerkannt, daß in Kfz-Unfallsachen der

**Rn. 20**

Geschädigte einen Sachverständigen hinzuziehen darf und

**Rn. 21**

einen Ausgleich auf die insoweit entstehenden Kosten hat.

**Rn. 22**

Nur bei sogenannten Bagatellschäden bis etwa 1.000,-- DM

**Rn. 23**

verbietet die Schadensminderungspflicht die Hinzuziehung

**Rn. 24**

eines SachverständigenM üblicherweise wird dann auf

**Rn. 25**

Basis eines Kostenvoranschlages abgerechnet.

**Rn. 26**

Es ist kein durchgreifender Grund ersichtlich, die Erstattungs-

**Rn. 27**

fähigkeit der niedrigeren Kosten eines Voranschlages in

**Rn. 28**

Abrede zu stellen. Allein der Umstand, daß diese Kosten

**Rn. 29**

mit den Reparaturkosten verrechnet werden, wenn eine

**Rn. 30**

Reparatur durchgeführt wird, rechtfertigt es nicht,

**Rn. 31**

ihre Erstattungsfähigkeit auch zu verneinen, wenn

**Rn. 32**

eine Reparatur unterbleibt. Der Geschädigte würde in

**Rn. 33**

seiner eingangs erwähnten Dispositionsfreiheit un-

**Rn. 34**

zulässigerweise eingeschränkt werden, wenn er bei Ba-

**Rn. 35**

gatellschäden im Falle einer unterbleibenden Reparatur

**Rn. 36**

nur die Reparaturkosten ohne die zur Schadensfest-

**Rn. 37**

stellung notwendigen Kosten ersetzt verlangen könnte,

**Rn. 38**

während er bei Schäden oberhalb der Bagatellgrenze

**Rn. 39**

Ansprüche auf die Reparaturkosten und die bedeutend

**Rn. 40**

höheren Sachverständigenkosten hätte. Bei einer anderen

**Rn. 41**

Betrachtungsweise wäre der Geschädigte quasi entgegen

**Rn. 42**

§ 249 Satz 2 BGB zur Durchführung einer Reparatur ge-

**Rn. 43**

zwungen, um nicht beispielsweise im Falle des Weiterver-

**Rn. 44**

kaufs des unreparieerten Fahrzeuges unter Abzug der

**Rn. 45**

erforderlichen Reparaturkosten vom Kaufpreis auf den Kosten

**Rn. 46**

des Voranschlags "sitzen zu bleiben".

**Rn. 47**

Der Zinsanspruch ergibt sich aus §§ 288, 284 BGB.

**Rn. 48**

Die Kostenentscheidung bleibt der Schlußentscheidung

**Rn. 49**

vorbehalten. Die Entscheidung über die vorläufige Voll-

**Rn. 50**

streckbarkeit folgt aus §§ 708 Ziffer 11, 711, 713 ZPO.

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Zitiervorschlag: Amtsgericht Düsseldorf, Teilurteil vom 23.07.1996 – 50 C 7037/96, ECLI:DE:AGD:1996:0723.50C7037.96.00

Datenquelle: Open Legal Data, abgerufen 09.07.2026

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Nicht-amtliche Fassung — maßgeblich ist die Ausfertigung des Gerichts

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