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# Amtsgericht Düsseldorf, Urteil vom 25.06.1996 – 26 C 20510/95

ECLI:DE:AGD:1996:0625.26C20510.95.00

## Tenor

hat das Amtsgericht Düsseldorf

auf die mündliche Verhandlung vom 14. Mai 1996

durch die Richterin am Amtsgericht X

für R e c h t erkannt:

Die Beklagte wird verurteilt, an die Kläger 200,-- DM

zzgl. 4 % Zinsen seit 30.09.1995 zu zahlen.

Im übrigen wird die Klage abgewiesen.

Von den Kosten des Rechtsstreits trägt die Beklagte

8 %, die Kläger 92 %.

Das Urteil ist vorläufig vollstreckbar.

Die Kläger können die Vollstreckung (hinsichtlich der

Kosten) abwenden, wenn sie Sicherheit in Höhe von

700,-- DM leisten, wenn nicht die Beklagte vor der

Vollstreckung in gleicher Weise Sicherheit leistet.

Die Vollstreckung kann auch durch Bankbürgschaft er-

bracht werden.

**Rn. 1**

T a t b e s t a n d :

**Rn. 2**

Die Kläger haben für die Zeit vom 15.06.1995 bis 20.06.1995

**Rn. 3**

eine von der Beklagten gebuchte Reise in die X, Halb-

**Rn. 4**

pension im 4-Sterne Club-Hotel in X gebucht. Der Ge-

**Rn. 5**

samtreisepreis betrug 2.822,-- DM.

**Rn. 6**

Die Kläger verlangen von der Beklagten Reisepreisminderung

**Rn. 7**

von 70 %, da die Klägerin am 23.06. (nach der ersten Ur-

**Rn. 8**

laubswoche) aufgrund verdorbener Lebensmittel schwer er-

**Rn. 9**

krankt sei, weswegen sie auch noch nach Rückkehr bis

**Rn. 10**

21.08.1995 krankgeschrieben worden sei. Auch der Kläger sei

**Rn. 11**

am 27.06.1995 erkrankt mit gleichen Symthomen wie seine

**Rn. 12**

Ehefrau, nämlich Magen-Darm-Erkrankung.

**Rn. 13**

Die Kläger behaupten, daß die Erkrankung auf verdorbene Le-

**Rn. 14**

bensmittel zurückzuführen sei, da auch andere Mitreisende

**Rn. 15**

zeitgleich erkrankt seien.

**Rn. 16**

Da unstreitig der direkte Rückflug von X nach Y

**Rn. 17**

am 29.06.1995 um 18.20 Uhr vorverlegt worden sei auf

**Rn. 18**

morgens 6.00 Uhr (was die Kläger am Vorabend gegen 22.25

**Rn. 19**

Uhr erfahren haben und weswegen sie bereits um 3.00 Uhr

**Rn. 20**

nachts vom Shuttlebus abgeholt wurden) sind sie der Auffas-

**Rn. 21**

sung, daß sie auch deswegen zur Minderung des Gesamtpreises

**Rn. 22**

berechtigt seien. Insbesondere durch den vorverlegten Rück-

**Rn. 23**

flug sei der Urlaubswert sehr beeinträchtigt worden. Sie

**Rn. 24**

verlangen außerdem Schadensersatz für vertane Urlaubszeit

**Rn. 25**

für die Klägerin für 7 Tage und für den Kläger für 3 Tage

**Rn. 26**

á 50,-- DM sowie Mehrkosten für Telefon und Fax in Höhe

**Rn. 27**

von 88,-- DM.

**Rn. 28**

Sie beantragen,

**Rn. 29**

die Beklagte wird verurteilt, an die Klägerin

**Rn. 30**

2.563,40 DM nebst 4 % Zinsen hieraus seit dem

**Rn. 31**

30.09.1995 zu zahlen.

**Rn. 32**

Die Beklagte beantragt,

**Rn. 33**

die Klage abzuweisen.

**Rn. 34**

Sie bestreitet, daß die Kläger wegen Nahrungsmitteln im Ho-

**Rn. 35**

tel erkrankt seien, zumal sie nur Halbpension gebucht hät-

**Rn. 36**

ten und sich die Erkrankung woanders hätten zuziehen kön-

**Rn. 37**

nen. Andere Mitreisende seien nicht erkrankt. Die Kläger

**Rn. 38**

hätten auch die Ansprüche weder rechtzeitig angemeldet noch

**Rn. 39**

die Mängel angezeigt.

**Rn. 40**

Andererseits (!) trägt die Beklagte vor, daß die Kläger (in

**Rn. 41**

ihrem Schreiben vom 28.06.1995) also doch Anspruchsschei-

**Rn. 42**

ben! als eigentlichen Grund der Beschwerde die Flugzeitän-

**Rn. 43**

derung angegeben hätten. Bei einer tatsächlichen Erkrankung

**Rn. 44**

werden die Kläger sicherlich dankbar für eine frühere Rück-

**Rn. 45**

reise gewesen.

**Rn. 46**

Da sie sich die Änderung der Flugzeiten vorbehalten habe,

**Rn. 47**

standen den Klägern keine Ansprüche für die gerinfügige

**Rn. 48**

Unannehmlichkeit zu, die sich im Rahmen des Zumutbaren be-

**Rn. 49**

wege und auf die sich die Kläger rechtzeitig hätten ein-

**Rn. 50**

stellen können.

**Rn. 51**

Wegen weiterer Einzelheiten wird auf die gewechselten

**Rn. 52**

Schriftsätze Bezug genommen.

**Rn. 53**

E n t s c h e i d u n g s g r ü n d e :

**Rn. 54**

Entgegen der Behauptung der Beklagten, die sogar durch ihr

**Rn. 55**

eigenes Zitat des Schreibens vom 28.06.1995 entwertet wird

**Rn. 56**

(!), haben die Kläger hierdurch (K 3 = Bl. 52 GA.) sowie

**Rn. 57**

durch Schreiben vom 2. Juli 1995 (K 4 = Bl. 53 GA.) grund-

**Rn. 58**

sätzlich rechtzeitig Ansprüche angemeldet.

**Rn. 59**

Dennoch steht den Klägern nur ein geringer Teil der von ih-

**Rn. 60**

nen geltend gemachten Minderungsansprüche gemäß 651 d BGB

**Rn. 61**

zu.

**Rn. 62**

Die Behauptung, die Klägerin habe sich durch Speisen im Ho-

**Rn. 63**

tel infiziert, ist nicht durch den Beweis des ersten An-

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scheins ihrer Behauptung belegt, daß andere Reisegäste so-

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wie ihr Ehemann, 12 Tage später ebenfalls erkrankt ist. Ei-

**Rn. 66**

ne derartige Magen-Darm-Erkrankung kann auch aufgrund eines

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grassierenden Infektes ausbrechen und ist nicht zwangsläu-

**Rn. 68**

fig als "notwendiges Denkgesetz" Folge des Genusses von

**Rn. 69**

verdorbener Speisen. Hiergegen spricht gerade auch, daß der

**Rn. 70**

Ehemann erst erheblich später erkrankt ist, der Infekt bei

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ihm also später ausgebrochen ist.

**Rn. 72**

Dementsprechend waren die auf den Genuß von verdorbenen Le-

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bensmitteln gestützten Minderungsansprüche abzuweisen. Auch

**Rn. 74**

die Vernehmung der von den Klägern benannten Zeugen würde

**Rn. 75**

hier keine Sicherheit bringen, daß die Erkrankung auf unhy-

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gienische Hotelverhältnisse oder dergleichen beruht.

**Rn. 77**

Dagegen haben die Kläger einen Minderungsanspruch wegen der

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vorverlegten Rückreise.

**Rn. 79**

Diese ist nicht mehr als bloße "Unannehmlichkeit" zu be-

**Rn. 80**

zeichnen, mit der sich Reisende im Massentourismus abfinden

**Rn. 81**

müssen. Der Flug wurde 12 Stunden vorverlegt, was zur Folge

**Rn. 82**

hatte, daß die Kläger auch mitten in der Nacht aufstehen

**Rn. 83**

mußten, ihnen die Nachtruhe fehlte. Darüber hinaus war auch

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die Bequemlichkeit des Direktfluges nicht mehr vorhanden.

**Rn. 85**

Die hierdurch verursachten Reisemängel berechtigen die Klä-

**Rn. 86**

ger daher angesichts des Gesamtreisepreises von 2.822,-- DM

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bei 14 Tagen für 2 Personen mit 200,-- DM.

**Rn. 88**

Diese Forderung ist wegen Verzugs ab 30.09.1995 mit 4 % zu

**Rn. 89**

verzinsen, §§ 284, 286 BGB.

**Rn. 90**

Die Kostenentscheidung beruht auf §§ 91, 92 ZPO, die übri-

**Rn. 91**

gen Entscheidungen aus §§ 708 Ziff. 11, 711 und 713 ZPO.

**Rn. 92**

Streitwert: 2.563,40 DM

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Zitiervorschlag: Amtsgericht Düsseldorf, Urteil vom 25.06.1996 – 26 C 20510/95, ECLI:DE:AGD:1996:0625.26C20510.95.00

Datenquelle: Open Legal Data, abgerufen 09.07.2026

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