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# Amtsgericht Düsseldorf, Urteil vom 13.10.1995 – 20 C 11141/95

ECLI:DE:AGD:1995:1013.20C11141.95.00

## Tenor

hat das Amtsgericht Düsseldorf

ohne mündliche Verhandlung gem. § 495a ZPO am 13.10.1995

durch den Richter am Amtsgericht X

für R e c h t erkannt:

Die Beklagte wird verurteilt, an den

Kläger 52,40 DM nebst 12,25 % Zinsen

seit dem 23.11.1994 zu zahlen.

Im übrigen wird die Klage abgewiesen.

Die Kosten des Rechtsstreites trägt der

Kläger zu 84 % und die Beklagte zu 16 %.

Das Urteil ist vorläufig vollstreckbar.

Von der Darstellung des Tatbestandes wird gemäß § 495 a ZPO abge-

sehen.

## Entscheidungsgründe

**Rn. 2**

Die Klage ist nur teilweise begründet.

**Rn. 3**

Der Kläger kann aus dem Reisevertrag lediglich die entstandenen

**Rn. 4**

Kosten für den Bahntransport X - Y in Höhe von

**Rn. 5**

135,00 DM, für die Taxifahrt X Flughafen - X Haupt-

**Rn. 6**

bahnhof in Höhe von 42,00 DM sowie für die Taxifahrt Y

**Rn. 7**

Hauptbahnhof - Y Flughafen in Höhe von 25,40 DM ersetzt

**Rn. 8**

verlangen, §§ 651 c ff BGB. Abzüglich der darauf bereits vorge-

**Rn. 9**

richtlich geleisteten 150,00 DM verbleibt ein Anspruch in Höhe

**Rn. 10**

des titulierten Betrages.

**Rn. 11**

Denn die Beklagte war nach dem Vertrag verpflichtet, den Kläger

**Rn. 12**

und seine Reisebegleiter von XX zum Flughafen in Y

**Rn. 13**

zurückzubringen.

**Rn. 14**

Dieser Verpflichtung ist sie nicht nachgekommen, da sie den Klä-

**Rn. 15**

ger nach X zurückgeflogen hat.

**Rn. 16**

Wegen dieser Änderung des Zielflughafens sind dem Kläger zusätz-

**Rn. 17**

liche Kosten in Höhe des titulierten Betrages entstanden, die die

**Rn. 18**

Beklagte dem Kläger zu ersetzen hat.

**Rn. 19**

Weitergehende Ansprüche stehen dem Kläger aus dem Reisevertrag

**Rn. 20**

aber nicht zu.

**Rn. 21**

Insbesondere kann der Kläger den vereinbarten Reisepreis nicht

**Rn. 22**

deshalb weiter mindern, weil der Rückflug nicht nach Y,

**Rn. 23**

sondern nach X gegangen ist.

**Rn. 24**

Im Pauschalflugreiseverkehr kann es immer wieder dazu kommen, daß

**Rn. 25**

geplante Flüge umgeleitet werden müssen. Dies liegt nicht ohne

**Rn. 26**

weiteres im Einflußbereich der Reiseveranstalter. Im Rahmen des

**Rn. 27**

heutigen Massentourismus muß deshalb jeder Reiseteilnehmer mit

**Rn. 28**

solchen kurzfristigen Änderungen rechnen und diese auch hinneh-

**Rn. 29**

men, solange sich die Änderungen der Flugreise im Bereich bloßer

**Rn. 30**

Unannehmlichkeiten halten.

**Rn. 31**

Die Umleitung eines Rückfluges von Y nach X mit den

**Rn. 32**

damit verbundenen Umständen ist aber nicht so gravierend, daß sie

**Rn. 33**

deshalb zu einer Minderung des Reisepreises für eine 14-tätige

**Rn. 34**

Pauschalreise in die XX berechtigen würde.

**Rn. 35**

Dies hat der Kläger ersatzlos hinzunehmen.

**Rn. 36**

Soweit der Kläger Schadensersatz für entgangene Urlaubsfreuden

**Rn. 37**

geltend macht, ist die Klage unschlüssig.

**Rn. 38**

Denn er trägt selbst vor, daß der Rückflug lediglich um eine

**Rn. 39**

Stunde vorverlegt wurde. Nach seinem Vorbringen war damit die Ab-

**Rn. 40**

fahrt im Hotel um 02.55 Uhr erforderlich.

**Rn. 41**

Wenn der Flug aber wie vorgesehen eine Stunde später erfolgt wä-

**Rn. 42**

re, hätte der Kläger dann um 03.55 Uhr das Hotel verlassen müs-

**Rn. 43**

sen. Etwas anderes behauptet er jedenfalls nicht.

**Rn. 44**

Es ist dann aber nicht nachzuvollziehen, wieso dem Kläger die Ur-

**Rn. 45**

laubsfreude für den 09.10.1994 allein wegen der verfrühten ab-

**Rn. 46**

fahrt entgangen sein soll. Denn auch bei einer Abfahrt um 03.55

**Rn. 47**

Uhr hätte er den Urlaubstag am Ferienort nicht nutzen können.

**Rn. 48**

Soweit der Kläger durch die Flugänderung später zu Hause angekom-

**Rn. 49**

men ist, hält sich auch dies im Rahmen einer Unannehmlichkeit,

**Rn. 50**

für die er keinen Ersatz verlangen kann.

**Rn. 51**

Aus diesen Gründen war der Klage nur in der titulierten Höhe

**Rn. 52**

stattzugeben und im übrigen abzuweisen.

**Rn. 53**

Der Zinsanspruch des Klägers ergibt sich aus dem Verzug der Be-

**Rn. 54**

klagten nach Fristsetzung, §§ 284 ff BGB.

**Rn. 55**

Soweit sich die Beklagte in ihrem Schriftsatz vom 23.09.1995 we-

**Rn. 56**

gen der Flugänderung auf ihre allgemeinen Reisebedingungen beruft

**Rn. 57**

und den geltend gemachten Verzugszinssatz bestreitet, war dieses

**Rn. 58**

unbeachtlich, da der Schriftsatz erst am 23.09.1995 bei Gericht

**Rn. 59**

eingegangen ist und damit verspätet war.

**Rn. 60**

Die Nebenentscheidungen beruhen auf den §§ 92 Abs. 1; 708 Nr. 11;

**Rn. 61**

711; 713 ZPO.

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Zitiervorschlag: Amtsgericht Düsseldorf, Urteil vom 13.10.1995 – 20 C 11141/95, ECLI:DE:AGD:1995:1013.20C11141.95.00

Datenquelle: Open Legal Data, abgerufen 09.07.2026

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Nicht-amtliche Fassung — maßgeblich ist die Ausfertigung des Gerichts

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