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# Amtsgericht Düsseldorf, Urteil vom 26.01.1994 – 24 C 8284/93

ECLI:DE:AGD:1994:0126.24C8284.93.00

## Tenor

hat das Amtsgericht Düsseldorf

auf die mündliche Verhandlung vom 12.01.94

durch die Richterin am Amtsgericht X

für R e c h t erkannt:

Die Beklagte wird verurteilt, an den Kläger weitere 514,--

(i. W.: fünfhundertvierzehn Deutsche Mark) DM nebst 4 %

Zinsen seit dem 01.02.93 zu zahlen.

Im übrigen wird die Klage abgewiesen.

Von den Kosten des Rechtsstreits tragen der Kläger 2/3, die

Beklagte 1/3.

Das Urteil ist vorläufig vollstreckbar.

Von der Darstellung eines Tatbestandes wird gemäß § 313 a Abs. 1

ZPO abgesehen.

**Rn. 1**

E n t s c h e i d u n g s g r ü n d e :

**Rn. 2**

Die Klage ist teilweise begründet.

**Rn. 3**

Dem Kläger steht gemäß § 651 d BGB ein weiterer Minderungsan-

**Rn. 4**

spruch in Höhe von 514,-- DM zu. Die vom Kläger für sich und

**Rn. 5**

seine Ehefrau gebuchte Reise nach X war mangelhaft. Die

**Rn. 6**

Beklagte hatte durch ihre Prospektangabe, daß die gebuchte Anla-

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ge X-Club "direkt an einem schönen Strandab-

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schnitt" liegen würde, die Erwartung geweckt, daß an der gebuch-

**Rn. 9**

ten Anlage ein breiter Strand zum Sonnen vorhanden sei und eine

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Bademöglichkeit im Meer. Dies gilt auch unter Berücksichtigung

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der Fotos, die sie von X und dieser Anlage in ihrem Pro-

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spekt veröffentlicht hat. Tatsächlich entsprach die Örtlichkeit

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nicht den geweckten Erwartungen. Der Strandabschnitt war, wie

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auch eine Inaugenscheinnahme der vorgelegten Fotografien ergibt relativ

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schmal und durch ein Band größerer Steine vom Meer getrennt.

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Die Beweisaufnahme hat darüber hinaus bestätigt, daß ein Baden

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in dem Strandabschnitt vor dem X-Club nicht oder

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nur unter äußerst schwierigen Bedingungen möglich war. So hat

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die Zeugin X, Mitarbeiterin der Beklagten, die einen

**Rn. 20**

eigenen Urlaub in der selben Anlage verbracht hat, bestätigt,

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daß wegen eines abgestorbenen Korallenriffes vor dem Hotel

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X-Club ein Baden dort nur mit Badeschuhen möglich

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gewesen sei, sie selbst aber dort gar nicht und andere Gäste nur

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sehr selten dort gebadet hätten. Von einem schönen Strandab-

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schnitt konnte der Kläger und seine Ehefrau aber erwarten, daß

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dort ein unbeschwertes Baden möglich war. Die Tatsache, daß vor

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dem benachbarten Hotel Y ein größerer Sandstrand vorhan-

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den gewesen ist, der sowohl zum Aufenthalt wie auch zum Baden

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dem entsprochen hat, womit der Kläger und seine Ehefrau berech-

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tigterweise rechnen konnten, stellt keine hinreichende Erfüllung

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des Reisevertrages dar. Denn die Beklagte hatte gerade damit

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geworben, daß der Strand direkt bei der gebuchten Anlage schön

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sei, so daß der Reisende annahmen durfte, es gäbe weder zum

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Strand noch zum Baden nennenswerte Wege. Wenn auch die Zeugin

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X nur zwei bis drei Minuten gegangen sein will, um an dem

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Nachbarstrand zu baden, war dies ein zusätzlicher Umstand, der

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nicht den durch die Prospektbeschreibung geweckten Erwartungen

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entsprach. Bei der von der Zeugin X gewählten Lösung des

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Badens am Nachbarstrand kommt hinzu, daß sie hinsichtlich des

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Strandaufenthalts mit dem schmalen Strandstreifen vorlieb nehmen

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mußten, der auch gegenüber der Prospektbeschreibung negativ

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abfiel und zusätzlich, daß sie während des Badens ihre zum Strand

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mitgebrachten Gegenstände nicht im Auge behalten konnten. Soweit

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der Kläger es vorgezogen hat, sich zum Strandbereich vor dem

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Y zu begeben, mußte er außer dem Weg, den die Zeugin

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Y mit 10 Minuten zu Fuß wohl richtig beschrieben hat, auch

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noch die Schwierigkeiten der Absprache über die Mitbenutzung der

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Strandeinrichtungen (Sonnenschirm und Liegestühle) auf sich

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nehmen. Unter Berücksichtigung des Ergebnisses der Beweis-

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aufnahme bewertet das Gericht den "Strandmangel" mit 10 % des

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Reisepreises. Der Kläger ist demzufolge berechtigt, den Reise-

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preis von 10.344,-- DM um 1.034,-- DM zu mindern. Unter Berück-

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sichtigung der unstreitigen außergerichtlichen Zahlung von

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520,-- DM verblieb ein weiter auszuurteilender Betrag von 514,--

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DM.

**Rn. 56**

Die Zinsentscheidung folgt aus §§ 284, 286 BGB.

**Rn. 57**

Die Kostenentscheidung ergibt sich aus § 92 Abs. 1 ZPO, der

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Entscheidung über die vorläufige Vollstreckbarkeit liegen §§ 708

**Rn. 59**

Nr. 11, 713 ZPO zugunde.

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Zitiervorschlag: Amtsgericht Düsseldorf, Urteil vom 26.01.1994 – 24 C 8284/93, ECLI:DE:AGD:1994:0126.24C8284.93.00

Datenquelle: Open Legal Data, abgerufen 09.07.2026

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