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# Amtsgericht Düsseldorf, Urteil vom 07.12.1993 – 39 C 9041/93

ECLI:DE:AGD:1993:1207.39C9041.93.00

## Tenor

hat das Amtsgericht Düsseldorf auf die mündliche Verhandlung

vom 16. November 1993 durch den Richter X

für R e c h t erkannt:

Die Beklagte wird verurteilt,

an die Kläger 312,28 DM nebst 4 % Zinsen seit

dem 3.2.1993 zu zahlen.

Im übrigen wird die Klage abgewiesen.

Von den Kosten des Rechtsstreits werden den

Klägern 71 % und der Beklagten 29 % auferlegt.

Das Urteil ist vorläufig vollstreckbar.

**Rn. 1**

E n t s c h e i d u n g s g r ü n d e :

**Rn. 2**

Gem. § 313 a Abs. 1, S. 1 ZPO ergeht die Entscheidung unter

**Rn. 3**

Weglassung des Tatbestandes.

**Rn. 4**

Den Klägern steht wegen der Minderung des Reisepreises gem.

**Rn. 5**

§ 651 d BGB ein Rückerstattungsanspruch in der genannten

**Rn. 6**

Höhe zu.

**Rn. 7**

Auf die von den Klägern erhobenen Ansprüche findet

**Rn. 8**

Reisevertragsrecht Anwendung. Die Beklagte ist

**Rn. 9**

Reiseveranstalter. An der von den Klägern gebuchten Reise

**Rn. 10**

ist bemerkenswert, daß nicht lediglich die Leistung eines

**Rn. 11**

einzelnen Veranstalters in Anspruch genommen wird, sondern

**Rn. 12**

daß an der Gesamtleistung der Reise für die Kläger

**Rn. 13**

verschiedene Veranstalter bzw. Leistungsträger mitwirkten.

**Rn. 14**

Die Kläger nahmen von der Beklagten das Rundreisearrangement

**Rn. 15**

"X Impressionen", 7 Tage vom 23.12.-31.12.1992,

**Rn. 16**

Preis 2570,00 DM in Anspruch, außerdem anschließend 7

**Rn. 17**

Übernachtungen im "X Resort" zum Preis von

**Rn. 18**

1344,00 DM.

**Rn. 19**

Die unvorhergesehene Mitbenutzung der Dusche in ihrem Zimmer

**Rn. 20**

durch andere Reisegäste während der ersten beiden Tage der

**Rn. 21**

Rundreise stellt einen Reisemangel i.S.d. § 651 c BGB dar.

**Rn. 22**

Durch diesen Mangel war der Wert der Reise während der

**Rn. 23**

ersten beiden Tage der Rundreise um 30 % vermindert. Die

**Rn. 24**

Beklagten können deswegen gem. § 651 d BGB Erstattung von

**Rn. 25**

220,28 DM verlangen.

**Rn. 26**

Die Darbietung von Führungen während der Rundreise lediglich

**Rn. 27**

in englischer Sprache war ebenso ein Mangel der Reise. Denn

**Rn. 28**

eine Rundreise wird regelmäßig von einem Publikum in

**Rn. 29**

Anspruch genommen, das für Kultur und Sehenswürdigkeiten des

**Rn. 30**

bereisten Landes ein überdurchschnittliches Interesse zeigt.

**Rn. 31**

Zu einer solchen Rundreise gehören Führungen. Diese sind für

**Rn. 32**

den Reisenden aber nur dann von Wert, wenn er sie sprachlich

**Rn. 33**

verstehen kann. Für eine Rundreise, die sich an ein

**Rn. 34**

interessiertes, aber nicht unbedingt wissenschaftlich

**Rn. 35**

vorgebildetes Publikum wendet, stellt es einen Fehler im

**Rn. 36**

Sinne des § 651 c BGB dar, wenn Führungen nicht in deutscher

**Rn. 37**

Sprache abgehalten werden. Dieser Mangel rechtfertigt eine

**Rn. 38**

Minderung von 10 %, weshalb die Kläger Erstattung von

**Rn. 39**

257,00 DM verlangen können.

**Rn. 40**

Dagegen stellt die Unterbringung in 2- Bett Bungalows keinen

**Rn. 41**

Mangel der Reise dar. Denn eine andere Unterbringung war

**Rn. 42**

reisevertraglich nicht vorgesehen.

**Rn. 43**

Der Reiseprospekt der Beklagten nennt als mögliche Form der

**Rn. 44**

Unterbringung Doppel- und Einzelzimmer. Die Original-

**Rn. 45**

Rechnung vom 21.11.1992 nennt Doppelzimmer/Bad.

**Rn. 46**

Nur auf dem Plan über den Reiseerlauf des Reisebüros X

**Rn. 47**

sind für die Zeit im "X Resort"

**Rn. 48**

Übernachtungen im 3-Bett-Bungalow genannt. Diese Angaben des

**Rn. 49**

Reisebüros sind aber, anders als die Angaben des

**Rn. 50**

Reiseveranstalters in den Prospekten, keine verbindliche

**Rn. 51**

Beschreibung des zu erwartenden Zustandes. Die Angaben im

**Rn. 52**

Plan über den Reiseverlauf widersprachen zudem Katalog und

**Rn. 53**

Rechnung, sodaß die Kläger sich nicht auf diesen Angaben

**Rn. 54**

verlassen durften.

**Rn. 55**

Die Beklage hat den Klägern vorprozessual 147,00 DM für die

**Rn. 56**

Mitbenutzung der Dusche und 18,00 DM für die nur

**Rn. 57**

englischsprachige Führung erstattet.

**Rn. 58**

Den Klägern steht folgender Anspruch zu:

**Rn. 59**

Mangel Dusche 220,28 DM

**Rn. 60**

Mangel Führung 257,00 DM

**Rn. 61**

Summe 477,28 DM

**Rn. 62**

./. Erstattung 165,00 DM Forderung 312,28 DM

**Rn. 63**

Der Zinsanspruch beruht auf §§ 284, 286, 288 BGB.

**Rn. 64**

Die Kostenentscheidung folgt aus § 92 Abs. 1 BGB.

**Rn. 65**

Die Entscheidung zur vorläufigen Vollstreckbarkeit ergeht

**Rn. 66**

gemäß §§ 708 Nr. 11, 713 ZPO.

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Zitiervorschlag: Amtsgericht Düsseldorf, Urteil vom 07.12.1993 – 39 C 9041/93, ECLI:DE:AGD:1993:1207.39C9041.93.00

Datenquelle: Open Legal Data, abgerufen 09.07.2026

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Nicht-amtliche Fassung — maßgeblich ist die Ausfertigung des Gerichts

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