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# Amtsgericht Düsseldorf, Urteil vom 10.11.1993 – 53 C 15469/93

ECLI:DE:AGD:1993:1110.53C15469.93.00

## Tenor

hat das Amtsgericht Düsseldorf

auf die mündliche Verhandlung vom 20. Oktober 1993

durch den Richter X

für R e c h t erkannt:

Die Beklagte wird verurteilt,

an die Kläger 197,10 DM (i.W.:

Einhundertsiebenundneunzig

10/100 Deutsche Mark) nebst 4 %

Zinsen seit dem 14.04.1993

zu zahlen.

Im übrigen wird die Klage

abgewiesen.

Die Kosten des Rechtsstreits

tragen die Kläger als Gesamt-

schuldner zu 87 % und die

Beklagte zu 13 %.

Das Urteil ist vorläufig vollstreckbar.

Auf die Darstellung des Tatbestandes wird gemäß § 313 a

ZPO verzichtet.

**Rn. 1**

E n t s c h e i d u n g s g r ü n d e

**Rn. 2**

Die Klage ist in Höhe des zugesprochenen Betrages be-

**Rn. 3**

gründet.

**Rn. 4**

Den Klägern steht insoweit ein Anspruch auf Schadens-

**Rn. 5**

ersatz wegen Nichterfüllung des mit der Beklagten ge-

**Rn. 6**

schlossenen Reisevertrages gemäß § 651 f BGB gegen

**Rn. 7**

diese zu. Die Beklagte ist dem Vortrag der Kläger,

**Rn. 8**

es habe in dem gebuchten Hotel keinerlei Unterhaltung

**Rn. 9**

stattgefunden, nicht in hinreichender Weise entgegen-

**Rn. 10**

getreten. Es steht diesbezüglich fest, daß es insbe-

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sondere an der von der Beklagten laut ihren Prospekt-

**Rn. 12**

angaben geschuldeten "romantischen Musik in der Open-Air-

**Rn. 13**

Bar" fehlte. Ein Minderungsbetrag in Höhe von 5 % des

**Rn. 14**

Gesamtreisepreises ist insoweit angemessen.

**Rn. 15**

Im übrigen ist die Klage unbegründet.

**Rn. 16**

Den Klägern steht kein weitergehender Anspruch auf

**Rn. 17**

Schadensersatz wegen Nichterfüllung des Reisevertrages

**Rn. 18**

zu.

**Rn. 19**

Die Tatsache, daß der Strand gegenüber dem gebuchten

**Rn. 20**

Hotel derart stark verschmutzt war, daß ein Baden im

**Rn. 21**

Meer an dieser Stelle nicht möglich war, rechtfertigt

**Rn. 22**

eine Minderung nicht. Es kann insoweit dahingestellt

**Rn. 23**

bleiben, ob sich die Kläger vor Reiseantritt ausdrück-

**Rn. 24**

lich bei der Beklagten nach der Verschmutzung erkundigt

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haben. Jedenfalls ist die Möglichkeit der Benutzung

**Rn. 26**

eben dieses Strandabschnitts nicht Gegenstand des Reise-

**Rn. 27**

vertrages geworden. Weder dem Klägervorbringen noch

**Rn. 28**

den vorgelegten Buchungs- bzw. Leistungsbestätigungen

**Rn. 29**

läßt sich entnehmen, daß die Beklagte gerade im Hinblick

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auf die Befürchtungen der Kläger ausdrücklich die Gewähr

**Rn. 31**

für die Benutzbarkeit des Strandes übernommen hat.

**Rn. 32**

Nur dann aber wird überhaupt eine entsprechende Ein-

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standspflicht des Reiseveranstalters begründet. Im

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übrigen bleibt es bei der Feststellung, daß ein Reise-

**Rn. 35**

veranstalter für den Zustand eines öffentlichen Strandes

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grundsätzlich nicht haftet, da dies nicht in seinem

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Einordnungsbereich liegt (vgl. AG Stuttgart-Bad Cannstatt,

**Rn. 38**

Urteil vom 02.11.1984, 3 C 504/84 und 11.11.1983, 2

**Rn. 39**

C 2895/82; LG München I, Urteil vom 08.02.1980, 10

**Rn. 40**

O 453/80).

**Rn. 41**

Auch der weitere Vortrag bezüglich des Vorliegens von

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Mängeln bei der Hotelunterbringung ist nicht geeignet,

**Rn. 43**

den Klageanspruch zu begründen.

**Rn. 44**

Es fehlt insoweit -worauf auch die Beklagte bereits

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ausdrücklich hingewiesen hat- an einem hinreichend

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substantiierten Vortrag zu einem wirksamen Abhilfever-

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langen der Kläger vor Ort. Der bloße Hinweis darauf,

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die Mängel gegenüber der Reiseleitung gerügt zu haben,

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ist lediglich pauschal und entspricht nicht den Anfor-

**Rn. 50**

derungen an einen substantiierten Sachvortrag im Rahmen

**Rn. 51**

der den Parteien obliegenden Prozeßförderungspflicht.

**Rn. 52**

Die Kläger haben weder dargelegt, an welchem Tag, mit

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welchem Inhalt (welche konkreten Mängel) er sich an

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welche Personen (namentlich) gewendet und um Abhilfe

**Rn. 55**

gebeten hat.

**Rn. 56**

Im übrigen hätte es aber zudem auch eines Vortrages

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über die tatsächlichen Mängel der Hoteleinrichtung,

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insbesondere darüber bedurft, welche Einrichtungsgegen-

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stände abweichend vom Prospektangebot bzw. dem Vertrags-

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inhalt nicht zur Verfügung gestanden haben. Auch der

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Vortrag bezüglich Klimaanlage und Duschen ist nicht

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hinreichend substantiiert. Es ist nicht erkennbar,

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wann, wie oft und wie lange diese Einrichtungen ausge-

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fallen sind. Im übrigen aber ist eine kurzfristige

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Hinnahme dieser Beeinträchtigungen im Rahmen des mo-

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dernen Massentourismus hinzunehmen. Es handelt sich

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um kurzfristige Unannehmlichkeiten, die die Schwelle

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eines Mangels i.S.d. § 651 c BGB nicht erreichen (vgl.

**Rn. 69**

AG Frankfurt, Urteil vom 20.06.1985, 30 C 842/85-45).

**Rn. 70**

Schließlich führt auch die Behauptung der Kläger, bei

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dem gebuchten Hotel habe es sich tatsächlich nur um

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ein 3-Sterne-Hotel gehandelt, zu keiner anderen Beur-

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teilung. Nach dem Prospekt sollte das gebuchte Hotel

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der Kategorie "4 Globen" angehören. Dies enthält nicht

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die Zusicherung auf Unterbringung in einem 4-Sterne-Hotel,

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sondern stellt lediglich eine veranstaltereigene Klassi-

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fizierung dar. Eine Abweichung von dieser aber haben

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die Kläger nicht vorgetragen. Im übrigen hätte es dies-

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bezüglich ohnehin konkreter Darlegungen darüber bedurft,

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durch welche Minderleistungen sich das zugewiesene

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von einem 4-Sterne-Hotel unterschieden hat (vgl. AG

**Rn. 82**

Essen, Urteil vom 21.09.1990, 21 C 327/90).

**Rn. 83**

Soweit die Kläger darüber hinaus Ansprüche wegen ent-

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gangener Urlaubsfreuden bzw. nutzlos aufgewendeter

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Urlaubszeit geltend gemacht haben, steht ihnen ein

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solcher nach der ständigen Rechtsprechung des AG/LG

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Düsseldorf erst ab einer Minderungsquote von 50 % zu.

**Rn. 88**

Dem Antrag auf Wiedereröffnung der mündlichen Ver-

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handlung war nicht stattzugeben, da der Sachvortrag

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im nicht nachgelassenen Schriftsatz vom 29.10.1993

**Rn. 91**

eine andere Beurteilung der Sachlage nicht rechtfertigt.

**Rn. 92**

Die Entscheidung über die geltend gemachten Zinsen

**Rn. 93**

rechtfertigt sich aus dem Gesichtspunkt des Verzuges

**Rn. 94**

gemäß §§ 284, 286, 288 ZPO. Die Kläger haben einen

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höheren Zinssatz weder dargelegt noch unter Beweis

**Rn. 96**

gestellt.

**Rn. 97**

Die Kostenentscheidung beruht auf § 92 Abs. 1 ZPO.

**Rn. 98**

Die Entscheidung über die vorläufige Vollstreckbarkeit

**Rn. 99**

folgt aus §§ 708 Nr. 11, 711, 713 ZPO.

**Rn. 100**

Der Streitwert für den Rechtsstreit wird auf 1.575,-- DM

**Rn. 101**

festgesetzt.

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Zitiervorschlag: Amtsgericht Düsseldorf, Urteil vom 10.11.1993 – 53 C 15469/93, ECLI:DE:AGD:1993:1110.53C15469.93.00

Datenquelle: Open Legal Data, abgerufen 09.07.2026

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