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# Amtsgericht Düsseldorf, Urteil vom 20.09.1993 – 47 C13431/92

ECLI:DE:AGD:1993:0920.47C13431.92.01

## Tenor

Das Amtsgericht Düsseldorf

hat auf die mündliche Verhandlung vom 16.8.1993

durch die Richterin am Amtsgericht X

für R e c h t erkannt:

Die Beklagte wird verurteilt, an den

Kläger DM 488,88 nebst 4 % Zinsen seit

dem 2.10.1992 zu zahlen.

Im übrigen wird die Klage abgewiesen.

Die Kosten des Rechtsstreits tragen die

Beklagte zu 33 %, der Kläger zu 67 %.

Das Urteil ist vorläufig vollstreckbar.

## Tatbestand

**Rn. 2**

Der Kläger buchte gemeinsam mit der Zeugin X eine

**Rn. 3**

Reise nach X vom 3. bis 25.5.1992 mit Unterkunft

**Rn. 4**

im Hotel X mit Doppelzimmer, Dusche, WC, Balkon,

**Rn. 5**

Meeresblick und Klimaanlage zum Preise von je DM 2.008,--.

**Rn. 6**

Er begehrt Minderung bzw. Schadensersatz, weil das Zimmer

**Rn. 7**

keinen Meeresblick hatte. Unstreitig zahlte die Beklagte

**Rn. 8**

10 % des anteiligen Reisepreises, nämlich je DM 295,--

**Rn. 9**

an den Kläger und die Zeugin X zum Ausgleich hierfür.

**Rn. 10**

Unstreitig erhielten der Kläger und die Zeugin X je-

**Rn. 11**

weils weitere DM 239,-- von der Beklagten. Diese meint,

**Rn. 12**

der Kläger habe keine weiteren Ansprüche.

**Rn. 13**

Der Kläger trägt vor, die Klimaanlage habe wegen häufigen

**Rn. 14**

Stromausfall allenfalls zu 50 % funktioniert.

**Rn. 15**

Er behauptet, in der Zeit vom 3. bis 17.5. hätten von

**Rn. 16**

6.00 Uhr bis 17.00 Uhr täglich Renovierungsarbeiten

**Rn. 17**

mit Lärmbelästigung im Zimmer und in der Gartenanlage

**Rn. 18**

stattgefunden, die Wäsche sei nicht gegen frische,

**Rn. 19**

sondern gegen gebrauchte gewechselt worden,

**Rn. 20**

der Strand sei wegen Fäkalien unbenutzbar gewesen, er habe

**Rn. 21**

die Rügen täglich wiederholt.

**Rn. 22**

Nach 14 Tagen wurde der Kläger in einem anderen Hotel unter-

**Rn. 23**

gebracht. Er trägt vor, dieser Aufenthalt sei nicht mehr

**Rn. 24**

geeignet gewesen, die gewünschte Erholung zu ermöglichen,

**Rn. 25**

weshalb ihm auch Schadensersatz wegen nutzlos aufgewendeter

**Rn. 26**

Urlaubszeit zustehe.

**Rn. 27**

Der Kläger beantragt:

**Rn. 28**

die Beklagte zu verurteilen, an ihn 1.474,--

**Rn. 29**

nebst 4 % Zinsen seit Klagezustellung zu zahlen.

**Rn. 30**

Die Beklagte beantragt:

**Rn. 31**

die Klage abzuweisen.

**Rn. 32**

Es ist Beweis erhoben worden durch Einholung schriftlicher

**Rn. 33**

Zeugenaussagen. Auf das Ergebnis der Beweisaufnahme wird

**Rn. 34**

verwiesen.

## Entscheidungsgründe

**Rn. 36**

Die Klage ist teilweise begründet.

**Rn. 37**

Der Kläger kann in der zuerkannten Höhe eine Minderung

**Rn. 38**

des Reisepreises verlangen, weil die Leistung der Beklagten

**Rn. 39**

in diesem Umfang mangelhaft war (§ 651 d BGB).

**Rn. 40**

Nach den Bekundungen der Zeugin X hat der Kläger die

**Rn. 41**

Mängel gerügt. Zwar ist nicht zu verkennen, daß die

**Rn. 42**

Zeugin X grundsätzlich ein eigenes Interesse an einem

**Rn. 43**

günstigen Ausgang des Rechtsstreits hat, weil auch sie die-

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selben Ansprüche gegenüber der Beklagten erhoben hat. Allerdings

**Rn. 45**

ergibt sich aus der von der Beklagten vorgelegten Nieder-

**Rn. 46**

schrift über eine Beanstandung, daß Beanstandungen täglich

**Rn. 47**

erhoben worden seien. Insoweit erscheint die Aussage der

**Rn. 48**

Zeugin X auch glaubhaft. Etwas anderes ergibt sich

**Rn. 49**

insbesondere nicht aus der schriftlichen Aussage des

**Rn. 50**

Reiseleiters.

**Rn. 51**

Für den fehlenden Meeresblick sind unstreitig bereits

**Rn. 52**

10 % bezahlt worden. Mehr verlangt der Kläger selbst nicht.

**Rn. 53**

Wegen des Stromausfalls, der sich auf die Klimaanlage aus-

**Rn. 54**

wirkte, kann der Kläger keine Minderung verlangen, weil

**Rn. 55**

häufige Stromausfälle, zumal während der Monsumzeit,

**Rn. 56**

in X zu erwarten und in Kauf zu nehmen sind.

**Rn. 57**

Der allgemeine Vortrag, es habe "sehr häufigen Stromausfall"

**Rn. 58**

mit "allenfalls 50 %" Funktionieren gegeben, ist auch

**Rn. 59**

unsubstantiiert, ohne daß die genauen Zeiten genannt worden

**Rn. 60**

sind. Nur in diesem Fall hätte die Beklagte die jeweiligen

**Rn. 61**

Ursachen des Stromausfalls überprüfen und hierzu Stellung

**Rn. 62**

nehmen können.

**Rn. 63**

Der Kläger hat bewiesen, daß des Renovierungsarbeiten

**Rn. 64**

während seines Aufenthalts im Hotel X gegeben hat.

**Rn. 65**

Auch der Reiseleiter hat eingeräumt, daß ein Flügel

**Rn. 66**

angebaut wurde, wodurch naturgemäß Geräusche entstehen.

**Rn. 67**

Nach den Zeugenaussagen ist aber davon auszugehen, daß für

**Rn. 68**

die Bauarbeiten keine Maschinen eingesetzt worden sind,

**Rn. 69**

so daß die Geräuschbelästigung sowohl im Haus als auch

**Rn. 70**

im Garten nicht all zu schwer wiegte. Insbesondere haben

**Rn. 71**

die Zeugen die Lärmbelästigung unterschiedlich empfunden.

**Rn. 72**

Letztlich sind die Beeinträchtigungen nicht nach dem

**Rn. 73**

empfindlichsten, aber auch nicht nach dem unempfindlichsten

**Rn. 74**

Teilnehmer zu beurteilen. Das Gericht wertet die Beein-

**Rn. 75**

trächtigung durch Baumaßnahmen ohne Maschinen, welche sowohl

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im Haus als auch im Garten zu vernehmen waren, mit

**Rn. 77**

15 %.

**Rn. 78**

Weiterhin ist bewiesen, daß jedenfalls Badetücher unge-

**Rn. 79**

waschen an andere Reisende ausgegeben wurden und Wäsche

**Rn. 80**

nur selten gewaschen wurde, wobei die Geruchsbelästigung

**Rn. 81**

unterschiedlich empfunden worden ist. Angesichts der

**Rn. 82**

Tatsache, daß es sich um eine Billigreise in ein Hotel ohne

**Rn. 83**

besonderen Luxus handelte, zudem in einem Land, dessen

**Rn. 84**

Hygienevorstellungen nicht mit nordeuropäischen Ansprüchen

**Rn. 85**

zu vergleichen sind, wirkt sich die

**Rn. 86**

Beeinträchtigung durch mangelnde Reinigung der

**Rn. 87**

Wäsche mit 5 % gegenüber dem, was der Kläger erwarten durfte,

**Rn. 88**

aus. Zumindest durfte er damit rechnen, daß von anderen

**Rn. 89**

Menschen benutzte Badetücher frisch gewaschen wurden und

**Rn. 90**

die Zimmerwäsche einmal gewechselt wurde wärend der

**Rn. 91**

12 Nächte in dem zweiten von ihm bezogenen Zimmer.

**Rn. 92**

Nach den Zeugenaussagen ist davon auszugehen, daß der

**Rn. 93**

vom Hotel aus zu benutzende Strand auch von Einheimischen

**Rn. 94**

benutzt und nicht gereinigt wurde. Den Reinigungszustand

**Rn. 95**

haben die Zeugen unterschiedlich empfunden. Allerdings

**Rn. 96**

durfte der Kläger nach dem Reiseprospekt davon ausgehen,

**Rn. 97**

daß es sich um einen frisch gereinigten Strand handelt,

**Rn. 98**

welcher zum Aufenthalt geeignet war. Diese Voraussetzungen

**Rn. 99**

erfüllte der vorgefundene Strand jedenfalls nicht, weil die

**Rn. 100**

Beklagte den Strand nicht wie zu erwarten gereinigt hat.

**Rn. 101**

Diese Beeinträchtigung würdigt das Gericht, unter Würdigung

**Rn. 102**

der unterschiedlichen Zeugenaussagen mit 20 %.

**Rn. 103**

Ansprüche wegen des Verpflegungsservice stehen dem Kläger

**Rn. 104**

nicht zu. Insbesondere hatte die Beklagte ein Buffet nicht

**Rn. 105**

zugesagt, auch konnte der Kläger auf X keine mit

**Rn. 106**

hiesigen Maßstäben zu messende Küche oder Bewirtung verlangen.

**Rn. 107**

Er konnte auch nicht davon ausgehen, mit anderer als landes-

**Rn. 108**

üblicher Ernährung versorgt zu werden, insbesondere mit

**Rn. 109**

Essensmengen, die im nördlichen Europe angeboten werden.

**Rn. 110**

Bei der Reise in ein Drittland zu Billigtarifen konnte er

**Rn. 111**

nicht von einem europäischen Standard der Reiseleitung

**Rn. 112**

ausgehen.

**Rn. 113**

Der Kläger kann keinen weiteren Schadensersatz verlangen,

**Rn. 114**

weil er Ansprüche zum entgangenen Urlaub nicht schlüssig

**Rn. 115**

vorgetragen hat, andererseits, weil die Beklagte mit

**Rn. 116**

DM 239,-- bereits ausreichenden Ausgleich für den vertanen

**Rn. 117**

Urlaub bei dem Umzug in ein anderes Hotel erbracht hat.

**Rn. 118**

Insgesamt erhält der Kläger mit der hier zuerkannten

**Rn. 119**

40 % ingen Minderung sowie der erhaltenen Zahlungen,

**Rn. 120**

somit einen ausreichenden Ersatz für die vorgefundenen

**Rn. 121**

Beeinträchtigungen, nämlich eine Minderung von 50 % und einen

**Rn. 122**

Schadensersatz für vertanen Urlaub wegen Umzugs von DM 478,--.

**Rn. 123**

Die Nebenentscheidungen folgen aus §§ 92, 708 Nr. 11, 713 ZPO.

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Zitiervorschlag: Amtsgericht Düsseldorf, Urteil vom 20.09.1993 – 47 C13431/92, ECLI:DE:AGD:1993:0920.47C13431.92.01

Datenquelle: Open Legal Data, abgerufen 09.07.2026

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