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# Amtsgericht Düsseldorf, Urteil vom 25.06.1993 – 35 C 6051/93

ECLI:DE:AGD:1993:0625.35C6051.93.00

## Tenor

hat das Amtsgericht Düsseldorf

auf die mündliche Verhandlung vom 25. Juni 1993

durch den Richter am Amtsgericht X

für R e c h t erkannt:

Unter Abweisung der Klage im übrigen

wird die Beklagte verurteilt, sowohl

an die Klägerin als auch an den Kläger

jeweils einen Betrag von DM 319,67 nebst

12,5 % Zinsen zugunsten der Klägerin seit

dem 4.12.1992, zugunsten des Klägers seit

dem 5.12.1992 zu zahlen.

Die Kosten des Rechtsstreits tragen die

Klägerin und der Kläger zu jeweils 32 %,

die Beklagte zu 36 %.

Das Urteil ist vorläufig vollstreckbar.

**Rn. 1**

E n t s c h e i d u n g s g r ü n d e

**Rn. 2**

Von der Darstellung des Tatbestandes wird nach § 495 a ZPO

**Rn. 3**

abgesehen.

**Rn. 4**

Die Klage, mit der die Kläger Reisemängel bezüglich der

**Rn. 5**

bei der Beklagten gebuchten Flugpauschalreise "Faszinierendes

**Rn. 6**

X" vom 8. bis zum 24.10.1992 in Höhe von jeweils

**Rn. 7**

DM 500,-- geltend machen, ist zum Teil begründet.

**Rn. 8**

Beiden Kläger steht jeweils ein Minderungsanspruch gemäß

**Rn. 9**

§ 651 d Abs. 1 BGB in Höhe von DM 319,67 zu. Die Beklagte

**Rn. 10**

hat nämlich die von ihr zugesagte Reiseleistung insoweit

**Rn. 11**

nicht ordnungsgemäß erbracht, als aufgrund der von ihr

**Rn. 12**

zu vertretenden, fehlerhaften Reiseorganisation der am

**Rn. 13**

3. Tag in X vorgesehene freie Nachmittag ebenso ent-

**Rn. 14**

fiel wie ein halber "freier Tag" am 6. Reisetag in Y.

**Rn. 15**

Es ist nicht nachvollziehbar, wenn die Beklagte sich insoweit

**Rn. 16**

darauf beruft, daß zum einen Programmänderungen vorbehalten

**Rn. 17**

seien und zum anderen unvorhergesehene Änderungen bei der

**Rn. 18**

Flugbeförderung aufgetreten seien. Die gern gebrauchte Floskel

**Rn. 19**

von den "Bedingungen des Massentourismus" vermag keinesfalls

**Rn. 20**

vertragliche Verpflichtungen der Parteien erheblich zu

**Rn. 21**

beeinträchtigen. Vielmehr können die Kläger die Beklagte

**Rn. 22**

zu Recht auf das von der Beklagten der Reise zugrunde

**Rn. 23**

gelegte Reiseprogramm verweisen, welches gerade für den

**Rn. 24**

3. Tag der Reise in X den Nachmittag "für eigene

**Rn. 25**

Entdeckungen zur freien Verfügung" stellt, nachdem zunächst

**Rn. 26**

die vielfältigen schönen Ausflugs- und Besichtigungsziele in

**Rn. 27**

X herausgestellt worden sind. Noch deutlicher wird

**Rn. 28**

dies für den 6. Tag in Y , für das die Programmbe-

**Rn. 29**

schreibung beginnt: "Heute empfehlen wir Ihnen einen fakulta-

**Rn. 30**

tiven Tagesausflug mit dem Luftkissenboot in die X-

**Rn. 31**

Kolonie X mit einem Kurzbesuch in die X.

**Rn. 32**

In Y steht Ihnen dieser Tag für Einkäufe und eigenen

**Rn. 33**

Entdeckungen zur freien Verfügung ...".

**Rn. 34**

Bei einem Programm wie dem der gebuchten Reise der Kläger

**Rn. 35**

stellen gerade Freizeiten wesentliche Entspannungszeiten dar;

**Rn. 36**

zudem ist gerichtsbekannt, daß Reisende

**Rn. 37**

gerade in den beiden genannten Städten die freien Zeiten für

**Rn. 38**

private Einkäufe nutzen möchten und auch darin der Zweck einer

**Rn. 39**

solchen Reise wie der gebuchten besteht. Der Verlust zweier

**Rn. 40**

solcher halber "freier Tage" muß daher als erheblich gewertet

**Rn. 41**

werden und erscheint dem Gericht vergleichbar mit dem Ausfall

**Rn. 42**

von Landausflügen bei Kreuzfahrten, für den eine Erstattung

**Rn. 43**

von 20 - 30 % des anteiligen Reisepreises je Tag anerkannt wird

**Rn. 44**

(Frankfurter Tabelle zur Reisepreisminderung, NJW 85,

**Rn. 45**

Seite 114 unter III. 17).

**Rn. 46**

Rechnerisch läßt sich ein Tagespreis von DM 319,67 ermitteln;

**Rn. 47**

insoweit ist eine Reisepreisminderung für zwei verlorenen

**Rn. 48**

halbe "freie Tage" anzusetzen.

**Rn. 49**

Soweit die Kläger darüberhinaus geltend machen, sie hätten

**Rn. 50**

die von der Beklagten zugesagten Reiseunterlagen und den

**Rn. 51**

- offensichtlich schriftlichen - Reiseführer nicht erhalten,

**Rn. 52**

ist keine schlüssige Klagegrundlage gegeben. Die Kläger

**Rn. 53**

hätten eine entsprechende Foderung zwar zu Recht erheben

**Rn. 54**

können, denn das von den Parteien für die Reise zugrunde

**Rn. 55**

gelegte Reiseprogramm sieht auch eine Stellung eines

**Rn. 56**

"Info-Pakets mit Reiseführer" durch die Beklagte an die

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Kläger vor. Aber einen solchen Mangel hätten die Kläger rügen

**Rn. 58**

müssen, § 651 c BGB. Hierzu tragen sie nichts vor, obwohl

**Rn. 59**

doch eine entsprechende Anforderung - und zwar schon rech-

**Rn. 60**

zeitig vor Reisebeginn - nahegelegen hätte. Die Kläger sind

**Rn. 61**

folglich mit einem Minderungsanspruch gemäß § 651 d Abs. 2

**Rn. 62**

BGB insoweit ausgeschlossen. Insoweit war ihre Klage abzu-

**Rn. 63**

weisen.

**Rn. 64**

Die Nebenentscheidungen beruhen auf den §§ 92 Abs. 1 bzw.

**Rn. 65**

708 Nr. 11, 713 ZPO.

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Zitiervorschlag: Amtsgericht Düsseldorf, Urteil vom 25.06.1993 – 35 C 6051/93, ECLI:DE:AGD:1993:0625.35C6051.93.00

Datenquelle: Open Legal Data, abgerufen 09.07.2026

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