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# Amtsgericht Düsseldorf, Urteil vom 18.11.1991 – 37 C 11022/91

ECLI:DE:AGD:1991:1118.37C11022.91.00

## Tenor

hat das Amtsgericht Düsseldorf

auf die mündliche Verhandlung vom 14. Oktober 1991

durch den Richter am Amtsgericht X

für R e c h t erkannt:

Die Beklagte wird verurteilt, an die Kläger

DM 335,64 nebst 4 % Zinsen seit dem 14. August 1991

zu zahlen.

Die weitergehende Klage wird abgewiesen.

Von den Kosten des Rechtsstreits tragen die

Kläger 90 % und die Beklagte 10 %.

Das Urteil ist vorläufig vollstreckbar.

Den Parteien wird nachgelassen, die Zwangsvoll-

streckung gegen Sicherheitsleistung in der Höhe

abzuwenden, in der vollstreckt wird.

## Tatbestand

**Rn. 2**

Die Parteien streiten um Reisepreisminderung und Schadensersatz

**Rn. 3**

aus einer Reise vom 4. bis 18. Februar 1991 nach X.

**Rn. 4**

Die Kläger wollten dort am 9. Februar 1991 heiraten und hatten

**Rn. 5**

deshalb das von der Beklagten angebotene Heiratspaket für

**Rn. 6**

DM 605,-- mitgebucht, bei einem Gesamtreisepreis von DM 9.409,00.

**Rn. 7**

Im Katalog der Beklagten ist ausgewiesen:

**Rn. 8**

"Zur Eheschließung auf X benötigen Sie notariell

**Rn. 9**

beglaubigte englische Übersetzungen der Geburts- und

**Rn. 10**

ggfls. Scheidungsurkunden beider Partner. Die Aufge-

**Rn. 11**

botsformalitäten nehmen ca. 5 Tage in Anspruch."

**Rn. 12**

Die Papiere der Kläger kamen erst zwei Tage vor dem Termin

**Rn. 13**

auf X an. Dabei wurde festgestellt, daß beglaubigte

**Rn. 14**

Übersetzungen fehlten. Die Hochzeit mußte deshalb auf den

**Rn. 15**

16. Februar 1991 verschoben werden.

**Rn. 16**

Die Kläger sind der Ansicht, daß die Kosten dieser Verschiebung

**Rn. 17**

die Beklagten treffen. Sie hätten die Erforderlichkeit der

**Rn. 18**

Übersetzungen nicht gekannt, da der Katalog auch nicht Vertrags-

**Rn. 19**

grundlage gewesen sei.

**Rn. 20**

Die Beklagte hat vorgerichtlich 10 % Reisepreisminderung

**Rn. 21**

(DM 958,--) erstattet und DM 72,-- für das Umgravieren der

**Rn. 22**

Eheringe bezahlt.

**Rn. 23**

Die Kläger sind der Ansicht, daß ihnen außerdem noch zustehen:

**Rn. 24**

1. 20 %ige Minderung des Reisepreises DM 1.881,80

**Rn. 25**

2. Schadensersatz gem. § 651 f Absatz 2 DM 1.000,--

**Rn. 26**

3. Kosten für Hochzeitsanzeigen DM__743,28

**Rn. 27**

DM 3.625,08

**Rn. 28**

Die Kläger beantragen:

**Rn. 29**

die Beklagte wird verurteilt, an die Kläger

**Rn. 30**

DM 3.625,08 nebst 4 % Zinsen seit dem 14. August

**Rn. 31**

1991 zu zahlen.

**Rn. 32**

Die Beklagte beantragt Klageabweisung.

**Rn. 33**

Wegen der weiteren Einzelheiten wird auf die Schrift-

**Rn. 34**

sätze der Parteien verwiesen.

## Entscheidungsgründe

**Rn. 36**

Die Klage ist im tenorierten Umfange gerechtfertigt, im

**Rn. 37**

übrigen war sie abzuweisen, §§ 651 a ff BGB.

**Rn. 38**

Denn die Kläger können sich nicht darauf berufen, daß sie

**Rn. 39**

von der Erforderlichkeit der beglaubigten englischen Über-

**Rn. 40**

setzung nichts gewußt haben. Sie haben die Reise nur deshalb

**Rn. 41**

bei der Beklagten gebucht, weil sie von dem Hochzeitspaket

**Rn. 42**

ausgingen, das diese offeriert. Danach war eine Buchung

**Rn. 43**

nur anhand der Katalogunterlagen möglich. Diese sind somit

**Rn. 44**

Vertragsinhalt geworden.

**Rn. 45**

Die Beklagte kann sich nicht darauf berufen, daß die

**Rn. 46**

Herbeischaffung der entsprechenden Unterlagen allein Sache

**Rn. 47**

der Kläger war. Denn die Unterlagen sind nicht von den

**Rn. 48**

Klägern nach X mitgenommen worden. Sie wurden von

**Rn. 49**

der Beklagten gefordert, um die Hochzeit entsprechend des

**Rn. 50**

von ihr angebotenen Hochzeitspakets zu arrangieren. Dabei

**Rn. 51**

stand der Termin 9. Februar 1991 seit der Buchung fest.

**Rn. 52**

Auch wenn dieses Datum lediglich als Wunsch der Kläger be-

**Rn. 53**

nannt war, gingen die Parteien selbstredend davon aus, daß

**Rn. 54**

ein anderer Termin nicht in Betracht kam. Die Beklagten hätten

**Rn. 55**

sonst in ihrem Porspektunterlagen auf die Unverbindlichkeit

**Rn. 56**

dieses Termines hinweisen müssen. Das haben sie nicht getan.

**Rn. 57**

Zur Schadenshöhe ist festzustellen, daß die Kläger aufgrund

**Rn. 58**

der Verschiebung des Hochzeitstermins lediglich ein Ausflug

**Rn. 59**

nicht haben vornehmen können und das zwei Tage wegen der

**Rn. 60**

Notwendigkeit, beglaubigte Übersetzungen zu erhalten, für

**Rn. 61**

den Kläger verloren waren. Hinzu kamen die Aufregungen durch

**Rn. 62**

die Verschiebung des Hochzeitstermins. Das Gericht sieht

**Rn. 63**

hierin Fehler der Reise, die gemäß §§ 286, 287 ZPO mit 20 %

**Rn. 64**

des Reisepreises bemessen werden. Dabei ist berücksichtigt,

**Rn. 65**

daß die übrige Reise ohne Nachteile erfolgt ist, lediglich

**Rn. 66**

sind die Flitterwochen teilweise "vorgezogen worden".

**Rn. 67**

Abgewälzt werden können auf die Beklagten jedoch lediglich

**Rn. 68**

50 % des Schadens. Denn es oblag den Klägern, ihre Hochzeits-

**Rn. 69**

papiere ordnungsgemäß bereitzuhalten. Die Beklagte hatte

**Rn. 70**

lediglich eine Kontroll- und Korrekturfunktion. Sie mußte

**Rn. 71**

prüfen, ob die für das Hochzeitspaket erforderlichen Unter-

**Rn. 72**

lagen vorlagen. Das Gericht geht dabei davon aus, daß die

**Rn. 73**

beiderseitigen Verschulden gleich hoch sind.

**Rn. 74**

Für die von der Klägerseite geforderte Reisepreisminderung

**Rn. 75**

ist aufgrund der vorgerichtlichen Zahlung von DM 958,-- somit

**Rn. 76**

kein Raum.

**Rn. 77**

Als Schaden aufgrund des Verschuldens der Beklagten ist

**Rn. 78**

auch anzusehen, daß die Hochzeitsanzeigen mit Kosten von

**Rn. 79**

DM 743,28 mit dem falschen Hochzeitstag gedruckt waren und

**Rn. 80**

daß die Eheringe das falsche Hochzeitsdatum eingeprägt bekommen

**Rn. 81**

hatten. Die Kosten für die Hochzeitsanzeigen in Höhe von

**Rn. 82**

DM 743,28 und die Umprägekosten der Eheringe mit DM 72,--

**Rn. 83**

machen zusammen aus DM 815,28, von denen 50 % also DM 407,72

**Rn. 84**

zu Lasten der Beklagten gehen. Diese hat auf diese Schadens-

**Rn. 85**

summe DM 72,-- vorgerichtlich gezahlt. Es verbleiben DM 335,64

**Rn. 86**

erstattungsfähiger Schaden.

**Rn. 87**

Für pauschalen Schadensersatz ist kein Raum. Es ist anerkannte

**Rn. 88**

Rechtsprechung, daß eine solche Schadensposition nur dann

**Rn. 89**

in Betracht kommt, wenn so erhebliche Schadenspositionen

**Rn. 90**

vorhanden sind, daß mindestens 50 % des Urlaubs "daneben-

**Rn. 91**

gegangen" sind. Dies trägt die Klägerseite nicht einmal

**Rn. 92**

selber vor. Sie berechnet eine Schadensminderung von insgesamt

**Rn. 93**

30 %. Auch aus der Dauer der Beeinträchtigung im Verhältnis

**Rn. 94**

zur Länge des Urlaubs läßt sich nicht errechnen, daß 50 %

**Rn. 95**

des Urlaubs durch die Verschiebung des Hochzeitstermines

**Rn. 96**

beeinträchtigt waren. Die Kläger tragen selbst vor, daß

**Rn. 97**

sie bis auf einen Ausflug das Urlaubsprogramm abwickeln

**Rn. 98**

konnten.

**Rn. 99**

Anspruch auf pauschale Abgeltung entgangener Urlaubsfreude

**Rn. 100**

besteht somit nicht.

**Rn. 101**

Die Nebenentscheidungen ergehen gemäß §§ 284 ff BGB,

**Rn. 102**

91, 704 ff ZPO.

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Zitiervorschlag: Amtsgericht Düsseldorf, Urteil vom 18.11.1991 – 37 C 11022/91, ECLI:DE:AGD:1991:1118.37C11022.91.00

Datenquelle: Open Legal Data, abgerufen 09.07.2026

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