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# Amtsgericht Düsseldorf, Urteil vom 08.12.1989 – 28 C 568/88

ECLI:DE:AGD:1989:1208.28C568.88.00

## Tenor

hat das Amtsgericht Düsseldorf

auf die mündliche Verhandlung vom 17.11.1989

durch die Richterin am Amtsgericht X

für R e c h t erkannt :

Die Klage wird abgewiesen.

Die Kosten des Rechtsstreits werden den Klägern

als Gesamtschuldner auferlegt.

Das Urteil ist vorläufig vollstreckbar.

## Tatbestand

**Rn. 2**

Die Beklagte ist Mieterin einer Wohnung der Kläger aufgrund eines

**Rn. 3**

schriftlichen Mietvertrages vom 01.10.1968. Unter § 8 des

**Rn. 4**

Mietvertrages ist vereinbart, daß der Mieter alle Schönheits-

**Rn. 5**

reparaturen in bestimmten turnusmäßigen Abständen auf seine

**Rn. 6**

Kosten durchzuführen hat.

**Rn. 7**

Mit Schreiben vom 07.07.1988 forderten die Kläger die Beklagte

**Rn. 8**

auf, ihrer Verpflichtung zur Durchführung von Schönheits-

**Rn. 9**

reparaturen nachzukommen. Der Kläger zu 1) beauftragte einen

**Rn. 10**

Malermeister, zunächst Diele, Küche und Bad in der Wohnung

**Rn. 11**

der Beklagten fachmännisch zu renovieren. Die Beklagte lehnte

**Rn. 12**

die Durchführung der Arbeiten ab.

**Rn. 13**

Mit Schreiben vom 08.08.1988 kündigten die Kläger das Mietver-

**Rn. 14**

hältnis fristlos, hilfsweise fristgemäß.

**Rn. 15**

Die Kläger behaupten, die Beklagte sei ihrer Verpflichtung

**Rn. 16**

die Wohnung ordnungsgemäß instandzuhalten und innerhalb der

**Rn. 17**

vertraglich vereinbarten Fristen Schönheitsreparaturen aus-

**Rn. 18**

zuführen, nicht nachgekommen. Die Wohnung sei restlos verkommen.

**Rn. 19**

Es sei ein Substanzverlust zu befürchten.

**Rn. 20**

Die Kläger beantragen,

**Rn. 21**

die Beklagte zu verurteilen, die von ihr inne-

**Rn. 22**

gehaltene, im Untergeschoß des Hauses X

**Rn. 23**

in Y gelegene Wohnung, be-

**Rn. 24**

stehend aus einer Küche, einer Diele, einem Bad

**Rn. 25**

und einem Wohnschlafzimmer, sowie einem Freisitz

**Rn. 26**

zu räumen und an die Kläger herausgzugeben,

**Rn. 27**

hilfsweise,

**Rn. 28**

die Beklagte zu verurteilen, die vorstehend be-

**Rn. 29**

schriebene Wohnung zum 31. Oktober 1989 zu räumen

**Rn. 30**

und an die Kläger herauszugeben.

**Rn. 31**

Die Beklagte beantragt,

**Rn. 32**

die Klage abzuweisen, hilfsweise, ihr eine ange-

**Rn. 33**

messene Räumungsfrist zu gewähren.

**Rn. 34**

Sie behauptet, die Wohnung befinde sich in einem guten Zustand.

**Rn. 35**

Sie sei ganztätig berufstätig und halte sich in der Wohnung

**Rn. 36**

nur sehr selten auf, da sie auch häufig bei einem Bekannten sei,

**Rn. 37**

der eine große Wohnung besitze. vor ca. 5 Jahren hätte sie in

**Rn. 38**

der ganzen Wohnung Schönheitsreparaturen durchführen lassen.

**Rn. 39**

Die Wohnung befinde sich in einem ordnungsgemäßen Zustand.

**Rn. 40**

Sie habe sogar Wasserschäden im Bad beseitigen lassen, obwohl

**Rn. 41**

dies Sache der Kläger gewesen wäre.

**Rn. 42**

Das Gericht hat Beweis erhoben.

**Rn. 43**

Insoweit wird Bezug genommen auf das Gutachten Blatt 112 bis

**Rn. 44**

115.

## Entscheidungsgründe

**Rn. 46**

Die Klage ist nicht begründet.

**Rn. 47**

Die Kläger können von der Beklagten nicht Räumung

**Rn. 48**

und Herausgabe der Wohnung verlangen, weil sowohl die frist-

**Rn. 49**

lose als auch die fristgemäße Kündigung unbegründet sind.

**Rn. 50**

Die Voraussetzungen der §§ 553, 554 a BGB, die allein eine

**Rn. 51**

fristlose Kündigung begründen könnten, liegen nicht vor.

**Rn. 52**

Unstreitig hat die Beklagte zwar die vertraglich vereinbarten

**Rn. 53**

Fristen für die Durchführung von Schönheitsreparaturen nicht

**Rn. 54**

eingehalten. Hierin ist jedenfalls dann keine erhebliche Ver-

**Rn. 55**

tragsverletzung, die eine fristlose Kündigung begründen könnte,

**Rn. 56**

zu sehen, wenn die Wohnung sich gleichwohl in einem normalen

**Rn. 57**

Zustand befindet und ein Substanzverlust nicht zu befürchten

**Rn. 58**

ist. Durch das eingeholte Sachverständigengutachten ist bewiesen,

**Rn. 59**

daß die Wohnung zwar nicht neu renoviert ist, sich jedoch in

**Rn. 60**

einem normalen ordentlichen Zustand befindet und von einem

**Rn. 61**

Substanzverlust nicht ausgegangen werden kann. Gebrauchs-

**Rn. 62**

spuren wie z. B. leichte Flecken an Tapeten sind normal und

**Rn. 63**

begründen keine Verpflichtung, sofort eine Renovierung durch-

**Rn. 64**

führen zu lassen.

**Rn. 65**

Aber auch die fristgerechte Kündigung gemäß § 564 b Abs. 2

**Rn. 66**

Ziffer 1 BGB ist unwirksam. Aufgrund der durchgeführten

**Rn. 67**

Beweisaufnahme kann nicht festgestellt werden, daß die

**Rn. 68**

Klägerin ihre vertraglichen Verpflichtungen nicht unerheblich

**Rn. 69**

verletzt. Dem Gutachten ist zu entnehmen, daß sich die

**Rn. 70**

Wohnung in einem ordentlichen und nicht verwohnten Zustand

**Rn. 71**

befindet. Wenn die Beklagte die Fristen zur Durchführung von

**Rn. 72**

Schönheitsreparaturen nicht einhält, so handelt es sich dabei

**Rn. 73**

nur um eine unerhebliche Vertragsverletzung, soweit der Zustand

**Rn. 74**

der Wohnung Schönheitsreparaturen nicht dringlich macht.

**Rn. 75**

Die vereinbarten Fristen können auch nicht als starre Regel

**Rn. 76**

gelten. Insoweit wird immer zu berücksichtigen sein, wer die

**Rn. 77**

Wohnung bewohnt und wie er sie bewohnt. So macht es einen

**Rn. 78**

Unterschied, ob sich viele Personen häufig in der Wohnung

**Rn. 79**

aufhalten oder ob, wie im vorliegenden Fall, die Beklagte die

**Rn. 80**

Wohnung allein bewohnt und darüber hinaus infolge ihrer Berufs-

**Rn. 81**

tätigkeit sich nicht ganztägig in der Wohnung aufhält. Eine

**Rn. 82**

solche Wohnung wird in einem erheblich geringeren Maße abge-

**Rn. 83**

nutzt, so daß es keine erhebliche Vertragsverletzung dar-

**Rn. 84**

stellt, wenn die vorgeschriebenen Fristen überschritten werden.

**Rn. 85**

Die Kostenentscheidung folgt aus § 91 ZPO.

**Rn. 86**

Die Anordnung der vorläufigen Vollstreckbarkeit beruht auf

**Rn. 87**

§ 708 Ziffer 11 ZPO.

**Rn. 88**

Streitwert: 3.068,88 DM.

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Zitiervorschlag: Amtsgericht Düsseldorf, Urteil vom 08.12.1989 – 28 C 568/88, ECLI:DE:AGD:1989:1208.28C568.88.00

Datenquelle: Open Legal Data, abgerufen 09.07.2026

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